Vorankündigung 2.0

Diese Tage sind für mich sehr emotional.

Das liegt an der Jahreszeit und den Gefühlen, die damit für mich einhergehen.

Es liegt an den weltweiten Umständen, der vielen sicht- und hörbar werdenden Not.

Es liegt an der persönlichen Not einzelner Menschen, denen ich mich verbunden fühle.

Es liegt an dem, was in unseren persönlichen Alltag in diesen Tagen hineinstürmt.

Es liegt daran, dass ich meinen Sohn und Schwiegertochter schon so lange nicht mehr sehen konnte.

Es liegt daran, dass vergangene Woche mein Buch aus dem Lektorat kam, ich es bearbeitet habe, ein letztes Mal durchlas und dann an den Verlag zurückschickte; in Kürze werde ich es gedruckt in Händen halten.

Seitdem ich es im Lektorat wusste, habe ich nicht mehr hinein gelesen. Jetzt wieder darin einzutauchen hat mich überwätigt. Das mag befremdlich klingen, wenn jemand so über das eigene Geschriebene spricht, aber ich sehe so sehr Gottes Herz, Gottes Handschrift dort auf dem Papier, seine Gnade und Barmherzigkeit mit mir, mit uns Menschen – Hoffnung macht sich in meinem Herzen breit und das überwältigt mich!

Es hat mich , wie schon beim Weiten Land berührt, wie behutsam und weise die Lektorin mit meinem Geschriebenen umgegangen ist.

Und so bete ich nun, dass es dorthin gelangt, wo Herzen bereit sind dafür. Dass es Leben, dass es Menschen verändern wird. Dass es das tun wird, wozu es berufen ist.

Dies Buch soll helfen, sich tiefer auf Gott einzulassen, denn es ist Zeit, die Gegenwart Gottes zu suchen und uns unterbrechen zu lassen, hinzuhören, hinzuschauen und bei Ihm zu verweilen, bis ER Zugang findet in unser Herz, denn ER möchte uns mit Seinem Herzen verbinden und uns Anteil geben an SEINEN Gedanken und Gefühlen für die Menschen.

Es ist Zeit, uns von den brennenden Büschen, die nach unserer Aufmerksamkeit suchen, unterbrechen zu lassen. SEINE Stimme ruft uns heute genauso heraus, wie einst Abraham, Mose, Josua, Elia,…

Dies Buch erzählt davon, wie Gott in das Leben von Menschen tritt und sie in ein weites, neues Land, von ihren Umwegen zurück in ihre eigentliche Berufung bringt und sie lernen, dem zu vertrauen der sie führt und sich ihnen darin zu erkennen gibt.

Auf ihren Vertrauenswegen erkennen und erleben sie, dass Gott JAHWE ist, der Allmächtige.

Er ist der, der führt, der Wunder tut, der Seine Versprechen hält, der das Licht in der Dunkelheit ist.

Er ist wert, dass man Ihm vollkommen vertraut – denn Er ist der wirklich gute Vater!

Ich liebe Herzensbücher – damit meine ich nicht Romane, sondern Bücher, die am Herzen Gottes entstanden und vom Herzen Gottes her geschrieben sind. Ein solches Buch soll es sein.

Herzliche Buchempfehlung!

Sturm

Es war stürmisch – sehr stürmisch!

Die ganze Woche über hatte der Wetterbericht regnerisches und kaltes Wetter vorhergesagt.

Es war herausfordernd, für dennoch schönes Wetter zu glauben.

Wir waren trotzdem losgefahren und begannen nun in Sturm und Regen die Zelte aufzubauen.

Die ganze Nacht und den kommenden Tag über stürmte es weiter. Das Meer und der Wind in den Bäumen waren so laut, dass es alle anderen Geräusche auf dem Campingplatz übertönte. Man hörte wirklich nichts anderes, obwohl ja unter normalen Umständen gefühlt jeder Atemzug des Campingnachbarn zu hören ist.

Der Morgen war beeindruckend – die Wellen des Meeres schlugen laut gegen das Land, allmählich riss der Himmel auf und mächtige Wolkenfetzen waren zu sehen. Jeder blaue Himmelsfetzen brachte Hoffnung in mein Herz – nun ändert sich das Wetter.

Und so wurde es!

Eine Woche lang hatten wir wunderbares Campingwetter.

Die Lautstärke des Sturmes in der ersten Nacht hatte sehr herausgefordert und daran erinnert, dass der Frieden und Ruhe hat, der im Sturm schlafen kann.

Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen.

