Führung

Und der Herr sprach: Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt

Josua 8.1

Vor einer Woche habe ich über Josua gepredigt. Sein Leben, das so wegweisend ist, verwurzelt im Vertrauen in Gottes Führung, ausgerichtet auf das Herz Gottes, seine Leitung und dann kommt Josua an den Punkt, wo er fragt, bist du überhaupt auf meiner Seite – ja, wer bist du überhaupt?

Tatsächlich ist das eine Frage, die immer wieder in unserem Leben auftaucht – wer bist du überhaupt, wie bist du überhaupt und wenn ja, wo bist du, Gott?

Es kann uns beruhigen, wenn Leiter wie Josua diese Frage stellen und doch möchte ich mich damit nicht trösten, sondern ich will von ihm lernen. Ich möchte darauf schauen, was dann geschah.

Josua steht vor dem, redet mit dem, der würdig ist, dass du deine Sandalen von dir schmeißt und auf den Boden fällst – und gleichzeitig ist er vor dem, der sagt: fürchte dich nicht, ich bin mit dir! Folge mir!

Josua hatte gelernt, hatte in der Verborgenheit, in der Gegenwart Gottes gelernt, auf Gott zu schauen, hinzuhören und daraufhin loszugehen. Land einzunehmen. Man hat den Eindruck, er weiß, wie es läuft, wie die Dinge zu tun sind, welchen Weg er gehen soll, doch dann gerät er in eine Situation, in Umstände, die alles in Frage stellen. Sogar den in Frage stellen, der mit ihm, der vor ihm ist.

Und während ich immer noch darüber nachdenke, stoße ich auf Worte von Kris Vallotton.

Er hat vor ein paar Monaten über diese Situation gesprochen, weil Gott ihn an einen Traum erinnerte. In diesem Traum ging Gott einen Weg entlang auf dem Menschen standen – er ging zielstrebig und stellte die Menschen, die im Weg waren, zur Seite, bis er vor Kris stand. Diesem sah er direkt in die Augen (so ein Augenblick, der dich gefangen nimmt, deine ganze Aufmerksamkeit packt) und sprach: geh mir aus dem Weg! Während er an ihm vorbei geht spricht er: Nun folge mir!

Was ist das für ein Gott?

Derselbe der zu Josua spricht: Nein!, als Josua fragt, bist du für uns oder gegen uns.

Das ist die falsche Frage. Es geht darum, wo stehst DU. Auf welcher Seite stehst du? Folgst du mir?

Es gibt Zeiten, da geht es nicht darum, ob Gott für oder gegen dich ist. Es geht darum, dass Gott mitten auf dem Weg ist und dich auffordert, ihm zu folgen.

Diese Pandemie ist nicht von Gott. Gott hat sie nicht zum Gericht geschickt, er hat sie nicht geschickt, um selbst darin groß zu werden, aber es ist die Zeit, in der Gott sagt, ich stehe hier, mitten drin, folge mir nun. Ich weiß wohin es geht, auch wenn gerade die ganze Welt orientierungslos ist.

Also geht es gerade nicht um die Frage, ist Gott noch für die Menschen oder ist er jetzt gegen uns.

Wo überhaupt ist Gott gerade in all meinen Umständen.

Welche Maßnahmen sind gerade die Richtigen und stehe ich mit meiner Meinung auf der richtigen Seite.

Die Frage heute ist viel persönlicher: wo steht dein Herz, wer ist Gott für dich?

Sehe ich Gott, sehe ich, wie er souverän in dieser großen Geschichte steht und wie er nun sagt, geht mir hinterher, denn ICH mache Neues. Ich gestalte euren Terminkalender neu, ich plane das nächste Jahr für euch. Ich sorge für euren Urlaub. Ich sorge für deine Arbeit, bringe dich in eine vielleicht neue Berufung. Vielleicht sehen meine Wege anders aus, als sie in deinen Vorstellungen waren, doch ich bin – ich bin inmitten von alledem.

Gott hat lange gewartet, dass wir, das du und ich, unsere Herzen ihm zuwenden, ihm, seiner Stimme uneingeschränkt folgen. Gleichzeitig hat er beständig erlebt, wie wir unsere Wege gehen. Wie wir auf seine Bewegung in unserem Leben oftmals nicht reagiert haben.

Jetzt bewegt sich Gott – und fordert auf, ihm uneingeschränkt hinterher zu gehen. Heute haben wir tatsächlich nicht mehr viele andere Optionen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gerade nicht viel in der Hand. Das ist schwierig, aber für Wege mit Gott auch hilfreich.

Wenn Gott dir sagt, jetzt folge mir, dann muss ich eine Entscheidung treffen – immer. Wenn Gott das in eine Zeit hinein spricht, in der alles entgegengesetzt zu laufen scheint, fordert es sehr heraus. Habe ich vielleicht falsch gehört? Funktioniert Gottes Idee überhaupt? Wer und wo überhaupt ist Gott?

Es ist so ein Punkt, wo du nicht anders kannst, als zu gehorchen, zu folgen und dann erlebst, dass deine Prophetien sich nicht zu erfüllen scheinen. Du schaust die Möbel an und denkst, wann endlich werden sie in meinem Café stehen? Wann endlich wird geschehen, was ich gehört habe?

Und dann scheint es noch schlimmer zu werden. Die ganze Welt steht Kopf. Grundsätzlich nicht der Augenblick, große Pläne zu schmieden. Aber tief innen spüren wir, wenn ich ihm weiter hinterher gehe, gerade jetzt in dieser Zeit, einfach nur hinhöre, hineinhöre – ich weiß, er ist souverän, wenn er entschlossen den Weg entlang geht, kann sich ihm niemand in den Weg stellen. Wie oft lesen wir in der Bibel Geschichten, wo Gott gewartet hat, lange gewartet hat, zugeschaut hat – und dann hat er plötzlich in die Geschichte eingegriffen. Massiv, so, dass die Menschen erkennen mussten, das ist ein Kairosmoment. Ein Moment der Geschichte Gottes. Diese Geschichte ist unabwendbar. Sie wird geschrieben werden. Es gibt souveräne Zeiten im Leben, in der Gott einfach übernimmt. Die Führung übernimmt.

