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Extremes Leben

Immer wieder höre und lese ich es in diesen Tagen: wir sind für eine Zeit wie diese geschaffen. Heute zeigt sich und bewährt sich, was in den letzten Jahren gewachsen ist in uns. In Krisen wird sichtbar, auf welchem Grund wir stehen. Höre und verstehe ich heute meine Berufung – Berufung, die vielleicht so anders ist, als alles was du bisher gedacht und erwartest hast. Die dich aus deiner Komfortzone herausholt. Die sich den Umständen heute anpasst.

Auch wenn wir momentan eher im Verborgenen leben – für mich ein Ort, den ich liebe; was diese Zeit der Verborgenheit für mich nicht so herausfordernd macht wie es für manch einen anderen jetzt ist. Und gleichzeitig erlebe ich diesen Ruf, heute, jetzt nicht still zu sein.

Und darin geschieht es dann, dass du zur größten Challenge deines momentanen Alltags herausgerufen wirst.

Als mein Buch im Herbst erschien, wurde ich von einer Gemeinde aus Rheinland-Pfalz gefragt, ob ich an diesem Wochenende im April zu einer Lesung kommen würde. Am Sonntagmorgen könnte ich dann in der Gemeinde auch noch predigen. Ich hatte zugesagt – und mich darauf gefreut.

Im Zuge von allen anderen Absagen für Zusammenkünfte, musste natürlich auch dieses Wochenende abgesagt werden. Und das war ok so, denn ich empfinde ganz stark diesen Blick auf das Andere, das Größere, das gerade geschieht. JA, wir müssen manches entbehren, auf manches verzichten, absagen – alles scheint so ganz anders zu sein wie geplant. Das kann traurig machen ( was auch ok ist ), aber es kann mich auch hinhören, hinschauen lassen auf das, was nun dran ist. Wo sehe ich die Hand Gottes, die Neues schafft, die wiederherstellt. Und die sich nicht auhalten lässt. Ich bin halt gefordert, meine Vorstellugen davon, wie das zu sein hat und sein kann, loszulassen.

Gott ist ein Gott, der aus Asche Schönheit hervorbringt, der Leben an Orte ruft, wo wir denken, es stirbt etwas – wenn das wirklich mein Glauben ist, dann habe ich große Hoffnung in meinem Herzen – über allen Schmerz hinaus.

Und so heißt es in diesen Tagen für mich, mich der Challenge zu stellen – meiner Herausforderung, denn ich hatte leichten Herzens zugesagt, dass ich ein Predigtvideo an die Gemeinde schicken kann.

Die Predigt war einfach, das Video die Herausforderung.

Dabei war nicht die Technik das Problem – sondern der Mensch. Also ich!

Stelle dir jemanden vor, der lieber telefoniert als zu skypen, der bei Zoom immer nur seinen Namen angibt, anstatt die Kamera einzuschalten (und dabei alle anderen bewundert, die da so selbstverständlich vor ihrer Kamera sitzen), jemand, der traditionelle Gemeindegruppenfotos nicht auf seiner Prioritätenliste hat und bei jedem zweiten Familienfoto die Person ist, die, während alle fröhlich in die Kamera schauen, den Blick in die Ferne schweifen lässt oder fragt, wo muss ich denn hinschauen. Das beschreibt ein bisschen meine Person.

Und nun stehe ich vor dieser Herausforderung – schaue 40 Minuten lang in die Kamera und rede, ohne die Menschen zu sehen, zu denen du sprichst. Es fühlt sich wie schauspielen an, ein weiteres Ding. was nicht zu meiner Leidenschaft zählt.

Aber es ist gerade das, wozu ich gerufen bin und ich fühle die Herausforderung darin und gleichzeitig die Ermutigung : fürchte dich nicht! sei mutig und stark! ich bin mit dir! – denn für solche Momente brauche ich diese Worte. Für Momente, wo ich entscheiden muss, unter welchem Blick ich stehe, unter welchen Blick ich mich stelle. Und dann treffe ich bewusst die Entscheidung – Jesus, du hast mich jetzt dorthin gestellt. Ich muss hier nicht performen, sondern einfach diesen Platz einnehmen, auf dem ER schon auf mich wartet. Und das hat für mich immer etwas mit Loslassen zu tun.

Meine Ängste und mein Denken darüber – und vor allem den Blick, das Denken anderer, loslassen.

Das, was für viele Normalität geworden ist, wurde für mich zu einer zwei Tage – (und Nächte) Ralley – aber ich weiß, es war nur der Start für weitere Glaubens – und Vertrauensschritte. Denn für die Berufungen Gottes brauche ich immer Vertrauen, Glauben in IHN.

Und das ist so gut! Denn dann erlebe ich IHN auch.

Und so lade ich heute ein – wenn du noch keinen OnlineGottesdienst dir für heute gesucht hast oder in den kommenden Tagen auf der Suche bist nach geistlicher Nahrung – vielleicht kann dir diese Predigt helfen, mit dem Herzen des Vaters verbunden zu werden. Die Liebe und Leidenschaft des Vaters für dich zu entdecken, zu glauben, so dass du dich selbst auf die Suche machst nach dem Ort, an dem ER auf dich wartet – dort im Verborgenen!

Denn – so wunderbar all die Dinge sind, mit denen wir zur Zeit online versorgt werden – der beste Ort, der mit Mehrwert, ist immer noch der deiner persönlichen Begegnung mit Gott!

Sei gesegnet!

Hier der Link zur Predigt

https://www.dropbox.com/s/r4gmth0iy9pslyt/YouCut_20200422_115419723.mp4?dl=0

2 Gedanken zu „Extremes Leben“

  1. Herzlichen Dank für den tollen Predigtimpuls! Eine echte Apostelin der Sehnsucht Gottes 🙂
    … nur der Schluss des Videos ist etwas gar abrupt 😉

    Ich mag auch Deinen Beitrag zur Sehnsucht, den ich leider nicht kommentieren kann. Genau diese Sehnsucht als Ort der Begegnung von Gott und Mensch ist für mich in der Tradition des Ignatius von Loyola der Schlüssel zum Suchen und Finden der eigenen Berufung oder dessen, was man unglücklicherweise oft den „Willen“ Gottes nennt.
    Ich freue mich, Deinen Blog gefunden zu haben!
    Österliche Grüsse aus der Schweiz, Beat

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