Sturmzeit

Deep within me are these lovesick longings -.

Ps 84.2 Passion Translation

Liebeskrank – kennst du das?

Und kennst du diese Sehnsucht nach Gott?

David kannte das und traute sich auch, diesen Gefühlen Raum zu geben. Je mehr Raum die Sehnsucht nach Gott in mir bekommt, um so mehr empfinde ich, oftmals nicht verstanden zu werden. Auch im Zusammenhang mit meinen beiden Büchern begegnet mir das. Umso mehr überwältigt und bestätigt es mich dann aber auch, wenn ich Rückmeldung bekomme, wo Gedanken und Worte aus dem ´Weitem Land´ oder ´Hineni´ im Leben von Menschen etwas bewirkt und verändert. Meine größte Freude ist es dann, wenn es einfach näher an das Herz Gottes und in das Vertrauen hinein zieht. Dazu sind sie geschrieben.

Diesen wunderbaren Ausblick hatten wir gerade in unserem Urlaub direkt von unserem Zelt aus. An diesem Ort ist ein Großteil meines neuen Buches geworden. Anfang des Jahres hatte ich dem Verlag davon erzählt und war sehr ermutigt worden dazu. Gleichzeitig bekam ich von völlig überraschender Seite wie ein prophetisches Wort dafür. Nun bin ich auf den letzten Seiten angelangt – sie fordern mich…

Leidenschaft bringt auch Leiden hervor – damit hatte ich den letzten Blog beendet. Meine Leidenschaft für Gott bringt immer auch mit sich, um der Wahrheit Willen über ihn, zu leiden. So geht es mir auch zur Zeit häufig, dass ich um Worte, um die Wahrheit ringe. Wie können meine kleinen Worte IHM gerecht werden? Und wie können sie Sehnsucht in anderen wecken?

Ich schreibe über Leidenschaft, die Gegenwart Gottes und auch über das Leiden.

Wenn es in unserem Leben stürmt – und was Stürme für uns bedeuten, das ist ganz unterschiedlich – aber immer gleich ist: wir brauchen in unseren Stürmen die Begegnung Gottes. Wir brauchen nichts dringender als den festen Halt, die sichere Burg, den Schutz seiner Flügel. Wir brauchen den Begegnungsraum, aus dem heraus wir zu ihm schreien.

In so einen Begegnungsraum, wo ein Mensch nach Gott ruft, tritt Hanna, die Mutter des Propheten Samuel. Sie ist eine verheiratete, kinderlose Frau, die in einer gläubigen Familie lebt. Sie wird von ihrem Mann geliebt, ist aber kinderlos – und sie leidet sehr darunter, da sie Scham und Not erlebt in dieser Kinderlosigkeit. Jahr für Jahr ging sie mit ihrem Mann und der gesamten Familie nach Schilo, um Gott zu opfern und anzubeten.

Sie aber war verbittert und betete zum HERRN und weinte heftig. Und sie legte ein Gelübde ab und sprach: HERR der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd siehst und an mich denkst, wenn du deine Magd nicht vergisst und deiner Magd männliche Nachkommenschaft gibst, will ich ihn dem HERRN geben, solange er lebt, und an sein Haupt soll kein Schermesser kommen. Und als sie lange vor dem HERRN gebetet und Eli auf ihren Mund geachtet hatte, Hanna redete nämlich in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber war nicht zu hören – hielt Eli sie für betrunken. Und Eli sagte zu ihr: Wie lange willst du Betrunkene dich so benehmen? Werde nüchtern! Hanna aber antwortete und sprach: So ist es nicht, mein Herr, ich bin eine verzweifelte Frau. Und ich habe weder Wein noch Bier getrunken, ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine ruchlose Frau, denn aus tiefer Verzweiflung und aus Gram habe ich so lange geredet. Daraufhin sagte Eli: Geh in Frieden! Und der Gott Israels möge dir geben, was du von ihm erbeten hast. Und sie sprach: Deine Sklavin möge Gnade finden in deinen Augen. Und die Frau ging ihres Wegs, und sie ass, und ihr Gesicht war nicht mehr betrübt .