Die Frage ist nicht: bist du für mich, sondern Gott fragt: bist du für mich. Wirst du meiner Leitung folgen? Es gibt diese Zeiten, wo Gott in die Geschichte eingreift. Entscheidend ist dann, wo stehe ich.

Und bin ich bereit wie Joshua, meine Sandalen von den Füßen zu zerren und vor dem auf die Knie zu gehen, der sagt, folge mir nun. Lass all dein Eigenes zurück – folge nur!

Und dabei geht es um die Furcht des Herrn. Um Gottesfurcht. Nicht die Furcht vor Gott, sondern Ehrfurcht – das Erkennen, wer ist Gott und wer bin ich.

Die Bibel lehrt uns, dass die verstärkte Gegenwart Gottes immer eine Furcht vor Gott im Menschen hervorruft. Im Umkehrschluß können wir also sagen, dass Gottesfurcht ein Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist.

Manuel Moldenhauer

Extremes Leben

Immer wieder höre und lese ich es in diesen Tagen: wir sind für eine Zeit wie diese geschaffen. Heute zeigt sich und bewährt sich, was in den letzten Jahren gewachsen ist in uns. In Krisen wird sichtbar, auf welchem Grund wir stehen. Höre und verstehe ich heute meine Berufung – Berufung, die vielleicht so anders ist, als alles was du bisher gedacht und erwartest hast. Die dich aus deiner Komfortzone herausholt. Die sich den Umständen heute anpasst.

Auch wenn wir momentan eher im Verborgenen leben – für mich ein Ort, den ich liebe; was diese Zeit der Verborgenheit für mich nicht so herausfordernd macht wie es für manch einen anderen jetzt ist. Und gleichzeitig erlebe ich diesen Ruf, heute, jetzt nicht still zu sein.

Und darin geschieht es dann, dass du zur größten Challenge deines momentanen Alltags herausgerufen wirst.

Als mein Buch im Herbst erschien, wurde ich von einer Gemeinde aus Rheinland-Pfalz gefragt, ob ich an diesem Wochenende im April zu einer Lesung kommen würde. Am Sonntagmorgen könnte ich dann in der Gemeinde auch noch predigen. Ich hatte zugesagt – und mich darauf gefreut.

Im Zuge von allen anderen Absagen für Zusammenkünfte, musste natürlich auch dieses Wochenende abgesagt werden. Und das war ok so, denn ich empfinde ganz stark diesen Blick auf das Andere, das Größere, das gerade geschieht. JA, wir müssen manches entbehren, auf manches verzichten, absagen – alles scheint so ganz anders zu sein wie geplant. Das kann traurig machen ( was auch ok ist ), aber es kann mich auch hinhören, hinschauen lassen auf das, was nun dran ist. Wo sehe ich die Hand Gottes, die Neues schafft, die wiederherstellt. Und die sich nicht auhalten lässt. Ich bin halt gefordert, meine Vorstellugen davon, wie das zu sein hat und sein kann, loszulassen.

Gott ist ein Gott, der aus Asche Schönheit hervorbringt, der Leben an Orte ruft, wo wir denken, es stirbt etwas – wenn das wirklich mein Glauben ist, dann habe ich große Hoffnung in meinem Herzen – über allen Schmerz hinaus.

Und so heißt es in diesen Tagen für mich, mich der Challenge zu stellen – meiner Herausforderung, denn ich hatte leichten Herzens zugesagt, dass ich ein Predigtvideo an die Gemeinde schicken kann.

Die Predigt war einfach, das Video die Herausforderung.

Dabei war nicht die Technik das Problem – sondern der Mensch. Also ich!

Stelle dir jemanden vor, der lieber telefoniert als zu skypen, der bei Zoom immer nur seinen Namen angibt, anstatt die Kamera einzuschalten (und dabei alle anderen bewundert, die da so selbstverständlich vor ihrer Kamera sitzen), jemand, der traditionelle Gemeindegruppenfotos nicht auf seiner Prioritätenliste hat und bei jedem zweiten Familienfoto die Person ist, die, während alle fröhlich in die Kamera schauen, den Blick in die Ferne schweifen lässt oder fragt, wo muss ich denn hinschauen. Das beschreibt ein bisschen meine Person.

Und nun stehe ich vor dieser Herausforderung – schaue 40 Minuten lang in die Kamera und rede, ohne die Menschen zu sehen, zu denen du sprichst. Es fühlt sich wie schauspielen an, ein weiteres Ding. was nicht zu meiner Leidenschaft zählt.

Aber es ist gerade das, wozu ich gerufen bin und ich fühle die Herausforderung darin und gleichzeitig die Ermutigung : fürchte dich nicht! sei mutig und stark! ich bin mit dir! – denn für solche Momente brauche ich diese Worte. Für Momente, wo ich entscheiden muss, unter welchem Blick ich stehe, unter welchen Blick ich mich stelle. Und dann treffe ich bewusst die Entscheidung – Jesus, du hast mich jetzt dorthin gestellt. Ich muss hier nicht performen, sondern einfach diesen Platz einnehmen, auf dem ER schon auf mich wartet. Und das hat für mich immer etwas mit Loslassen zu tun.

Meine Ängste und mein Denken darüber – und vor allem den Blick, das Denken anderer, loslassen.

Das, was für viele Normalität geworden ist, wurde für mich zu einer zwei Tage – (und Nächte) Ralley – aber ich weiß, es war nur der Start für weitere Glaubens – und Vertrauensschritte. Denn für die Berufungen Gottes brauche ich immer Vertrauen, Glauben in IHN.

Und das ist so gut! Denn dann erlebe ich IHN auch.

Und so lade ich heute ein – wenn du noch keinen OnlineGottesdienst dir für heute gesucht hast oder in den kommenden Tagen auf der Suche bist nach geistlicher Nahrung – vielleicht kann dir diese Predigt helfen, mit dem Herzen des Vaters verbunden zu werden. Die Liebe und Leidenschaft des Vaters für dich zu entdecken, zu glauben, so dass du dich selbst auf die Suche machst nach dem Ort, an dem ER auf dich wartet – dort im Verborgenen!