Mk 4.38

Jesus lag bei einer stürmischen Fahrt über den See Genezareth im Boot und schlief. Er konnte schlafen, weil der Sturm zwar um ihn, aber nicht in seinem Herzen war. Sein Herz war angesiedelt in himmlischer Atmosphäre. Es war angesiedelt in ein Vertrauen in den, der über dem Sturm ist. Deswegen konnte er seine Jünger fragen:

Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr keinen Glauben?

Mk 4.40

Habt ihr keinen Glauben in den, der größer ist als jeder Sturm?

Der Wind und Wetter gebietet und es wird.

Wenn ich so lebe, dann kann mich ein Sturm nicht zerstören. Er kann mich aufstören und bringt mein Boot in Fahrt. Doch es geht dabei nicht unter.

Dennoch fordern Stürme in dieser Lautstärke heraus. Sie fordern heraus, wenn nichts mehr anderes zu hören ist, genau hin zu hören, genau hinzuschauen – wo reißt der Himmel auf.

Wo bricht Licht durch die Wolkendecke.

Wo kann ich mein Vertrauen hinwenden? Mich festhalten, denn wenn ich nichts sehe, nichts höre, ist es allein mein Vertrauen das festhält.

Vertrauen in den Vater, der immer gut ist. Immer treu ist. Immer Liebe ist.

Und letztendlich war es die Gewissheit über seine Liebe, die mich hat glauben lassen, dass das Wetter gegen alle Prognose gut werden würde.

Nein, er wendet nicht jedes Wetter zu meinen Gunsten, aber manchmal da höre ich diese Stimme in meinem Herzen – ich mache es gut für dich. Einfach aus Liebe! – Und das lässt mich vertrauen in die Güte des Vaters.

Denn, ja, ein guter Vater will das tun!

Ich wünsche dir erleuchtete Augen des Herzens, die heute die Güte des Vaters sehen dürfen!

Es ist so gut, an ihm festzuhalten und das ganze Vertrauen auf ihn zu werfen.

Vorankündigung

DENN MEINE GEDANKEN SIND NICHT EURE GEDANKEN, UND EURE WEGE SIND NICHT MEINE WEGE…

Jes 55,8

Wie kann man davon erzählen, wenn das Herz übervoll ist –
wenn es gefüllt ist mit großer Freude und Dankbarkeit über das, was Gott hat werden lassen.

Wieder einmal hat er gesprochen, etwas verheißen, herausgerufen und es wurde.
Tiefe Dankbarkeit empfinde ich darüber, dass ich in diesen Tagen eine Zusage für mein zweites Buch bekommen habe.


Es war wieder ein Glaubensschritt, wurde geschrieben in den vergangenen drei Monaten des Rückzugs, hat hervorgebracht, was Gott in mich hineingelegt hat.


Als ich, nachdem ich das Weite Land geschrieben hatte und auf Rückmeldung vom Verlag wartete, eine Prophetie für mein Schreiben bekam, sagte man mir dazu, ich würde mehr schreiben.

Ich hatte darüber gelächelt und es zur Seite geschoben. Vor einigen Wochen ich den Eindruck, dass ich tatsächlich wieder beginnen solle, so holte ich dies Wort erneut hervor.
Nun habe ich zum zweiten Mal unaufgefordert ein Manuskript an den Verlag geschickt und eine Zusage bekommen.

Gott ist ein treuer Gott.

Wenn er spricht, darf ich ihm vertrauen.


Doch wie kann ich davon erzählen – wenn zur gleichen Zeit auch tiefe Traurigkeit in mir ist.
Es ist der Schmerz des Loslassens. Wenn irdisches Leben aufhört bedeutet es für Menschen, die zurück bleiben, tiefen Schmerz.


Gleichzeitig ist da diese Freude, da hat es jemand geschafft, ist am Ziel angekommen, über die Ziellinie gelaufen und nun zuhause – wirklich zuhause.
Schmerz und Leid haben keine Stimme mehr.


So vermischen sich meine Tränen mit einem Freudelächeln.


Es erinnert mich an die Geburt meiner Kinder – so nahe beieinander lagen Freude und Schmerz in diesem Loslassen in die Welt hinein.
Heute weiß ich mehr denn je, dass dies tiefe Empfinden von beidem mein Leben kostbar machen – auch der Schmerz, die Tränen, die mir zeigen, wieviel das Leben wert ist.
Deswegen kann ich heute nicht einfach nur von meiner Freude über mein zweites Buch erzählen.
Der Schmerz ist zu nahe, zu gegenwärtig, zu kostbar – weil er auch vom Wert des Lebens spricht. Leben das Ewigkeitswert hat.