1 Sa 1.10-18, ZUR

Was tat Hanna?

Obwohl diese Geschichte widergibt, was wir selbst immer wieder erleben, nämlich das Gefühl, dass wir etwas verpassen, dass Segen scheinbar an uns vorbei geht, können wir im Leben von Hanna sehen, wohin sie sich wendet. Es heißt sie war verbittert. Bitterkeit im Herzen hat oft ganz tiefe Wurzeln. Wurzeln, die sich an alles erinnern, was einmal gewesen ist oder nicht wurde. Bitterkeit trennt und kann sehr zerstörerisch sein. Doch obwohl es von ihr heißt, sie sei bitter in ihrem Herzen, wendet sie sich an Gott. Das ist so wunderbar, erleben wir doch häufig eher das Gegenteil. Hanna betete unter vielen Tränen zu Gott. Sie blieb lange dort. In ihrem Herzen war noch ein anderer Raum neben der Bitterkeit. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass es Vertrauen war. Vertrauen, das um das eine zu bitten wagt und es gleichzeitig auch im Moment des Erbetenen schon wieder zur Verfügung stellt, zurückgibt. Die wesentlichen Dinge können wir nicht machen, sondern nur empfangen. In Hannas Umstand ist das ganz klar der Fall. Sie ist abhängig von der Güte Gottes und legt ihr ganzes restliches Vertrauen in ihn. Es liegt eine Kraft darin, wenn wir alles in Gottes Hand legen und alles von ihm erwarten, dann wenn wir die Dinge nicht mehr selbst tun können. Unsere Sicherheit liegt dann nicht mehr in dem, was das Morgen bringt, sondern in dem, der das Morgen bringt.

Hanna macht Raum für Gottes Wirken, indem sie ihm ihren Schmerz, ihre ganze Not bringt. Sie erlebt, dort wo wir Raum in unserem Herzen, in unserem Schmerz machen, dort kann Gott sichtbar und erlebbar werden. Das bedeutet nicht, unsere Wünsche und Träume gehen in Erfüllung, unsere Umstände ändern sich – manchmal erleben wir Gott darin auch ganz anders und unerwartet, aber gewiss ist uns seine Gegenwart. Sie ist uns in seinem Wort verheißen und ich erlebe es. Dort, wo ich sie vermisse, da weiß ich inzwischen, es liegt an mir, es liegt daran, wo ich gerade bin oder worin ich gerade gefangen bin. In diesem Raum des ungeteilten Herzens werden wir etwas von Gott sehen oder hören. Vielleicht fällt es mir an der Stelle leichter, das anzunehmen, weil ich eher mich als Gott hinterfrage. Ich möchte eher an meiner Verfügbarkeit zweifeln als an Gottes Nähe, seinem Ja.

In ihrem Fall wird Hanna schwanger, bringt ihren Sohn Samuel zur Welt und als er 5 Jahre alt ist, bringt sie ihn wie versprochen in den Tempel.

Von Hanna lerne ich, umzugehen mit Enttäuschung, mit unerfüllten Wünschen und darin an Gott fest zu halten, mein ganzes Vertrauen auf ihn zu werfen und getrost Hoffnung im Herzen zu haben. Von ihr lerne ich, in meinem Schmerz die Gegenwart Gottes zu suchen, anstatt in meiner Not, weg zu laufen.