Denn – so wunderbar all die Dinge sind, mit denen wir zur Zeit online versorgt werden – der beste Ort, der mit Mehrwert, ist immer noch der deiner persönlichen Begegnung mit Gott!

Sei gesegnet!

Hier der Link zur Predigt

https://www.dropbox.com/s/r4gmth0iy9pslyt/YouCut_20200422_115419723.mp4?dl=0

Gedanken einer Mutter

Kennst du das – du sitzt da, wartest, und plötzlich läuft vor deinen inneren Augen ein Film ab. in meinem Fall heute morgen ausgelöst durch ein Wort auf das ich sties, als ich meine Bibel aufschlug.

Vor einigen Tagen war mir ein Losungskärtchen von vor 10 Jahren in die Hand gefallen. Es hatte mich so sehr bewegt und etwas in meinem Herzen angesprochen, da es an einem Geburtstag meines sohnes vor vielen Jahren war und mich das Wort in dem Zusammenhang schon vor Jahren sehr angesprochen hatte.

Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der Herr.

Jer 31.16

Ja, das hat Gott damals zu seinem Volk gesprochen – als ich es eines Tages las, fiel es aber auch genau in meine Umstände und mein Herz. Das geschieht, wenn Gott uns ein ganz persönliches Wort geben möchte, etwas, das jetzt Gültigkeit bekommen soll.

In dem Wissen, sie immer wieder verabschieden zu müssen, war aber auch eine große Freude darüber, welchen Weg Gott mit den beiden geht.

Und Gott hatte mir damals zugesagt, meine Trauer in Freude zu verwandeln, und das geschah auch. Ich habe erlebt, wie meine Trauer über den Ozean hinweg in Freude verwandelt wurde.

Heute sehe ich uns in Nürnberg am Flughafen stehen und Manu und Abi verabschieden. Sie waren auf dem Weg nach Mexiko, wir wussten nicht, wann wir sie würden wiedersehen, wo sie die Jahre verbringen würden – meine Tränen füllten den Boden des Terminals.

Das wort in Jeremia geht weiter:

Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren.

Jer 31.32

Wenn ich sie heute morgen vor mir sehe, die Zeit, die seitdem vergangen ist, dann staune ich über die Wege Gottes. Gott selber hat sie zurück gebracht, hat sie über alles Verstehen hinaus nach Spanien gesandt. Gerade heute bin ich so sehr dankbar dafür – es fühlt sich so nahe an. Es liegt kein Ozean mehr zwischen uns.

Ich staune über das, was Gott in ihrem Leben tut und empfinde – so, wie die Welt momentan so ruhig geworden zu sein scheint, unser Leben zum Teil äußerlich ruhig gestellt wurde – gleichzeitig geschieht es, dass Gott Stimmen seines Volkes erhebt.

Manu und Abi sitzen buchstäblich seit 5 Wochen (schon länger als wir hier in Deutschland) in ihrer wenig Quadratmeter großen Wohnung.

Manuel war gerade einen Tag bevor die spanische Ausgangssperre ausgerufen wurde, von Kolumbien zurückgekehrt, kam vom Flughafen in Madrid zurück in die kleine Wohnung mitten in der Stadt – in diesen Tagen erfahren sie, dass die Ausgangsspeere in Madrid noch einmal um zwei Wochen verlängert wird.

Seit Wochen ist das Highlight an Bewegugsfreiheit  der Spaziergang zum kleinen Supermarkt am Ende der Straße – am besten scheint es zu sein, wegen jeder Banane einen extra Gang zu tätigen und natürlich alleine. Die Schritte so langsam wie möglich, um die Luft, die Freiheit auf der von hohen Häusern umgebenen Straße zu genießen.

Die beiden lieben die Natur. Sie lieben die Bewegung. Sie lieben es, sich auszupowern – am liebsten am Felsen. die Herausforderung beim Klettern. Sie lieben es, in die Parks, in die Straßen zu gehen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen von Jesus zu erzählen, für sie zu beten.

Und sie lieben Gott. Sie lieben seine Gegenwart. Und dort verbringen sie viel Zeit, nun noch mehr, wo sie doch seit Wochen in ihrer kleinen Wohnung sitzen. Diese Wohnung die lichtdurchflutet ist. Als wir vergangenen Sommer bei ihnen waren, mit ihnen Holz einkaufen gingen, Möbel bauten, freute ich mich so sehr darüber, dass diese Wohnung so viel Licht hatte, weil sie auf zwei gegenüber liegenden Seiten hin geöffnet ist – durchflutet von Licht.

In diesen Tagen denke ich sehr an die Beiden (vor allem, wenn ich an den Luxus denke, in dem ich trotz aller Einschränkung sein kann – ich kann immer noch jederzeit in den Garten oder am Fluss, im Wald, im Dorf spazieren gehen oder joggen). Gleichzeitig staune ich immer wieder darüber, wie sie diese herausfordernde Zeit jetzt erleben, nutzen und wie Gott sie hervorbringt.

Sie sind nicht leise geworden, dort eingeschlossen. Nein, vielmerh, Gott erhebt gerade in dieser Zeit ihre Stimme – und das nicht nur in den Straßen Madrids, sondern darüber hinaus. So konnten sie die vergangenen Wochen vieles tun, wozu sie vorher nie kamen – und sie haben es getan. Videobotschaften der Hoffnung, der Zuversicht verbreitet – Botschaften voll Kraft. 24/7 burn, europaweit leiteten sie eine Lobpreis – und Fürbittestunde, sprechen in ihrer Kaleo-Gemeinde – Gott lässt ihre Stimme nicht verstummen, sondern gerade in dieser Zeit laut und gewichtig werden.

Ich liebe es, wie Gott in unserem Leben ist und sein will.

Die Verborgenheit macht uns sprachfähig. Heute erleben wir mehr denn je, dass die Menschen, die aus der Verborgenheit kommen, sich in der Verborgenheit zurüsten lassen, Worte mitbringen, die Hoffnung geben, die ausrichten – die wirkliches Leben in sich tragen, weil sie das Leben, die Kraft und den Geist Gottes in sich tragen. Weil sie von seinem Geist ausgerüstet, gefüllt sind. Buchstäblich abgefüllt bis über den Rand, damit es überfließen, hinfließen kann zu denen, die durstig sind.