Und er ist genauso Realität wie die Freude – die Vorfreude auf mein neues Buch!

Liebe

Heute Morgen hörte ich Lobpreis aus den USA. Der Lobpreis der jungen Lobpreisleiterin bewegt seit Monaten mein Herz. Diese junge Frau hat vor 8 Monaten morgens ihre kleine Tochter tot in ihrem Bettchen gefunden. Jedesmal wenn ich die Mutter im Lobpreis erlebe, bringt es einen tiefen Schmerz in mir hervor – es ist der Schmerz einer Mutter, die ihr Kind verloren hat.

Zuerst muss ich das Bewusstsein haben, ganz Gott zu gehören ; dann bekomme ich auch das Bewusstsein seiner Gegenwart.

Watchman Nee

Aber da ist noch mehr als Schmerz – es ist ganz viel Platz für Liebe. Und ich glaube, es ist die Liebe, die in ihrem Lobpreis zu sehen und zu erleben ist.

Die vergangenen Jahre habe ich immer wieder Bücher von Menschen gelesen oder es auch bei Menschen erlebt – es gibt ein beharrliches Festhalten im Schmerz. Und das ehre und wertschätze ich. Doch gleichzeitig hat es mich auch jedesmal geschmerzt, weil ich empfand, dass es wie aus einer Art Trotz entstand und ich konnte nicht genau sagen, warum dies so war.

Im Erleben dieser jungen Mutter sehe und erlebe ich etwas anderes. Für mich erlebt sie gerade den tiefsten Schmerz, den ich mir als Mutter vorstellen kann – und ich bin überzeugt, dass sie in diesen Monaten die schwierigsten Stunden ihres Lebens erlebt.

Doch – sie hält an Gott fest.

Sie hält sich an Gott fest.

Doch dieses Festhalten ist ein anderes Festhalten – es ist ein Festhalten aus Vertrauen und Liebe. Ein Festhalten, das von der Liebe und ihrem Vertrauen getragen ist.

Während ich den Eintruck habe, dass wir oft eher aus Trotz festhalten, der wie Rebellion aus unseren Herzen zu kommen scheint. Und das bringt dann gleichzeitig ganz viel Gefühle und Gedanken in uns hervor, die ständig miteinander streiten, in uns ringen und kämpfen. Fragen und Zweifel werden stark in uns. Dort ist das Gehaltensein sehr angegriffen und fragil. Und es lässt den Frieden vermissen, der uns vom Himmel her versprochen ist.

Kalley Heiligenthal stellt die Liebe Gottes nicht in Frage. Sie lässt nicht zu dass der Schmerz und der Verlust ihr Vertrauen erschüttern kann in die Liebe des himmlischen Vaters. Ihr Leben ist erschüttert – total erschüttert. Doch diese Liebe in der sie lebt ist unerschütterlich. Das ruft sie immer wieder kraftvoll heraus in ihrem Lobpreis.

Und so wird, während alles erschüttert wird, gleichzeitig das unerschütterliche sichtbar für sie – die Liebe Gottes!

Das ist der Glaube von dem wir in der Bibel lesen und im Leben so vieler Menschen sehen dürfen. Es ist das, wonach ich mich ausstrecke:

Vollkommen in der Liebe und damit dem vollen Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben – denn das hat die Kraft, mein Denken und mein Leben, Erleben zu verändern.

Spannung

Wir leben in zwei Wirklichkeiten, in denen es Widerstände gibt.

Wir erleben es in dieser Zeit weltweit, täglich ändern sich Aussagen, Umstände – es herrscht eine spürbare Spannung um uns herum und vermutlich auch in jedem ganz persönlichen Umfeld. Instinktiv wehren wir uns meistens gegen Spannungen, doch gleichzeitig ist Spannung gesund und nötig. Auch seelische Gesundheit zeichnet sich dadurch aus, dass wir Spannungen durch unterschiedliche Gedanken und Erfahrungen aushalten können. Ja, nicht nur aushalten können, sondern darin leben, sie gestalten und verantwortlich damit umgehen können.

Jesus spricht in der Bergpredigt von diesen Spannungen.

Das Himmelreich gehört denen, die geistlich arm sind.

Die Trauernden sind die Glückseligen, denn sie werden getröstet werden.

Die Sanftmütigen werden das Land erben – nicht die, die mit Härte kämpfen.

Die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, werden satt werden.

Abraham lebte in der ständigen Spannung zwischen dem, was ihm verheißen worden war und dem, was er sah und erlebte. Doch durch sein Leben können wir sehen, was werden kann, wenn wir uns der Spannung des Glaubens stellen.

Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

Rö 4.3

Später spricht Paulus darüber, dass genau das auch für uns gilt. Dass es ihm, Abraham, als Gerechtigkeit angerechnet wird, steht nicht allein um seinetwilen, sondern auch um unsertwillen.

In prophetischen Umfeldern spüren wir die Spannung, die dort herrscht zwischen dem Sichtbaren und dem Verheißenen. Es ist diese Spannung zwischen Prophetie und Gegenwart. Es braucht ein Fundament und es braucht Weisheit, um diese Spannung, die Prophetie mit sich bringt, zu verwalten. Ich möchte das lernen und mich durch diese Spannung oder gar Angst nicht davor zurückhalten lassen. Ich möchte in dem leben, was die Bibel verheißt und lehrt – auch dort, wo es sehr herausfordernd ist.

Weisheit lehrt uns aber auch: Wenn Gott durch uns und in uns alles neu machen will, dann sollten wir erwarten, dass seine Verheißungen völlig anders sind als unsere Umstände. Petrus zufolge sind seine Verheißungen sogar Teil seiner Herrlichkeit, und wenn er sie uns gibt, gibt er uns damit etwas, was wir verwalten sollen. Je mehr wir lernen, Gottes Verheißungen zu verwalten, desto mehr bringt er seine göttliche Natur in uns hervor, die uns widerum darauf vorbereitet, ihre Erfüllung zu verwalten.

Paul Manwaring, ´Die Herrlichkeit Gottes´

Weisheit hilft uns, mit dem Geheimnis zu leben zwischen Wissen und Nichtwissen.

Es braucht unsere Treue, es braucht unser Vertrauen in den, der gesprochen hat.

Ich muss mich immer wieder erinnern, dass Prophetie, wenn ich etwas gesehen oder gehört habe, nicht mein Wissen um etwas ist, sondern allein mein Vertrauen in den, der es gesprochen hat. Es ist diese Wolke des Nichtwissens.

Der Autor dieses Buches ´Die Wolke des Nichtwissens´aus dem 14. Jahrhundert schreibt davon, dass wir alles, worauf wir keine Antwort haben bzw was wir nicht verstehen, in eine gedankliche Wolke des Nichtwissens neben unsere Sicht auf Gott plazieren sollen, damit es uns nicht die Sicht auf Gott versperrt.

Das finde ich ein sehr schönes Bild für den Umgang mit unseren Fragen, denn in der Regel stehen unsere Fragen und Zweifel eher direkt vor Gott und versperren uns eben deswegen die Sicht auf ihn, Umstände und Gefühle schaffen sich einen Weg hinein in unser Herz und verdrehen dort Wahrheit über Gott. Aber:

Gott ist gut!

Lebe heute mit dieser Wahrheit – egal was dir das Leben zeigt!

Sei gesgenet!

Saat

Sei ein Fremdling in diesem Land, und ich will mit dir sein und dich segnen.

1 Mo 26.3

Zur Zeit Isaaks kam eine Hungersnot in das Land, in dem er sich aufhielt. Es war das verheißene Land, aus dem Jahre vorher sein Vater Abraham während einer Hungersnot nach Ägypten geflohen war. Isaak bekommt von Gott den Auftrag, zu bleiben – trotz der Hungersnot. Im Land der Verheißung verspricht Gott ihm Schutz und Segen.

Es ist herausfordernd, im Land der Verheißung zu bleiben, wenn du gerade in Not bist, wenn du siehst, wie Hunger sich ausbreitet, deine Familie bedroht. Es verlangt Vertrauen, es braucht Glauben, um auszuhalten, zu bleiben und diese Verheißung in Anspruch zu nehmen.

Wenn du Hunger hast und es wegen einer Hungersnot nicht mehr viel Korn gibt, musst du dich entscheiden, ob du das, was du hast, isst oder ob du es einsparst und dafür aussähst, um später mehr zu haben. Isaak geht diesen Schritt. Er sät in dieses fremde Land das wenige Korn das er hat.

Und Isaak säte in dem Land und erntete im selben Jahr hundertfältig; denn der Herr segnete ihn.

1 Mo 26.12

Isaak sät in seine Zukunft, in die Zukunft seiner Familie, weil er die Verheißung Gottes hat, er werde ihn segnen und vermehren. Das ist ein Versprechen das er festhalten kann. Trotz Hunger zu säen verlangt Vertrauen. In die Zukunft zu säen spricht von Hoffnung auf diese unbekannte Zukunft. Und in der Fremde zu säen spricht davon, sich dort ein Zuhause zu schaffen. Das Bedürfnis nach einem Zuhause, nach einem Ort der Versorgung ist fundamental.

