frei.

Der Sehnende hat Kraft, wenn er ein lohnendes Ziel vor Augen hat.

Meine Sehnsucht hat mich vor Jahren in eine tiefe Begegnung mit Gott gebracht und lässt mich Morgen für Morgen seine Gegenwart suchen.

Er ist meine Heimat geworden, wie ich sie nirgendwo anders jemals werde finden können.

Heute habe ich mich aufgemacht auf einen Sehnsuchtsweg. Es ist die denkbar ungünstigste Zeit, diese Reise anzutreten. Doch die Sehnsucht zieht an mir. Das Ziel vor Augen, gehe ich dies Wagnis ein. In Zeiten einer Pandemie braucht es Verständnis für diesen Weg. Nicht jeder wird es für mich haben – und das ist auch ok.

Ich bin auf dem Weg nach Spanien. Nach 1 1/2 Jahren werde ich endlich wieder meinen Sohn und seine Frau live sehen können.

Dieser Weg bringt so viel in mir hervor.

Am Flughafen überrollt mich das Heimweh. Heimweh nach Zuhause genauso wie das Heimweh nach meinem Sohn in Madrid, denn auch dort wartet Heimat auf mich durch zwei Menschen, die ich liebe.

Die Aufregung der letzten Tage hat mich Kraft gekostet. Immer wieder muss ich mich gegen Entmutigung stellen, gegen die Angst, alleine zu fliegen.

Und dann erinnere ich mich, wie die Kraft der Sehnsucht mich vor 3 Jahren schon mal auf einen Weg gebracht hat, der sehr herausfordernd für mich war.

Unser Sohn war bereits für ein Jahr mit seiner Frau in Mexiko. Um die beiden sehen zu können, mussten wir zu ihnen fliegen. Eigentlich hatte ich nicht mehr fliegen wollen. Ich hatte im Laufe der Jahre immer mehr Angst davor bekommen, in ein enges Flugzeug zu steigen und dann auch noch lange Zeit darin sein zu müssen ohne die Möglichkeit, auszusteigen.

Doch in diesem Fall gab es keine andere Möglichkeit – wenn ich sie sehen wollte, musste ich mich dieser Angst stellen. Dazu kam, dass ich zu dieser Zeit seit Monaten Rückenschmerzen hatte, die langes Sitzen zur Qual machten.

Was bringt dann dazu, diesen Weg trotzdem zu gehen?

Allein die Sehnsucht, das lohnende Ziel.

Erfolgreich verdrängte ich in den Wochen davor jeden Gedanken, jedes Gefühl daran – wenn etwas hoch kam, betete ich um ein Wunder.

Wir kamen damals am Flughafen an, bestiegen das Flugzeug und ich wartete auf diese beängstigenden Gefühle, die ich so gut kannte – um ihnen mit Gebet zu begegnen. Ich wollte kämpfen. Ich wollte mich dem stellen.

Gespannt suchte ich damals meinen Sitzplatz auf – und erlebte Frieden. Totalen Frieden. Wir mussten damals 9 Stunden am Stück in der Luft sein. Anschließend noch 3 weitere Male ein Flugzeug besteigen – Frieden und sogar Freude waren jedesmal mit an Board. Es war so außergewöhnlich. Ich war so dankbar – und bin es noch heute, denn auch jetzt fühlt es sich an, als säße ich nur im Bus 😊.

Und meine Rückenschmerzen – sie waren während der gesamten Flugzeug nicht anwesend.

Ein paar Wochen vorher hatte mir eine Mutter erzählt, dass sie nicht zur Hochzeit ihres Sohnes nach Kolumbien fliegen könne – wegen ihrer Flugangst. Ich hatte sie so gut verstanden und mir dann gedacht, ob ich verrückt sei, trotzdem zu fliegen.

Gott ist gut und er ist treu!

Wenn er befreit, dann sind wir wirklich frei – ich bin befreit von dieser Angst. Das ist für mich inzwischen eine Wahrheit!

Und es macht mir Mut, auch für andere Dinge.

Manchmal wird meine Angst einfach von mir genommen, manchmal erlebe ich Gottes Nähe im Angesicht des Feindes – dh da sind ungute Gefühle, aber genauso spüre ich SEINE Gegenwart, die Gegenwart Gottes, die Frieden gibt.

Wenn ich gefragt werde für eine Predigt lässt mich meine Sehnsucht danach, Menschen von Gottes Güte zu erzählen, ja sagen. Nichts anderes könnte mich sonst an diesen Platz bringen. Ich habe keine Sehnsucht danach, diesen Ort um meinetwillen zu suchen. Es fordert mich jedesmal sehr heraus und in dem Moment der Zusage, bereue ich es oftmals schon.

Doch weil Gott treu ist , will auch ich treu darin sein.

Damals, auf einem der Flüge, saß eine junge Frau in meiner Nähe, die weinte. Irgendwann ging ich auf sie zu, konnte mit ihr reden, von dem erzählen, was Gott für mich getan hatte und für sie beten.

Wenn du Befreiung brauchst, wenn du Gebet brauchst in dieser schweren und herausfordernden Zeit – ich bete gerne für dich!

Schreib mir eingach kurz: ruthmarie66@outlook.de

Es gibt jemanden, der uns trennen möchte von der Nähe Gottes, der uns abhalten möchte, zu vertrauen.

Es gibt so viel, was unsere Sehnsucht nach IHM, nach Lebensfülle in IHM, zuschüttet, verdrängt.

Vor mir sitzen drei junge Mädels. Es ist nicht schwer zu erraten, wonach sie suchen, wenn sie sich nun auf den Weg nach Spanien machen.

Sie haben Sehnsucht – Sehnsucht nach dem, was sie in Deutschland seit Monaten nicht erleben können. Es ist ihnen kaum übel zu nehmen. Ich kann verstehen, dass sie ihr Leben nicht einfach ‚ungelebt‘ vorüber gehen lassen wollen. Ich kann verstehen, dass sie sich nach Leichtigkeit sehnen, nach Leben auf den Straßen in der Stadt. Und vermutlich noch nach Vielem mehr.

Plötzlich empfinde ich etwas vom Herzen Gottes für sie und beginne für sie zu beten. Ich bete für ihren inneren und äußeren Schutz und ich bete, dass sie dort, wo sie Leben suchen, das vergehen wird, den finden, der wahres Leben geben will. Ich weiß nicht, wie es so für sie geschehen kann. Ich würde gerne mehr tun – doch das ist das, was ich momentan tun kann.

Wer deinen Namen kennt, vertraut auf dich, denn du, Herr, lässt niemanden im Stich, der deine Nähe sucht.

Ps 9.11

Sei gesegnet!

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