Gott ist unser Versorger, innerlich und äußerlich – in Madrid genauso wie auch hier oder sonstwo auf der Welt – wenn wir ihn das auch sein lassen. Ihm den Raum dafür geben.

So können wir staunen über das was geschehen kann.

Vertrauen

Das hörende Herz erwidert die Liebe Gottes!

Martin Schleske

In diesen Tagen gehen wir auf Ostern zu.

Vermutlich mit sehr unterschiedlichen Gefühlen und gleichzeitig haben wir alle dasselbe Gepäck dabei: Umgang und Leben mit einem Virus, der die Welt zu beherrschen scheint.

An einem frühen Morgen habe ich Gott gefragt: Was ist in deinem Herzen, Vater?

Zeig uns dein Herz in diesen Tagen.

Schau auf Golgatha – war die Antwort. Ich habe euch zuerst geliebt und sehne mich nach einer Antwort.

Gott ist ein Gott mit Sehnsucht im Herzen.

Er sehnt sich nach dir. Er wirbt um dein Herz. Und er hat es bereits mit Golgatha getan.

Nur wenige Zeit, bevor Jesus ans Kreuz ging, sagte er den Menschen dies Wort:

Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!

Joh 7.37

Und dann erleben die Jünger den schrecklichsten Tag ihres Lebens – ein Tag von Verlust, Enttäuschung, tiefster Trauer und Verlassenheit. Tiefe Zerbrochenheit aller Träume, die Krise ihres Lebens. Alles umsonst, alles verloren.

Was bedeuten da noch die Worte Jesu?

Woran konnten sie sich festhalten?

Aller Hoffnung beraubt gingen sie in die Isolation, an einen Ort, wo sie sich in ihrer Furcht vor den Juden versammelten.

Auf dem Ölberg hatte Jesus den Jüngern gesagt, sie sollten wachen und beten, doch sie fielen in den Schlaf und waren später tatsächlich nicht bereit für das, was ihnen begegnete.

In einer Übersetzung heißt es, sie waren schlafend vor Traurigkeit.

Manchmal fühlen wir uns wie betäubt von Traurigkeit, Schmerz, Enttäuschung. Es ist ein Kampf, ein Ringen, nicht schläfrig zu werden. Im Gebet, in der Begegnung mit Gott zu bleiben. Aber genau das ist die Zeit, wo wir es so sehr brauchen.

Jesus hat es uns vorgemacht. Er wusste, in Kürze würde er für einen Moment tatsächlich von Gott verlassen sein. Die Sünde der Welt, meine Sünde, würde auf ihm liegen und das würde gleichzeitig bedeuten, dass Gott sich zurückziehen würde von ihm.

Das kostete Jesus über den unsagbaren Schmerz am Kreuz hinaus, auch einen Gebetskampf, von dem es heißt, dass sein Schweiß wie Blutstropfen zur Erde fiel.

Jesus, der die innigste Nähe zum Vater kannte und darin lebte, wusste um den Schmerz darüber, nicht mehr dort sein zu können.

In diesen Tagen kommt mir immer wieder dieses Wort in den Sinn – wache und bete!

Und während ich ringe, ringe um die Aufstehzeit mitten in der Nacht, ringe um meine Kraft dann durch den Tag zu kommen, weiß ich zutiefst, um meine Berufung heute darin.

Wir sind an vielen Stellen schläfrig geworden. Die Umstände, Bequemheit, Enttäuschung, Schmerz, Bitterkeit und Zweifel haben uns schläfrig gemacht. Manch einer von uns ist in seiner Traurigkeit eingeschlafen.

Aber Krisenzeiten sind genau die Zeiten, in denen wir etwas lernen, die uns formen, die Wachstum hervorbringen, Veränderung.

Krisen, Wüste sind Orte, an die wir nicht freiwillig gehen. Die Israeliten haben fiel Zeit in der Wüste verbracht, viel Zeit mit Aufbegehren und Murren.

Sei weise in Wüstenzeiten, d.h es ist gut, zu wissen, woher bekomme ich Wasser, wo habe ich einen Ort, wo ich mich bergen kann, wo finde ich Nahrung und welches Feuer hält mich warm. Enttäuschung kann jedes Feuer erlischen. Sie kann den Blick auf die Treue Gottes versperren. Jesus hatte aufgefordert, dass die die durstig sind, zu ihm kommen sollten. Und kurz darauf war er nicht mehr da. Was macht das mit uns, wenn unsere Hoffnung gestorben ist?

Und dennoch – nach der Dunkelheit kam das Licht, nach dem Tod kam die Auferstehung. Die versprochene Quelle lebensspendenden Wassers, fortwährender Versorgung kam bald danach durch den Heiligen Geist.

Ja, manchmal müssen wir eine Strecke zurück legen in der Wüste, vor allem sehen wir selten, wie lange es dauern wird, doch eines ist gewiss – Gott ist vorher, während und nachher derselbe. Er verändert sich nicht – unabhängig von meinen Gefühlen, unabhängig von meinen Umständen.

Es kostet etwas, an ihm fest zu halten – es kostet Vertrauen, dein Herz anvertrauen.

Doch genau das ist es, was dich verwurzelt, was dir hilft, deine Wurzeln tiefer zu graben, damit du in den Stürmen des Lebens standhalten, damit du in den Wüstenzeiten des Lebens versorgt wirst.

Egal wie deine Umstände gerade sind – mein Gebet ist für dich, dass du Gott weiter vertraust, an ihm festhälst und dein Herz anvertraust – er ist der gute Vater!

Dein Vertrauen erwidert die Liebe des Vaters!

Friede Gottes

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.

Phil 4.7

Im Philipperbrief heißt es einen Vers vorher,

Sorgt euch um nichts,…

Keine Sorge in uns zu haben, ist in diesen Tagen eine Herausforderung.

Wenn es nicht um mich selber ist, dann um die, die nicht so geschützt leben können wie ich, die mehr um ihre Existenz bangen müssen, die …

Es gibt wirklich genug Grund, sich zu sorgen. Wir sehen, wir haben das Leben, wir haben die Welt doch nicht so in unserer Hand, wie wir vielleicht dachten.

Das zu erkennen, ist besorgniserregend und gleichsam sehr heilsam.

