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Führung

Und der Herr sprach: Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt

Josua 8.1

Vor einer Woche habe ich über Josua gepredigt. Sein Leben, das so wegweisend ist, verwurzelt im Vertrauen in Gottes Führung, ausgerichtet auf das Herz Gottes, seine Leitung und dann kommt Josua an den Punkt, wo er fragt, bist du überhaupt auf meiner Seite – ja, wer bist du überhaupt?

Tatsächlich ist das eine Frage, die immer wieder in unserem Leben auftaucht – wer bist du überhaupt, wie bist du überhaupt und wenn ja, wo bist du, Gott?

Es kann uns beruhigen, wenn Leiter wie Josua diese Frage stellen und doch möchte ich mich damit nicht trösten, sondern ich will von ihm lernen. Ich möchte darauf schauen, was dann geschah.

Josua steht vor dem, redet mit dem, der würdig ist, dass du deine Sandalen von dir schmeißt und auf den Boden fällst – und gleichzeitig ist er vor dem, der sagt: fürchte dich nicht, ich bin mit dir! Folge mir!

Josua hatte gelernt, hatte in der Verborgenheit, in der Gegenwart Gottes gelernt, auf Gott zu schauen, hinzuhören und daraufhin loszugehen. Land einzunehmen. Man hat den Eindruck, er weiß, wie es läuft, wie die Dinge zu tun sind, welchen Weg er gehen soll, doch dann gerät er in eine Situation, in Umstände, die alles in Frage stellen. Sogar den in Frage stellen, der mit ihm, der vor ihm ist.

Und während ich immer noch darüber nachdenke, stoße ich auf Worte von Kris Vallotton.

Er hat vor ein paar Monaten über diese Situation gesprochen, weil Gott ihn an einen Traum erinnerte. In diesem Traum ging Gott einen Weg entlang auf dem Menschen standen – er ging zielstrebig und stellte die Menschen, die im Weg waren, zur Seite, bis er vor Kris stand. Diesem sah er direkt in die Augen (so ein Augenblick, der dich gefangen nimmt, deine ganze Aufmerksamkeit packt) und sprach: geh mir aus dem Weg! Während er an ihm vorbei geht spricht er: Nun folge mir!

Was ist das für ein Gott?

Derselbe der zu Josua spricht: Nein!, als Josua fragt, bist du für uns oder gegen uns.

Das ist die falsche Frage. Es geht darum, wo stehst DU. Auf welcher Seite stehst du? Folgst du mir?

Es gibt Zeiten, da geht es nicht darum, ob Gott für oder gegen dich ist. Es geht darum, dass Gott mitten auf dem Weg ist und dich auffordert, ihm zu folgen.

Diese Pandemie ist nicht von Gott. Gott hat sie nicht zum Gericht geschickt, er hat sie nicht geschickt, um selbst darin groß zu werden, aber es ist die Zeit, in der Gott sagt, ich stehe hier, mitten drin, folge mir nun. Ich weiß wohin es geht, auch wenn gerade die ganze Welt orientierungslos ist.

Also geht es gerade nicht um die Frage, ist Gott noch für die Menschen oder ist er jetzt gegen uns.

Wo überhaupt ist Gott gerade in all meinen Umständen.

Welche Maßnahmen sind gerade die Richtigen und stehe ich mit meiner Meinung auf der richtigen Seite.

Die Frage heute ist viel persönlicher: wo steht dein Herz, wer ist Gott für dich?

Sehe ich Gott, sehe ich, wie er souverän in dieser großen Geschichte steht und wie er nun sagt, geht mir hinterher, denn ICH mache Neues. Ich gestalte euren Terminkalender neu, ich plane das nächste Jahr für euch. Ich sorge für euren Urlaub. Ich sorge für deine Arbeit, bringe dich in eine vielleicht neue Berufung. Vielleicht sehen meine Wege anders aus, als sie in deinen Vorstellungen waren, doch ich bin – ich bin inmitten von alledem.