Das Thema meines Lebens scheint mir, vertrauend zu leben. Doch vertrauend leben macht verletzlich, es legt das Herz offen, jedoch nicht, um verletzt zu werden, sondern um empfangen zu können. Auch wenn mir mein Herz in dieser Offenheit verletzbar erscheint, weiß ich, Gott wird es nie verletzen, wenn ich es ihm anvertraue. Er ist immer ein Gott, der aufrichtet, der heilt, der wiederherstellt und zu Recht bringt. Er ist der Geber aller guten Gaben. Menschen verletzen mich, das Leben, die Lebensumstände können mich verletzen, etwas auf dieser Erde ist in mir verletzbar. Doch es ist nie Gott, der das tut. Um etwas, um jemanden verletzen zu können, braucht es einen Liebesmangel in uns und der ist bei Gott nicht zu finden. Er selbst ist die Liebe, das heißt, in ihm ist, in ihm kann darin kein Mangel sein. Ich bin verletzt bzw fühle mich von ihm verletzt, weil ich meine, mir stünde anderes zu als mir geschieht. So ist es mein Denken, mein Beharren auf mein Recht. Doch mein Recht, das einzige Recht das ich wirklich habe, in dem aber gleichzeitig auch alles zu finden ist, ist, sein Kind zu sein. Ich bin seine geliebte Tochter! Du bist sein geliebtes Kind, geliebtes Kind des himmlischen Vaters, des Königs aller Könige, des Schöpfers aller Dinge. Ein größeres Recht gibt es nicht. Ein größeres Recht braucht es nicht. In ihm ist alles gegeben, was wir brauchen, was wir je brauchen werden. Es ist unsere Identität. Diese Identität, die uns wirklich alles gibt, die uns ganz sein lässt. Da gibt es kein Rennen, kein Suchen, kein Ringen mehr nach mehr. Du brauchst nicht mehr die Anerkennung der Menschen – auch wenn dir gute Worte gut tun, wenn deine guten Worte anderen gut tun.

Manchmal ist es nötig, dass wir eine andere Perspektive einnehmen. Die Frage ist, schaue ich auf mein Leben, auf meine Umstände aus der Perspektive eines Menschen, der in seinem Leben schon viel verletzt wurde oder andere verletzt hat? Der unter der eigenen Schuld leidet genauso wie unter der Schuld anderer? Sehe ich mich dabei als ein Opfer? Oder sehe ich mein Leben aus Gottes Perspektive, der Perspektive als ein geliebtes Kind. Einem Menschen, dem Würde aus höchster Instanz zugesprochen wurde.

Das vergangene Jahr mit Corona hat viel Verletzlichkeit in Menschen hervorgebracht. Da wo es nicht um Existenzielles geht, da fühlen sich Menschen verletzt durch fremde Lebensumstände, zerstörte Pläne, Lebenskonzepte. Wir wurden aufgestört, sind empört über diese Störung, manchmal auch erschüttert, wie unsere Lebensplanung so in Unordnung geraten konnte.

Wenn wir verletzt darüber sind, wie uns so etwas geschehen, zugemutet werden kann, braucht es mitunter lange Wege, um auch eine Chance darin sehen zu können, um sich irgendwie darin zurecht finden zu können. Mit einem Perspektivenwechsel sehe ich plötzlich andere Seiten der Geschichte, sehe ich vorher nicht Sichtbares, obwohl es genauso da gewesen war. Vielleicht gelingt es sogar plötzlich, die ganze große Geschichte zu sehen.

Letztens sagte jemand, sie habe die vergangenen Tage so viel Schweres erlebt, tiefe Not, dass sie es nun brauche, dass in der vor uns liegenden Worshipzeit ihre Gedanken durchgespült werden müssten. Wir versuchen doch oftmals, bemühen uns sehr darum, abzuschalten, irgendwie in die Stille zu kommen, Stille in unsere aufgewühlte Seele zu bringen und erleben dabei, wie schwer das sein kann. Es wird uns zu einem weiteren Mühen und Ringen. Allein schon das Wort ringen bezeichnet die Anstrengung darin. Darum fand ich ihre Worte sehr passend und wahr: die Gedanken durchspülen lassen, heraus spülen lassen. Das kann geschehen, indem ich anderem Raum gebe, indem ich anderes hinein lasse. Man leert sich dabei nicht nur aus, was ohnehin sehr schwer ist und höchste Konzentration in der Meditation erfordert. Genauso kann ich ein Gefäß nur schwer reinigen, indem ich es einfach ausleere. Irgendwie bleibt doch immer ein Rest darin. Erst wenn ich es mit Neuem, Reinem fülle, wird alles andere komplett ausgespült.