In die Zukunft zu säen spricht von Hoffnung auf diese unbekannte Zukunft.

Je unkontrollierbarer das Leben im Außerhalb ist, umso wichtiger wird die Gestaltung des eigenen Lebensraumes. Bei Isaak war es die existentielle Versorgung, um zu überleben.

In diesen vergangenen Wochen haben wir es an vielen Orten erlebt, dass Menschen ihr Zuhause, diesen Ort an dem sie sich nun während des Shutdowns beinahe rund um die Uhr aufhalten mussten, neu gestalteten, zu einem Ort des Rückzugs, der Geborgenheit, der Schönheit, der Ordnung machten. Dieses Nestbauen erinnert daran, wer wir sind und was uns wichtig ist. Es erinnert, dass wir bei aller Sehnsucht in die Ferne immer auch ein Zuhause brauchen, diesen Ort der Heimat, der dann auch immer einen Teil von uns selbst widerspiegelt. Dabei geht es einerseits um Gestalten, andererseits auch darum, Verantwortung zu übernehmen für meinen Lebensraum.

Isaak übernahm die Verantwortung für seine Familie, indem er säte.  Er wusste, bald würde seine Aussaat Frucht bringen, mehr Frucht als das was er im Moment hatte. Trotz alledem weiß man in einer Zeit der Hungersnot nicht, wie die Aussaat aufgehen und wachsen wird. So brachte er mit dieser Tat Gott sein Vertrauen und seinen Glauben. Er legte diesen Samen nicht nur in die Erde, sondern auch auf den Altar als Opfer, das seinen Glauben zeigte.

Ich denke, wir alle spüren diese Spannung, diesen Ruf in diesen Tagen, wie wir unser Leben, unsere Zukunft weiter gestalten wollen. Wie kann, wie wird die neue Zeit werden, der wir entgegen gehen, in der wir schon stehen. Krisen wollen uns immer auch etwas sagen, wollen uns herausrufen. Was ist es für dich geworden, was siehst du vor dir, wo ist deine Herausforderung, wohinein dein Ruf?

Das Leben, diese Welt ist uns neu anvertraut. So viele Missstände werden in diesen Tagen sichtbar – was bisher unsichtbar, nicht gehört, verdrängt, aber dennoch da war, schafft sich einen Weg durch die Wirren dieser Zeit und schreit. Welcher Schrei erreicht dein Herz, wo zeigt Gott dir deinen Platz?

Ich wünsche dir Hoffnung für dein Herz, Hoffnung, die dich säen lässt in die Zukunft. Halte deine Verheißung im Glauben fest – denn ER hat uns verheißen, mit uns zu sein und zu segnen!

Sei mutig und säe! – auch wenn du dich vielleicht gerade wie ein Fremdling fühlst in deinem Leben.

Drei – doch Eins

Wer ist der Heilige Geist?

Vielleicht gibt es über keine Person der Dreieinigkeit Gottes soviel Klärungsbedarf wie über den Heiligen Geist. Doch beginnt unser nicht Verstehen nicht bereits bei der Dreieinigkeit Gottes? Wie kann Gott drei in Einem sein? Wie alles andere auch an Gott, scheint es unseren Verstand zu sprengen. Und ich bin froh darüber – denn Gott erklärbar, wäre nicht wirklich Gott für mich. Mein Leben jemandem anzuvertrauen braucht es, dass ich aufschauen kann, dass ich spüre und erlebe, da ist jemand soviel Größeres.

Darum – ich will Gott gar nicht mehr verstehen müssen!

Eine wunderbare Wesensart der Dreieinigkeit Gottes ist Liebe und Demut. Die Liebe zueinander, die Liebe zwischen Vater, Sohn und Geist ist einzigartig und gekennzeichnet durch Demut. Demut, die vollkommen im Charakter Gottes wiedergegeben wird.

Jeder verweist auf einen anderen.

Der Heilige Geist weist auf Jesus hin.

Wenn der Fürsprecher kommt, den ich vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird er Zeugnis ablegen über mich.

Joh 15.26

Jesus zeigt den Vater und repräsentiert ihn.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.

Joh 14.7

Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.

Joh 17.26

Der Vater wiederum sagt:

Dies ist mein gelieber Sohn!

Mt 3.17

Der Heilige Geist ermöglicht es uns, den Vater zu hören und den Sohn zu sehen.

