gegenwart.

Ich habe Sehnsucht.

Ich habe Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes.

Ich habe Sehnsucht nach diesem Ort, wo es plötzlich ´sehr gut ist ´, weil es ein Ruheplatz ist, weil ER der Friede ist, die Liebe, weil dort an diesem Ort plötzlich alles Sinn macht. – und das alles völlig unabhängig von meinen Umständen, meinen Gefühlen, meinen Gedanken.

Ich behaupte, wir alle haben Sehnsucht nach diesem Ort – so wurden wir geschaffen, Gott selbst, der Schöpfer, hat es in uns hineingelegt. Die Frage ist nur, wo suchen wir danach.

Ich empfinde es wie ein Geheimnis darum, dass es eine vermehrte Gegenwart Gottes gibt, dass es Menschen gibt, die ganz leicht in seine Gegenwart eintreten, sogar diesen Ort für andere bereiten können.

Manchmal nennen wir sie auch Mystiker.

Wirklich kontemplative Menschen suchen keine außergewöhnliche Erfahrungen und noch viel weniger persönliche Macht. Das Ziel, das sie verzehrt, ist innige Gemeinschaft mit Gott.

Juliana von Norwich

In diesem Sinne will ich ein Mystiker sein – und entdecke es auch in anderen.

Meine Zeit in Spanien habe ich an so einem Ort verbracht, mit Menschen, die beständig die innige Gemeinschaft mit Gott suchen. Es ist das erste das sie tun – wenn sie mit der Arbeit beginnen und kann Stunden in Anspruch nehmen. Dort schauen sie auf Gott, dort hören und empfangen sie von Gott. Dort werden sie von Gott versorgt.

Es sind Menschen, die sich auch dem Ziel verschrieben haben, ihn mehr und mehr kennen zu lernen. Sie sind nicht zufrieden mit dem, was sie vor Augen haben. Sie wollen mehr sehen, sie schauen hinter die sichtbare Wirklichkeit und sehen dadurch in die geistliche Welt hinein.

Das ist der Weg, den Jesus uns geboten hat, zu gehen, zu beten.

Dein Reich soll kommen.

Dein Wille soll geschehen.

Wie er im Himmel geschieht, so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden.

Mt 6.10, BasisBibel

Wenn Gott sagt, sein Volk komme um aus Mangel an Erkenntnis, dann wird darin auch deutlich, woher das Leben kommt – in der Erkenntnis Gottes finden wir nicht nur Weisung, sondern auch das Leben selbst.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass du dich wirklich an diesem inneren Ort der Begegnung mit Gott befindest, ist der Friede, der alle Vernunft übersteigt, der nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Es ist dies ´Sinn-Ding´ – alles macht Sinn, auch wenn du es vielleicht nicht erklären kannst. In deinem Herzen weißt du es jedoch.

Je mehr Zeit wir dort verbringen, um so leichter fällt es, sich diesen Ort bewusst zu machen, diesen Ort aufzusuchen bis er zu einem ständigen Wohnort in uns geworden ist und ich jederzeit an diesem Ort der Geborgenehit, der Verbundenheit sein kann.

Immer wieder wurde das Volk Israel in seiner Geschichte aufgefordert, sein Herz neu Gott zuzuwenden.

Wenn du … dann…

Gott ist da!

Gott wartet, er erwartet dich!

Bei ihm angekommen erlebe ich, wie ein Stück Himmel auf die Erde kommt, ein Stück seines Reiches sichtbar wird.

In seinem Thronraum erleben wir nicht nur Beheimatung unseres Herzens, sondern bekommen auch einen Blick von seinem Herz aus für diese Welt.

Wir lernen, mit seinen Augen zu sehen, von seinem Herzen aus loszugehen.

Gott möchte, dass wir sein Reich verstehen, dass wir sein Herz verstehen, er möchte uns Anteil geben an seinen Plänen, seinen Ratschlüssen.

Dort, wo Gott wohnen darf, findet statt, was auch die Israeliten erleben durften.

Ich werde mitten unter den Israeliten wohnen und ihr Gott sein.

Sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, ihr Gott, der sie aus Ägypten herausgeführt hat, um mitten unter ihnen zu wohnen.

Ich bin der Herr, ihr Gott.

2 Mo 29. 45+46

Und brauchen wir das nicht gerade mehr als alles ander – die Erkenntnis:

E r i s t d e r H e r r , u n s e r G o t t !