Die Welt ist zu einem Krisenherd geworden. Das Leben auf dieser Welt ist unsicher geworden. Plötzlich empfinden wir uns verbunden mit der gesamten Welt, denn es sind nicht mehr nur einige, die gerade etwas intensiv erleben, plötzlich ist es die gesamte Welt, die gleiches Erleben teilt. Und obwohl Schrecken darin liegt verbindet es uns auch. In unserer momentanen Isolation sind wir gleichsam weltweit verbunden.

Es heißt momentan, dass die Gefahr der Epidemie der Angst fast größer ist, als der Virus selbst. Was Angst macht mit uns, sehen wir jeden Tag in den Medien.

Und dahinein heißt es in der Bibel, dass unsere Herzen und unsere Gedanken bewahrt werden durch den Frieden Gottes.

Der Friede, der höher als unser Denken, als unser Verstehen ist.

Ein Friede, der sich abhebt von den Nachrichten, den Prognosen, allem menschlichen Erkennen.

Dieser Friede ist eine Person – es ist Jesus selbst, der Friedefürst.

Wenn ich auf ihn schaue, an ihm festhalte, erlebe ich diesen Frieden. Es ist keine Theorie, kein Wunschdenken.

Gestern morgen hatten wir Sorge, ja sogar Angst um unsere Mutter. Sie war seit über einem Tag telefonisch nicht mehr erreichbar (trotz der von uns verordneten Ausgangssperre). Wir wussten nicht, warum sie nicht auf unsere Anrufe reagierte und große Sorge wollte sich ausbreiten. In dieser Zeit des Wartens, Hilfe suchens, erlebte ich diesen Frieden ganz praktisch. Es war nicht ein Wegschieben von Tatsachen oder ein Schönreden – die Unsicherheit um das Leben meiner Mutter war ganz real. Aber genauso real war der Friede, den ich in Jesus haben durfte.

Und die Freude, als ein Nachbar feststellte, dass ihr Telefon auf stumm gestellt war.

In diesen Tagen wird immer wieder der Zukunftsforscher Matthias Horx zitiert.

Mich hat sein Artikel über die Zeit nach Corona begeistert.

Er redet davon, dass es als Gegenstück der Prognose die Regnose gibt. Ein Zurückschauen von einem Ort der Zukunft auf heute. Was wird wie geschehen sein, geworden sein.

Und dann beschreibt er, wie sich das, was wir heute schon als positive Veränderung unserer momentanen Lebensstile erleben, fortgesetzt hat, was daraus geworden ist.

Es ist das, was ich auch sehe und woran ich festhalten möchte.

Ich wüsche mir, für mich selbst, dass das was sich momentan verlangsamt, vereinfacht, erhalten bleibt, ja noch mehr wird, auch wenn die Krise eines Tages überstanden sein wird.

Und ich wünsche mir das nicht nur für mich, sondern für die Menschheit. Dass wir lernen aus diesen Tagen. Dass wir das Gute daraus weiter mitnehmen.

Und gleichzeitig höre ich um mich herum die Stimmen die sagen, niemals wird das gelingen, die Menschheit lernt nicht aus ihren Fehlern.

Das ist der Punkt, wo mir entweder die Hoffnung geraubt wird oder ich daran festhalte und damit vor Gott komme. Dort, an seinem Herzen schaue ich hin, höre ich hin, verbinde ich mich mit seinen Gedanken, seinem Herzen.

Und dort erkenne ich, das, was dieser Zukunftsforscher tut, ist, sich an den Ort zu stellen, wo Gott steht, von wo aus Gott Hoffnung, Zukunftsglaube, Freude in unser Leben hinein spricht.

Prophetie ist letztendlich, dass Gott aus einem Ort in der Zukunft heraus spricht in unser Heute hinein. Er sieht, er spricht, was dort sein kann, soll, wird.

Das ist Prophetie die zur Ermutigug, Auferbauung ist. Sie sät Hoffnung in mein Herz. Lässt Glauben wachsen, lässt mich festhalten. Von diesem Ort aus bete ich, kann ich Hoffnung bringen zu Menschen. Und so will ich weiter daran festhalten, dass wir gerade in einem historischen Moment leben, ein Moment, der meine Geschichte und die der Menschheit verändern kann. Ein Momemt, der zu einem Reset wird – wir haben die Chance, manches noch einmal neu, besser zu leben. Unsere Prioritäten ordnen zu lassen.

Lasst uns hinhören, was Gott heute sagt. Was er in unser Heute hinein spricht.

Unsere Geschichte, die Geschichte dieser Welt hat begonnen, weil Gott gesprochen hat. Seine Worte sind Kreativität. Sie rufen das Leben hervor. Sie rufen Neues hervor. Schönheit.

Ich werde ihn weiterhin aufsuchen – den Ort, wo Gott spricht!

Wo ich das Gute über das Leben höre. Frieden, Heilung, Trost, Zuversicht, Hoffnung.

Sein Friede, ER selbst, sei mit dir!

Save and Secure

When you sit enthroned under the shadow of Shaddai, you are hidden in the stregth of God Most High. He´s the hope that holds me and the Stronghold to shelter me, the only God for me, and my great confidence.

Psalm 91. 1+2

Schau auf Jesus! Komm mit deiner Not zu ihm!

Das stand am Ende meines letzten Bloges.

Wie sehr brauchen wir das heute.

Ich will dich heute ermutigen. Ermutigen, weil wir in einer Zeit sind, die so wohl keiner erwartet hatte und uns sehr herausfordert. In unserem Land ist es eigentlich nicht möglich, die Augen davor zu verschließen.

Das Erleben um den Virus fordert heraus, von sich weg zu schauen, nicht nur das eigene Leben zu sehen, sondern zu sehen, wie es eingebunden und abhängig ist von dem großen Ganzen. Von der Geschichte Gottes mit uns Menschen.

Wir sind heute nicht nur für uns verantwortlich, sondern gerade auch für die, die um uns sind. Und das umspannt die ganze Welt.

Bill Johnson sagt,

manchmal ist es dunkel, weil ER so nahe ist. Die Dunkelheit ist das Zeugnis seiner Nähe.