Der Fürsprecher aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Joh 14.26

In diesem Kreislauf leben Vater, Sohn und Geist – und sind eins. In einem Lied heißt es, drei Personen und doch eins. Ja, der Heilige Geist ist mehr als Wind, als Atem, er ist die dritte Person Gottes. Ein Geheimnis, das ich mehr und mehr verstehen lernen möchte. Mehr noch, ich möchte darin, damit leben lernen. So wie der Heilige Geist bereits in jedem lebt, dessen Leben Jesus gehört, um unser selbst Willen dort ist, so möchte ich auch immer wieder neu seine Kraft, seinen Frieden, seinen Trost, seine Liebe auf meinem Leben sehen und bete darum beharrlich und immer wieder neu, komm Heiliger Geist, ich brauche mehr von dir. Täglich, denn er will auf uns sein, um der anderen willen.

Durch den Heiligen Geist ist die Gegenwart Gottes in uns und auf uns – so empfinde ich Liebe für ihn, genauso wie für Jesus und den Vater. Und das macht mich frei und offen für alles vielleicht Befremdliche, alles Komische, all das, was schwer einzuordnen ist, denn ich kann ihm genauso vertrauen wie dem Vater.

Der Geist der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seit in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!

Rö 15.13

Vaterherz Gottes

A B B A

Die Menschheitsgeschichte beginnt damit, dass der Vater seinem Kind von seinem Atem abgibt.

Da machte Gott der Herr den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in die Nase. So ward der Mensch ein lebendiges Wesen.   

1 Mo 2.7 (Luth)

Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.      

1 Mo 2.7 (Elb)

Der erste menschliche Atemzug war gefüllt mit dem Atem Gottes. Darüber nachzudenken lässt meinen Atem stocken. So nah, so eng verbunden, so voll göttlichem Leben.

SO wurde der Mensch eine lebende Seele – mit dem Atem Gottes in sich.

Und dann geschieht die Trennung und der Vater geht auf die Suche. Von diesem Moment an machte sich der Vater auf den Weg, um nach seinen Kindern zu suchen.

Adam, wo bist du?   

1 Mo 3.9

Mensch, …, wo bist du?

Das ist der Ruf eines Vaters. Der Ruf dessen, der nach seinem Kind ruft.

Und dieser Ruf von damals hallt immer noch durch die Welt. Es ist die Frage eines suchenden, liebenden Vaters. Der Vater sucht mich, sucht dich mit seinem ganzen Herzen. Seine Sehnsucht nach uns schwebt über dieser Welt.

Kannst du sie hören? Kannst du seine Liebe hören?

Sie ist auch in ´Song of Songs´, dem Hohen Lied der Liebe, zu hören – doch kann ich es auch glauben?

You are so lovely!

Listen, my radiant one –

If you ever lose sight of me, just follow in my footsteps where I lead my lovers.

Come with your burdens and cares.

Come to  the place near the sanctuary of my shepherds.

My dearest one,

let me tell you how I see you –

you are so thrilling to me.

Passion Translation

We will enhance your beauty,

encircling you with our golden reins of love.

You will marked with our redeeming grace.

Passion Translation

Look at you, my dearest darling,

you are so lovely!

You are beauty itself to me.

Your passionate eyes are like gentle doves

Passion Translation

Yes, you are my darling companion.

You stand out from all the rest.

For though the curse of sin surrounds you,

still you remain as pure as a lily,

even more than all others.

Passion Translation

I have come as you have asked

To draw you to my heart and lead you out.

For now ist the time, my beautiful one.

The season has changed,

the bondage of your barren winter has ended

and the season of hiding is over and gone.

Passion Translation

Can you not discern this new day of destiny

breaking forth around you?

Passion Translation

There is change in the air.

Arise, my love, my beautiful companion,

and run with me to the higher place.

For now is the time to arise and come away with me.

Passion Translation

Let me see your radiant face and hear your sweet voice.

How beautiful your eyes of worship and lovely your voice in prayer.

You must catch the troubling foxes,

that sly little foxes that hinder our relationship.

Passion Translation

Will you catch them and remove them for me?

We will do it together.

Passion Translation

Das ist das Lied, der Ruf des Hirten, des Freundes, des Liebhabers? Dieser Ruf an die Gemeinde und jeden Einzelnen.

Und der Ruf des Vaters, denn der Sohn und der Vater sind eins.

Ihre Leidenschaft ist dieselbe – DU.

Dein Herz, Raum in deinem Herzen.

´These foxes´ sind die Kompromisse, die ich eingehe. Die Ablenkungen. Die Zeiträuber. Dunkelheit, die vom Licht trennt.

Willst du sie entfernen – lass es uns zusammen tun, sagt Jesus.

