Allgemein

Spannung

Wir leben in zwei Wirklichkeiten, in denen es Widerstände gibt.

Wir erleben es in dieser Zeit weltweit, täglich ändern sich Aussagen, Umstände – es herrscht eine spürbare Spannung um uns herum und vermutlich auch in jedem ganz persönlichen Umfeld. Instinktiv wehren wir uns meistens gegen Spannungen, doch gleichzeitig ist Spannung gesund und nötig. Auch seelische Gesundheit zeichnet sich dadurch aus, dass wir Spannungen durch unterschiedliche Gedanken und Erfahrungen aushalten können. Ja, nicht nur aushalten können, sondern darin leben, sie gestalten und verantwortlich damit umgehen können.

Jesus spricht in der Bergpredigt von diesen Spannungen.

Das Himmelreich gehört denen, die geistlich arm sind.

Die Trauernden sind die Glückseligen, denn sie werden getröstet werden.

Die Sanftmütigen werden das Land erben – nicht die, die mit Härte kämpfen.

Die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, werden satt werden.

Abraham lebte in der ständigen Spannung zwischen dem, was ihm verheißen worden war und dem, was er sah und erlebte. Doch durch sein Leben können wir sehen, was werden kann, wenn wir uns der Spannung des Glaubens stellen.

Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

Rö 4.3

Später spricht Paulus darüber, dass genau das auch für uns gilt. Dass es ihm, Abraham, als Gerechtigkeit angerechnet wird, steht nicht allein um seinetwilen, sondern auch um unsertwillen.

In prophetischen Umfeldern spüren wir die Spannung, die dort herrscht zwischen dem Sichtbaren und dem Verheißenen. Es ist diese Spannung zwischen Prophetie und Gegenwart. Es braucht ein Fundament und es braucht Weisheit, um diese Spannung, die Prophetie mit sich bringt, zu verwalten. Ich möchte das lernen und mich durch diese Spannung oder gar Angst nicht davor zurückhalten lassen. Ich möchte in dem leben, was die Bibel verheißt und lehrt – auch dort, wo es sehr herausfordernd ist.

Weisheit lehrt uns aber auch: Wenn Gott durch uns und in uns alles neu machen will, dann sollten wir erwarten, dass seine Verheißungen völlig anders sind als unsere Umstände. Petrus zufolge sind seine Verheißungen sogar Teil seiner Herrlichkeit, und wenn er sie uns gibt, gibt er uns damit etwas, was wir verwalten sollen. Je mehr wir lernen, Gottes Verheißungen zu verwalten, desto mehr bringt er seine göttliche Natur in uns hervor, die uns widerum darauf vorbereitet, ihre Erfüllung zu verwalten.

Paul Manwaring, ´Die Herrlichkeit Gottes´

Weisheit hilft uns, mit dem Geheimnis zu leben zwischen Wissen und Nichtwissen.

Es braucht unsere Treue, es braucht unser Vertrauen in den, der gesprochen hat.

Ich muss mich immer wieder erinnern, dass Prophetie, wenn ich etwas gesehen oder gehört habe, nicht mein Wissen um etwas ist, sondern allein mein Vertrauen in den, der es gesprochen hat. Es ist diese Wolke des Nichtwissens.

Der Autor dieses Buches ´Die Wolke des Nichtwissens´aus dem 14. Jahrhundert schreibt davon, dass wir alles, worauf wir keine Antwort haben bzw was wir nicht verstehen, in eine gedankliche Wolke des Nichtwissens neben unsere Sicht auf Gott plazieren sollen, damit es uns nicht die Sicht auf Gott versperrt.

Das finde ich ein sehr schönes Bild für den Umgang mit unseren Fragen, denn in der Regel stehen unsere Fragen und Zweifel eher direkt vor Gott und versperren uns eben deswegen die Sicht auf ihn, Umstände und Gefühle schaffen sich einen Weg hinein in unser Herz und verdrehen dort Wahrheit über Gott. Aber:

Gott ist gut!

Lebe heute mit dieser Wahrheit – egal was dir das Leben zeigt!

Sei gesgenet!