Diese Hoffnung haben wir heute, wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, im Schatten des Allmächtigen, der ist IHM ganz nahe. Du bist zugedeckt von seinen Flügeln, er ist deine Burg, deine Zuflucht. Dein Schutz.

Ich habe Hoffnung, nicht weil ich die Augen schließe, aber ich suche sehr gezielt aus, mit was ich mich versorge. was ich in meine Gedanken und in mein Herz lasse.

Diesen Schutz brauche ich, um meine Seele führen zu können. Ich brauche es, dass der Input von Gottes Wort größer ist, als Information über die Situation. Was mich ausgerichtet hält, sind die Verheißungen Gottes.

Und – es ist schwer zu erklären angesichts der Umstände. Ohne die große Not wegreden zu wollen, in denen heute auch Menschen stehen, ohne die Sorge, die sich auch in mein Herz schleichen will, klein zu reden – aber über all dem empfinde ich eine tiefe Ruhe, einen Frieden über dieser Welt.

Freude ist darüber in meinem Herzen, weil ich zutiefst glaube, dass die Stimme Gottes über dieser Welt ist, dass ER seine Kinder nach Hause ruft. Kommt zurück zu mir, an mein Herz, in meine Versorgung.

Jetzt, wo all unser Planen zutiefst gestört wurde, wir in unserem Rennen ausgebremst sind, wo wir buchstäblich zurückbeordert werden in die Verborgenheit – hier ist unsere große Chance. Hier kannst du IHN finden, denn hier wartet er auf dich.

Zutiefst empfinde ich die Not von Menschen, die nun ausgebremst sind, wo Familien begrenzt sind auf kleine Räume, Wege finden müssen, um dies zu gestalten – viele Tränen weine ich über diese Situationen, bete um Hoffnung und Vertrauen und verspüre gleichzeitig, die Sehnsucht und Liebe Gottes:

Kommt zu mir!

Seid still und erkennt, dass ich Gott bin!

Psalm 46.11

Es ist mein inniges Gebet, dass wir nicht mehr von IHM davonlaufen. Dass wir hinschauen, hinschauen, uns rufen lassen und Antwort geben.

Welche Hoffnung hast du heute sonst, wenn nicht in IHM!

Es sind in den vergangenen Wochen wunderbare Lieder geschrieben und veröffentlich worden. Lieder die geschrieben wurden für diese Zeit ohne bereits von dieser Zeit zu wissen.

Und nun haben sie eine große Relevanz, trösten, sprechen von Verheißung, lassen hinschauen auf Gott, auf den, der ALLES in Händen hält – gerade jetzt! Umgib dich mit diesen Verheißungen, mit Zuversicht, Vertrauen.

ER wird Schönheit aus Asche hervorbringen. Vor 1 1/2 Jahren habe ich in Californien gesehen, wie in einem völlig abgebrannten Gebiet, der Brand lag gerade 4 Wochen zurück, helles Grün neben den verbrannten Zweigen hervorbrach und heranwuchs.

Siehe, ich wirke Neues, jetzt sprosst es hervor!

Jes 43.19

Siehe, das spricht davon, schaue hin, achte darauf, richte dich auf das Wachsen, auf das Leben aus – gerade jetzt, wo du auch viel auf Zerstörung schauen kannst. Fülle dein Herz mit der Hoffnung, der Zuversicht und der Kraft vom Himmel!

Sei getrost!

Sehnsucht

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden.

Debora Sommer

Wenn bei einer Lesung die Frage aufkommt nach dem ´Wie´.

Wie kommt man in die Innigkeit, in diese Intimität mit Gott? Was hat dich dorthin gebracht?

Meine Antwort war damals: Sehnsucht!

Die Sehnsucht hatte mich dorthin gebracht. Meine Sehnsucht nach mehr von Gott.

Meine Sehnsucht nach Unmittelbarkeit mit Gott.

Meine Sehnsucht danach, dass Gott mit mir wie mit einem Freund spricht. Von Angesicht zu Angesicht.

Im ´Weiten Land´ schrieb ich dann davon, dass Gottes Sehnsucht nach Freundschaft und Intimität wie ein Wind über diese Erde weht und uns hungrig macht, ihn zu finden.

In einem meiner Lieblingsverse der Bibel heißt es,

denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.

2 Chr 16.9

Dort wo Gottes Sehnsucht und meine Sehnsucht aufeinander treffen ist der Ort der Innigkeit, der Intimität. Dort ist der Ort, wo mein Herz zur Ruhe kommen kann, weil es Ruhe findet in ihm.

Das ist der Ort, um den David bittet.

Eines erbitte ich von dem Herrn, nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Hause des Herrn mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und ihn zu suchen in seinem Tempel.

Ps 27.4

Heute Morgen lese ich nun in dem neuen Buch von Debora Sommer ´Im Herzen ist Raum für mehr´, Sehnsucht als Lebenskraft entdecken:

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden!

Debora Sommer

Ja, das ist soooo wahr!

Unsere Sehnsucht hat Kraft, so viel Kraft – doch es ist immer die Frage, wohin lenken wir sie, wohin lassen wir uns ziehen. Und kann sie dort auf Gottes Sehnsucht treffen.

Manchmal fühlt es sich an wie Hunger, wie Durst. So sprechen wir auch davon, dass wir Hunger oder Durst haben nach Gott.

Und die Antwort Gottes darauf ist Jesus, der sagt, ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das lebendige Wasser.

Und wenn du dorthin kommst, wird dein Durst gestillt, dein Hunger gesättigt werde, dann wirst du selbst zu einer Quelle für andere.

The strength of my life is my affection für Him.

Bill Johnson

Schaue auf Jesus!

Komme mit deinem Hunger, deinem Durst, deiner Not zu IHM.

Dort bist du gesegnet! Und dort wird deine Sehnsucht gestillt werden in der intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott!

Gottes Geschichte

Die Geschichte Gottes mit den Menschen, mit Abraham, Mose, Elia, Johannes – und nun heute mit dir, mit mir – ich liebe sie.

Mir sind diese Geschichten seit meiner frühesten Kindheit vertraut. Manchmal, wenn ich in der Bibel lese, höre ich noch die Stimme des Erzählers aus meinen Kindertagen. Während sie vor meinem inneren Auge wie ein Film abläufen, während ich darüber nachdenke, bewegt es mich sehr – du und ich, wir sind ein Teil dieser Geschichte.

