Glaube

Warten

Gewartet. Ausschau gehalten.

Manchmal geht es uns wie Habakuk. Gott ruft uns auf, hinzuhören, hinzuschauen, schenkt dann eine Verheißung und dann sollen wir warten, ausharren – doch es kommt und manchmal dann auch ganz schnell. So schnell, dass es sich anfühlt, als würde es uns überrollen.

So kommt meine Seele gerade gar nicht recht hinterher.

Ich begann diesen Blog, weil Gott mir gesagt hatte,ich solle meine Geschichte aufschreiben. Aufschreiben, was er mich die vergangenen Jahre über gelehrt hatte. Es half mir hier zu schreiben, in dem Wissen, irgendwo kommt es an, irgendwo wird es gelesen. Plötzlich hatte ich dabei Menschen vor Augen. Gleichzeitig wusste ich, das ist eigentlich nicht das, was ich tun sollte, was Gott mir aufgetragen hatte. Vor einem Jahr, im Oktober begann ich noch einmal neu zu schreiben, schrieb drei Monate lang im Verborgenen, bevor es im Januar fertig wurde und bereit war, an einen Verlag geschickt zu werden. Es war ein Schritt, ein großer Schritt im Vertrauen. Vertrauen in Gottes Auftrag, seinem gesprochenen Wort, Vertrauen darin, dass er vollendet, was er begonnen hat. Diese Glaubensschritt sind für mich herausfordernd, waren es all die vergangenen Jahre, aber genau diese Schritte sind und waren es, die mich näher an Gottes Herz gebracht haben, die mich tiefer gehen lassen, die mein Leben schön machen und die Fülle Gottes hineingeben.

Und oft ist es dann so, dass wir warten müssen. Ausharren, uns an seinen Worten festhalten. Zum Himmel schreien. Danken, für das, was noch nicht sichtbar ist. Was wir mit himmlischer Hoffnung erhoffen. Himmlische Hoffnung die mehr als nur ein Wünschen ist. Himmlische Hoffnung, die erwartet, was sie noch nicht sieht.

So habe ich gehofft und geglaubt.

Und nun kam die Nachricht vom Verlag – und alles geht ganz schnell. Zu schnell für meine Seele, die spätsommerliche Gefühle in sich trägt und den herannahenden Herbst schon erahnt.

In diesem Gefühlswirbelwind hieß es letzte Woche, Zitatquellen suchen, Bibelstellen prüfen, Fehler ausbessern, mit der Lektorin telefonieren – und es in allem kaum fassen können. Was ich, seitdem ich zu schreiben begonnen hatte, immer wieder getan habe, tue ich auch jetzt – beten, dass Gottes Geist durch dieses Buch Menschenherzen berühren, weich machen und verändern kann. Mein Buch erzählt von der Güte Gottes, die sich in unserem Leben immer wieder erweisen möchte.

Es lohnt sich, diesem Gott von ganzem Herzen zu vertrauen – auch wenn es sich manchmal lange hinzieht. Er ist treu!