Vielleicht hast du tatsächlich heute mehr Zeit, Freiraum als sonst. Doch heute genauso wie sonst auch musst du dich entscheiden, wie du diese Zeit füllst. Wir sehen in diesen Tagen, die uns so begrenzen wollen, soviel Kreativität.

Ich möchte dieses Geschenk heute empfangen und gestalten.

Jeden Morgen lege ich die Stücke meines Lebens, meines Herzens auf den Altar und warte auf das Feuer das auf mein Herz fällt und von der Liebe des Vaters erzählt.

Herr, zeig uns den Vater, und es ist uns genug.   

Joh 14.8

Das war das Geheimnis in Jesus – der Vater in ihm, er im Vater und so konnte er zeigen wie der Vater ist.

Du kannst den Vater in Jesus sehen, du kannst ihn in seinem Wort hören, aber du musst dort hingehen. Höre den Ruf des Vaters und gehe.

Sei gesegnet!

Wahre Geschichte

Es gibt eine Geschichte, die Geschichte zu meinem Buch ‚Weites Land – den Weg des Vertrauens gehen‘.

Diese Geschichte erzähle ich bei Lesungen – die momentan ja leider nicht stattfinden können.

Oft sind ja die Wege das eigentliche Ziel. Der Weg dorthin ist das, was mein Leben, was die Geschichte ausmacht. Und so ist mir mein Weg mit diesem Buch sehr kostbar geworden.

Gott hat mich so viel gelehrt dabei, mich wieder einmal erleben lassen, dass sein Wort vertrauenswürdig ist.

Wenn er spricht, dann geschieht es – dann muss es geschehen, denn keines seiner Worte geht verloren.

Ich habe es erlebt.

Und so erzähle ich meine Geschichte. Meine Geschichte mit Gott, meine Geschichte mit meinem Buch. Die Geschichte hinter dem Buch.

Meine Sehnsucht, mein Gebet ist dabei, dass es dich zum Herzen Gottes führt.

Führung

Und der Herr sprach: Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt

Josua 8.1

Vor einer Woche habe ich über Josua gepredigt. Sein Leben, das so wegweisend ist, verwurzelt im Vertrauen in Gottes Führung, ausgerichtet auf das Herz Gottes, seine Leitung und dann kommt Josua an den Punkt, wo er fragt, bist du überhaupt auf meiner Seite – ja, wer bist du überhaupt?

Tatsächlich ist das eine Frage, die immer wieder in unserem Leben auftaucht – wer bist du überhaupt, wie bist du überhaupt und wenn ja, wo bist du, Gott?

Es kann uns beruhigen, wenn Leiter wie Josua diese Frage stellen und doch möchte ich mich damit nicht trösten, sondern ich will von ihm lernen. Ich möchte darauf schauen, was dann geschah.

Josua steht vor dem, redet mit dem, der würdig ist, dass du deine Sandalen von dir schmeißt und auf den Boden fällst – und gleichzeitig ist er vor dem, der sagt: fürchte dich nicht, ich bin mit dir! Folge mir!

Josua hatte gelernt, hatte in der Verborgenheit, in der Gegenwart Gottes gelernt, auf Gott zu schauen, hinzuhören und daraufhin loszugehen. Land einzunehmen. Man hat den Eindruck, er weiß, wie es läuft, wie die Dinge zu tun sind, welchen Weg er gehen soll, doch dann gerät er in eine Situation, in Umstände, die alles in Frage stellen. Sogar den in Frage stellen, der mit ihm, der vor ihm ist.

Und während ich immer noch darüber nachdenke, stoße ich auf Worte von Kris Vallotton.

Er hat vor ein paar Monaten über diese Situation gesprochen, weil Gott ihn an einen Traum erinnerte. In diesem Traum ging Gott einen Weg entlang auf dem Menschen standen – er ging zielstrebig und stellte die Menschen, die im Weg waren, zur Seite, bis er vor Kris stand. Diesem sah er direkt in die Augen (so ein Augenblick, der dich gefangen nimmt, deine ganze Aufmerksamkeit packt) und sprach: geh mir aus dem Weg! Während er an ihm vorbei geht spricht er: Nun folge mir!

Was ist das für ein Gott?

Derselbe der zu Josua spricht: Nein!, als Josua fragt, bist du für uns oder gegen uns.

Das ist die falsche Frage. Es geht darum, wo stehst DU. Auf welcher Seite stehst du? Folgst du mir?

Es gibt Zeiten, da geht es nicht darum, ob Gott für oder gegen dich ist. Es geht darum, dass Gott mitten auf dem Weg ist und dich auffordert, ihm zu folgen.