Die Apostelgeschichte hat nicht aufgehört. Wir schreiben sie heute weiter. Wir sind ein Teil davon.

Und über allem steht Gottes unendliche Liebe.

Ich sehe das AT, die Menschen, einzelne und dann das erwählte Volk Israel – und sehe Liebe.

Dann gehen wir mit Jesus durch das NT – Liebe fließt zu den Menschen, die Güte des Vaters wird bei jedem seiner Schritte, seiner Worte sichtbar.

Schließlich fließt sie vom Kreuz zu uns. Der Vorhang zerriss. Es war vollbracht. Es ist vollbracht. Der Stein wurde weggerollt. Darin dürfen wir heute leben.

Von dort aus lebten die Apostel die Geschichte Gottes mit den Menschen weiter. Jesus lies sie zurück mit einer Verheißung und einem Auftrag:

Ich bin bei euch alle Tage…

Gehet hin in alle Welt….

Wenn ich von dort aus nun auf mein Leben schaue, was empfinde ich dann? Wie sieht das aus? Oft erscheint mir mein Leben klein, sehr klein, manchmal auch unbedeutend. Ich selbst mache mein Leben oft klein, eng, unbedeutend, indem ich es durch meine Vorstellungen, meine Erfahrungen begrenze.

Heute möchte ich uns herausrufen aus unserer Enge, unseren Boxen, unseren Verstecken, unseren Erfahrungen, vielleicht Hoffnungslosigkeit, Verzagen.

Ich habe die vergangenen Jahre erlebt und mehr und mehr glauben gelernt, dass Gottes Gedanken so anders sind über mir, als meine eigenen Gedanken.

Voller Freude frohlockt er über dich, in seiner Liebe schweigt er, mit Begeisterung jubelt er über dich.  

Zeph 3.17

Kennst du diesen Gott, der über dich frohlockt, der jubelt, wenn sein Blick über die Erde schweift und sich auf dich richtet?

Der durch das Hl 2.14 spricht:

Ich genieße deinen Anblick, deine Stimme…

Die Passiontranslation übersetzt diesen Vers ganz wunderbar:

How beautiful your eyes of worship and lovely your voice in prayer.

Wenn sein Blick über diese Wet schweift – Gott liebt es, dich dabei zu entdecken. Seine Augen bleiben an dir hängen. Er liebt deine Stimme, jedesmal wenn du sie vor ihm erhebst – in Anbetung genauso wie im Schmerz.

Ich glaube, wir haben zur Zeit nichts nötiger, als unser Bild über Gott immer wieder zu hinterfragen. Gott zu fragen, wie bist du eigentlich? Wie siehst du mich?

Offenbare dich mir. Ich will mehr von dir sehen, hören.

Und dabei geht es mehr darum, dass wir seine Gegenwart erleben, als dass wir weiter Informationen über Gott sammeln. Das, was in der Bibel steht über Gott, muss sich in meinem Leben bezeugen. Ich bin nicht mehr zufrieden damit, dass ich Dinge weiß und versuche zu glauben, aber es nicht sichtbar, erlebbar wird.

Die Jünger aus der Apostelgeschichte die hatten die Apostelgeschichte noch nicht, die hatten das Neue Testament noch nicht, sie mussten herausfinden, wie die Dinge funktionieren. Und plötzlich entdeckt Petrus am Pfingsttag, wow, das, was wir gerade erleben ist das, was in Joel geschrieben steht.

Davon können wir lernen. Wir schauen mit dem, was wir erleben, was wir meinen zu erfahren, zu sehen, in die Bibel und können dort feststellen, ja, das kommt von Gott, denn dort steht es geschrieben.

Oder es kommt von Gott, denn so ist Gott. Aber dazu müssen wir ihn kennen. Seine Art, sein Wesen. Er ist nicht wie…

Wir müssen wissen, er ist Liebe.

Er ist das lebendige Wasser.

Er ist der Gott, der sieht, der hört.

Die Wahrheit.

Der Weg.

Er ist Güte.

Freude.

Friede.

Wenn du etwas Gutes suchst, wenn du Leben suchst – du findest es in Gott.

Sei gesegnet!

Bewässerter Garten

Wenn du dich fühlst, wie auf diesem Bild, aber das Wort bekommst

… du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt …

Jes 58.11

dann musst du eine Entscheidung treffen: glaube ich meinen Gefühlen oder dem Wort Gottes?

In meinem Fall hatte ich vor ein paar Wochen im Hinblick auf eine Predigt die vor mir lag, Gott um ein frisches Wort gebeten, das zu einem Zeugnis für IHN sein sollte. Ich hatte das Gebet dann tatsächlich in den Vorbereitungen vergessen, bis ich Sonntagmorgen vor der Predigt diesen Vers von einer Freundin geschickt bekam – und gleichzeitig fühlte ich mich völlig ermattet, war am kränkelnd. Ich hatte die Nacht sehr schlecht geschlafen.

Da erinnerte der Heilige Geist mich an mein Gebet und sagte mir,dass das nun die Antwort sei und ich nahm es – im Glauben, denn weder fühlte ich mich in diesem Moment besser noch sah ich Besserung kommen. Ich nahm es eher als eine Zusage, mittendrin, durch meine Schwachheit hindurch, aus meiner Wüste heraus sollte Wasser fließen, weil es direkt von ihm kam.

Es war wunderbar, es an diesem Morgen so bezeugen zu dürfen und dann auch zu erleben. Anschließend lag ich eine Woche lang krank im Bett – ich möchte nicht sagen, das war ok, aber kann bezeugen, dass es mir zum Guten diente.

Zum neuen Jahr bekam jeder in der Gemeinde eine persönliche Jahreslosung, die ich, um ehrlich zu sein, etwas unbeteiligt zog. So ist es, wenn wir nicht zu jeder Zeit mit Gottes persönlichem Reden rechnen – es kann auch an uns vorbeigehen.