Damit ich mit meinem Herzen empfangen kann, muss ich es öffnen. Genauso wie ich mit meinen Händen nur etwas empfangen kann, wenn ich sie öffne.

Noch einmal zurück zu Hanna im Tempel.

Sie sagte: Lass deine Magd Gunst finden vor deinen Augen! Und die Frau ging ihres Weges und aß und hatte nicht mehr ein ⟨so trauriges⟩ Gesicht

1 Sam 1.18 ELB

Hanna erlebte Mangel und brachte diesen zu Gott. Damit ging sie an den Ort der Hoffnung, wo sie betet und das Erbetene wieder zurückgibt. Ihre Zuversicht, ihre Hoffnung ist in der Gegenwart Gottes geworden. Sie weiß, er ist Gott Zebaoth, der Gott der Fülle.

Davon möchte ich lernen. Ich möchte meinen Mangel zum Ort der Fülle bringen, zu dem, der die Fülle ist und hat.

Fülle ist immer genug – es gibt nicht wenig oder viel Fülle!

Vorankündigung 3.0

Hier ist es – zumindest das Cover!

Gerade ist es im Druck und wird Ende der Woche ausgeliefert.

Ja – ich bin aufgeregt!

Und ich freue mich und gleichzeitig macht es mich unsicher. Geschriebenes, Gedrucktes ist angreifbar, es kann vereinen oder trennen. Es macht angeifbar.

Aber, ja, die Freude überwiegt.

Hier einen kurzen Einblick, um was es in ‚HINENI‘ geht.

Jetzt ist die Zeit. Gott bereitet den Weg. Glaube ist im Jetzt.

Wie führt Gott Menschen?

Wie zeigt er sich darin?

Was wird er den Menschen auf diesem Weg?

Und was verändert sich dadurch in ihnen?


‚HINEN‘ („Hier bin ich!“) ist der mächtige hebräische Ausdruck, um unsere Präsenz und Achtsamkeit auszudrücken und die Bereitschaft, wirklich in die Begegnung mit Gott zu gehen.


Es ist Zeit, Gottes Stimme auch im Unbekannten zu hören und uns von ihr herausrufen zu lassen wie einst Abraham, Mose, Maria und andere Menschen der Bibel.


‚HINENI‘ macht Mut und gibt Hoffnung auch für die herausfordernden Zeiten des Lebens.

Auf unseren Vertrauenswegen erkennen und erleben wir, dass Gott JAHWE ist, der Allmächtige, der ICH BIN!
Er ist es wert, dass wir ihm vollkommen vertrauen – denn er ist der wirklich gute Vater!

Sind wir bereit, uns von ihm unterbrechen zu lassen, ihm zu begegnen, vor ihm zu stehen und zu sagen:

‚ H i e r b i n i c h ‚ ?

Liebe

Heute Morgen hörte ich Lobpreis aus den USA. Der Lobpreis der jungen Lobpreisleiterin bewegt seit Monaten mein Herz. Diese junge Frau hat vor 8 Monaten morgens ihre kleine Tochter tot in ihrem Bettchen gefunden. Jedesmal wenn ich die Mutter im Lobpreis erlebe, bringt es einen tiefen Schmerz in mir hervor – es ist der Schmerz einer Mutter, die ihr Kind verloren hat.

Zuerst muss ich das Bewusstsein haben, ganz Gott zu gehören ; dann bekomme ich auch das Bewusstsein seiner Gegenwart.