Diese Pandemie ist nicht von Gott. Gott hat sie nicht zum Gericht geschickt, er hat sie nicht geschickt, um selbst darin groß zu werden, aber es ist die Zeit, in der Gott sagt, ich stehe hier, mitten drin, folge mir nun. Ich weiß wohin es geht, auch wenn gerade die ganze Welt orientierungslos ist.

Also geht es gerade nicht um die Frage, ist Gott noch für die Menschen oder ist er jetzt gegen uns.

Wo überhaupt ist Gott gerade in all meinen Umständen.

Welche Maßnahmen sind gerade die Richtigen und stehe ich mit meiner Meinung auf der richtigen Seite.

Die Frage heute ist viel persönlicher: wo steht dein Herz, wer ist Gott für dich?

Sehe ich Gott, sehe ich, wie er souverän in dieser großen Geschichte steht und wie er nun sagt, geht mir hinterher, denn ICH mache Neues. Ich gestalte euren Terminkalender neu, ich plane das nächste Jahr für euch. Ich sorge für euren Urlaub. Ich sorge für deine Arbeit, bringe dich in eine vielleicht neue Berufung. Vielleicht sehen meine Wege anders aus, als sie in deinen Vorstellungen waren, doch ich bin – ich bin inmitten von alledem.

Gott hat lange gewartet, dass wir, das du und ich, unsere Herzen ihm zuwenden, ihm, seiner Stimme uneingeschränkt folgen. Gleichzeitig hat er beständig erlebt, wie wir unsere Wege gehen. Wie wir auf seine Bewegung in unserem Leben oftmals nicht reagiert haben.

Jetzt bewegt sich Gott – und fordert auf, ihm uneingeschränkt hinterher zu gehen. Heute haben wir tatsächlich nicht mehr viele andere Optionen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gerade nicht viel in der Hand. Das ist schwierig, aber für Wege mit Gott auch hilfreich.

Wenn Gott dir sagt, jetzt folge mir, dann muss ich eine Entscheidung treffen – immer. Wenn Gott das in eine Zeit hinein spricht, in der alles entgegengesetzt zu laufen scheint, fordert es sehr heraus. Habe ich vielleicht falsch gehört? Funktioniert Gottes Idee überhaupt? Wer und wo überhaupt ist Gott?

Es ist so ein Punkt, wo du nicht anders kannst, als zu gehorchen, zu folgen und dann erlebst, dass deine Prophetien sich nicht zu erfüllen scheinen. Du schaust die Möbel an und denkst, wann endlich werden sie in meinem Café stehen? Wann endlich wird geschehen, was ich gehört habe?

Und dann scheint es noch schlimmer zu werden. Die ganze Welt steht Kopf. Grundsätzlich nicht der Augenblick, große Pläne zu schmieden. Aber tief innen spüren wir, wenn ich ihm weiter hinterher gehe, gerade jetzt in dieser Zeit, einfach nur hinhöre, hineinhöre – ich weiß, er ist souverän, wenn er entschlossen den Weg entlang geht, kann sich ihm niemand in den Weg stellen. Wie oft lesen wir in der Bibel Geschichten, wo Gott gewartet hat, lange gewartet hat, zugeschaut hat – und dann hat er plötzlich in die Geschichte eingegriffen. Massiv, so, dass die Menschen erkennen mussten, das ist ein Kairosmoment. Ein Moment der Geschichte Gottes. Diese Geschichte ist unabwendbar. Sie wird geschrieben werden. Es gibt souveräne Zeiten im Leben, in der Gott einfach übernimmt. Die Führung übernimmt.

Die Frage ist nicht: bist du für mich, sondern Gott fragt: bist du für mich. Wirst du meiner Leitung folgen? Es gibt diese Zeiten, wo Gott in die Geschichte eingreift. Entscheidend ist dann, wo stehe ich.

Und bin ich bereit wie Joshua, meine Sandalen von den Füßen zu zerren und vor dem auf die Knie zu gehen, der sagt, folge mir nun. Lass all dein Eigenes zurück – folge nur!

Und dabei geht es um die Furcht des Herrn. Um Gottesfurcht. Nicht die Furcht vor Gott, sondern Ehrfurcht – das Erkennen, wer ist Gott und wer bin ich.

Die Bibel lehrt uns, dass die verstärkte Gegenwart Gottes immer eine Furcht vor Gott im Menschen hervorruft. Im Umkehrschluß können wir also sagen, dass Gottesfurcht ein Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist.

Manuel Moldenhauer