Doch mich traf es eher wie ein Schlag, weil ich mich noch so sehr daran erinnerte – es war genau das Wort aus Jesaja. Auch in diesen Tagen fühlte ich mich alles andere als überfließend. Doch mein Herz war voll Dank für diese Zusage über dem neuen Jahr und die Erinnerung, es wird nicht so sein, weil ich mich so fühle, sondern weil ER es verheißen hat.

Nun liege ich wieder einige Tage krank im Bett und mein Blick schweift durch das Schlafzimmern zu einem Schild, dass ich mir vergangenes Jahr gekauft hatte.

… es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde …

Jes 35.6

Ja, ich will das glauben.

Auch glauben, wenn ich in alle Wüstenbereiche meines Lebens schaue, wenn ich das Gefühl habe, die meisten Menschen um mich herum stehen gerade in der Wüste – ich will an SEINER Verheißung festhalten. Sein Wort ist die immer gültige Wahrheit. Und es heißt, keines seiner Worte wird zu Boden fallen oder verloren gehen.

Ja, mein Körper ist heute schwach, matt und schmerzt, aber meine Seele ist gefüllt mit Gottes gutem Wort. Das ist meine Freude und meine Zuversicht.

Gerade fällt mein Blick auf das Wort

faith moves mountains

Jesus

Vielleicht ist manchmal der größte Berg der bewegt werden muss, mein eigenes Herz, der Berg in meinem Herzen. Es ist mein Vertrauen, das diesen Berg bewegen kann, um Jesus Platz zu machen.

Glaube

So kommt der Glaube durch das Hören, und das Hören durch das Wort Gottes.   Rö 10.17

Im Urtext der Bibel gibt es zwei unterschiedliche Begriffe für ´Wort´.

Es ist einmal Logos und meint damit das unwandelbare Wort Gottes das schon immer existiert hat, schon vor Beginn der Weltenzeit und bis in alle Ewigkeit.

Nichts kann dieses Wort beeinflussen oder ändern.

Im Gegensatz dazu steht ´Rhema´für sprechen. Es bezeichnet speziell ein Wort, das gesprochen wird – also etwas, was in Raum und Zeit geschieht.

So ist auch die Bedeutung des Wortes, das Paulus im Römerbrief meint.

Hören kann ich nur Gesprochenes, d.h. der Glaube kann kommen durch das Wort, das Gott jetzt in einer bestimmten Zeit zu dir gesprochen hat. Ganz persönlich, jetzt für diese Zeit, diesen Tag, dein Leben gesprochen und gemeint.

Genauso spricht Jesus von diesem Wort, als er dem Teufel in der Wüste entgegensetzt:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort das durch den Mund Gottes geht. 

Mt 4.4

Erlebe, höre ich dieses tägliche Wort, das er zu mir spricht?

Von dem mir verheißen ist, dass ich davon leben kann?

Derek Prince, ein alter, inzwischen verstorbener Bibellehrer, hat es so beschrieben, dass das Rhema-Wort Ewiges – logos – nimmt und in die Zeit bringt, es nimmt Himmlisches und bringt es zur Erde, es nimmt Mögliches und bringt es in die Wirklichkeit, es bringt von Allgemeinem in Bestimmtes.

Manchmal finden wir es in der Bibel, manchmal kommt es durch Menschen zu uns, manchmal schickt Gott einen Engel dafür.

Als David den Plan im Herzen trägt, Gott ein Haus zu bauen, erlebt er, wie Gott in seine Gedanken hinein, in seine Pläne hinein, anderes spricht.

Und David antwortet dann, nachdem er darüber nachgesonnen hatte – es heißt

… da, er ließ sich vor dem Herrn nieder – das Wort, das du über deinen Knecht und dein Haus geredet hast, werde wahr in Ewigkeit, und tu wie du geredet hast.

1 Chr 17.23

David hatte ein anderes Wort bekommen als in seinem Herzen gewesen war, der Prophet Nathan hatte es ihm mitgeteilt, er war verwirrt und setzte sich vor Gott nieder, d.h. er ging in die Stille, um Gott persönlich reden zu hören.

Und dort erfuhr er die Bestätigung dafür, was Nathan ihm überbracht hatte.

Was Gott gesprochen hatte war so gar nicht in der Gedankenwelt des David gewesen. Was soll es auch bedeuten, wenn Gott sagt, er werde dir ein Haus bauen.

Aber David stimmte ohne vollständiges Verstehen darin zu haben, damit überein.

2000 Jahre später geschieht es in der kleinen Stadt Nazareth einem jungen Mädchen.

Gabriel, der Engel von dem es heißt, er stehe normalerweise direkt vor dem Thron Gottes, war ausgesandt worden, diesem jüdischen Mädchen Maria ein Rhema-Wort zu bringen.

Es war ein persönliches Wort an Maria.

Unmittelbar an sie gerichtet, d.h. es enthielt in sich die Kraft, die in ihm liegende Verheißung zu erfüllen. Ihre Verwirklichung hing nur von der Antwort Marias ab.

Als Gabriel von Gottes Plan erzählt, endet er mit, Gott ist kein Ding unmöglich.

Im Urtext heißt es an dieser Stelle :

Kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein.

Lk 1.38

Jedes Wort trägt die Möglichkeit des Werdens in sich – wie ein Same.

Wenn wir das im Glauben ergreifen, treten wir durch unser Ja in ein neues Geschehen ein.

Kennst du das aus deinem Leben?

Gott hat ein frisches Wort in dein Leben hineingesprochen, du hast ja gesagt, es ist geworden.

Wenn du dein Leben mit Jesus gehst, dann ist das auf alle Fälle bei deiner Bekehrung so geschehen.

Dein JA zu Jesus hat deine Errettung frei gesetzt. Du bist nicht einfach errettet, weil Jesus am Kreuz dafür gestorben ist, denn Jesus geht nicht einfach über unseren Willen hinweg, damit Dinge in unserem Leben werden können. Die meisten Dinge brauchen unsere Einwilligung.

Ich liebe es, die Stimme Gottes zu hören. Ich sehne mich danach. Jeden Tag neu. Sein frisches Wort ist für mich wie Manna, das versorgt und erfrischt.

Und die Tage an denen ich nichts höre?

Da will ich da sein, verfügbar sein. Warten.

Mein Herz weich halten, damit ich empfänglich bleibe zu hören, wenn er spricht.