Gott hat lange gewartet, dass wir, das du und ich, unsere Herzen ihm zuwenden, ihm, seiner Stimme uneingeschränkt folgen. Gleichzeitig hat er beständig erlebt, wie wir unsere Wege gehen. Wie wir auf seine Bewegung in unserem Leben oftmals nicht reagiert haben.

Jetzt bewegt sich Gott – und fordert auf, ihm uneingeschränkt hinterher zu gehen. Heute haben wir tatsächlich nicht mehr viele andere Optionen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gerade nicht viel in der Hand. Das ist schwierig, aber für Wege mit Gott auch hilfreich.

Wenn Gott dir sagt, jetzt folge mir, dann muss ich eine Entscheidung treffen – immer. Wenn Gott das in eine Zeit hinein spricht, in der alles entgegengesetzt zu laufen scheint, fordert es sehr heraus. Habe ich vielleicht falsch gehört? Funktioniert Gottes Idee überhaupt? Wer und wo überhaupt ist Gott?

Es ist so ein Punkt, wo du nicht anders kannst, als zu gehorchen, zu folgen und dann erlebst, dass deine Prophetien sich nicht zu erfüllen scheinen. Du schaust die Möbel an und denkst, wann endlich werden sie in meinem Café stehen? Wann endlich wird geschehen, was ich gehört habe?

Und dann scheint es noch schlimmer zu werden. Die ganze Welt steht Kopf. Grundsätzlich nicht der Augenblick, große Pläne zu schmieden. Aber tief innen spüren wir, wenn ich ihm weiter hinterher gehe, gerade jetzt in dieser Zeit, einfach nur hinhöre, hineinhöre – ich weiß, er ist souverän, wenn er entschlossen den Weg entlang geht, kann sich ihm niemand in den Weg stellen. Wie oft lesen wir in der Bibel Geschichten, wo Gott gewartet hat, lange gewartet hat, zugeschaut hat – und dann hat er plötzlich in die Geschichte eingegriffen. Massiv, so, dass die Menschen erkennen mussten, das ist ein Kairosmoment. Ein Moment der Geschichte Gottes. Diese Geschichte ist unabwendbar. Sie wird geschrieben werden. Es gibt souveräne Zeiten im Leben, in der Gott einfach übernimmt. Die Führung übernimmt.

Die Frage ist nicht: bist du für mich, sondern Gott fragt: bist du für mich. Wirst du meiner Leitung folgen? Es gibt diese Zeiten, wo Gott in die Geschichte eingreift. Entscheidend ist dann, wo stehe ich.

Und bin ich bereit wie Joshua, meine Sandalen von den Füßen zu zerren und vor dem auf die Knie zu gehen, der sagt, folge mir nun. Lass all dein Eigenes zurück – folge nur!

Und dabei geht es um die Furcht des Herrn. Um Gottesfurcht. Nicht die Furcht vor Gott, sondern Ehrfurcht – das Erkennen, wer ist Gott und wer bin ich.

Die Bibel lehrt uns, dass die verstärkte Gegenwart Gottes immer eine Furcht vor Gott im Menschen hervorruft. Im Umkehrschluß können wir also sagen, dass Gottesfurcht ein Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist.

Manuel Moldenhauer

2 Gedanken zu „Führung“

  1. In der katholischen Tradition ist heute der Sonntag des Guten Hirten und gleichzeitig Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Das passt gut zu Deinen anregenden Impuls: Bin ich bereit, diesem Hirten zu folgen, auf ihn zu vertrauen und mich in seiner Nachfolge zu engagieren?
    Herzliche Dank und einen schönen Sonntag wünscht Dir und Deinen Lieben
    Beat aus der Schweiz

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  2. Geistliche Berufungen, das trifft mitten ins Herz. Das ist ja wunderbar – und tatsächlich hatte ich zu Beginn das Foto einer Schafherde, habe es dann aber wieder verändert – schade eigentlich 😊

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