Watchman Nee

Aber da ist noch mehr als Schmerz – es ist ganz viel Platz für Liebe. Und ich glaube, es ist die Liebe, die in ihrem Lobpreis zu sehen und zu erleben ist.

Die vergangenen Jahre habe ich immer wieder Bücher von Menschen gelesen oder es auch bei Menschen erlebt – es gibt ein beharrliches Festhalten im Schmerz. Und das ehre und wertschätze ich. Doch gleichzeitig hat es mich auch jedesmal geschmerzt, weil ich empfand, dass es wie aus einer Art Trotz entstand und ich konnte nicht genau sagen, warum dies so war.

Im Erleben dieser jungen Mutter sehe und erlebe ich etwas anderes. Für mich erlebt sie gerade den tiefsten Schmerz, den ich mir als Mutter vorstellen kann – und ich bin überzeugt, dass sie in diesen Monaten die schwierigsten Stunden ihres Lebens erlebt.

Doch – sie hält an Gott fest.

Sie hält sich an Gott fest.

Doch dieses Festhalten ist ein anderes Festhalten – es ist ein Festhalten aus Vertrauen und Liebe. Ein Festhalten, das von der Liebe und ihrem Vertrauen getragen ist.

Während ich den Eintruck habe, dass wir oft eher aus Trotz festhalten, der wie Rebellion aus unseren Herzen zu kommen scheint. Und das bringt dann gleichzeitig ganz viel Gefühle und Gedanken in uns hervor, die ständig miteinander streiten, in uns ringen und kämpfen. Fragen und Zweifel werden stark in uns. Dort ist das Gehaltensein sehr angegriffen und fragil. Und es lässt den Frieden vermissen, der uns vom Himmel her versprochen ist.

Kalley Heiligenthal stellt die Liebe Gottes nicht in Frage. Sie lässt nicht zu dass der Schmerz und der Verlust ihr Vertrauen erschüttern kann in die Liebe des himmlischen Vaters. Ihr Leben ist erschüttert – total erschüttert. Doch diese Liebe in der sie lebt ist unerschütterlich. Das ruft sie immer wieder kraftvoll heraus in ihrem Lobpreis.

Und so wird, während alles erschüttert wird, gleichzeitig das unerschütterliche sichtbar für sie – die Liebe Gottes!

Das ist der Glaube von dem wir in der Bibel lesen und im Leben so vieler Menschen sehen dürfen. Es ist das, wonach ich mich ausstrecke:

Vollkommen in der Liebe und damit dem vollen Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben – denn das hat die Kraft, mein Denken und mein Leben, Erleben zu verändern.

Vertrauen

In alle Herausforderung hinein, Neues zu gewinnen, in Besitz zu nehmen, zu behalten, sehe ich an einem Morgen, wie alte, unscheinbare Häuser von der aufgehenden Sonne angestrahlt und in wunderschönes Licht getaucht werden.

kroatien2014 029 - KopieSo sehe ich dich, wenn du meine Herrlichkeit widerspiegelst!

Was für ein wunderbares Bild. Noch heute wird es mir jedes Mal, wenn ich es erlebe, zu einem Bild, das mein Herz mit Freude und Dank erfüllt.

Wo wir vom Licht Jesu angestrahlt werden wird alles wunderschön!

An diesem veränderten MA-Wochenende hatte ich aus vollem Herzen gesungen, … du bist, der du bist, … ich möchte lernen, möchte hören, möchte sehen, wer du bist …

Und Gott hat es geschenkt und schenkt es immer weiter. Mein Lernen, Kennenlernen wird nicht aufhören.

Heute scheint es so selbstverständlich, fühlt es sich so selbstverständlich an, Gottes Gegenwart einfach zu glauben, darin gewiss zu sein. Damals war es ein Lernen, glauben lernen. Die unsichtbare Wirklichkeit anerkennen. Mich jedes Mal neu hingeben und zu erleben, seine Liebe wirkt in mir seine Gegenwart.

So wird mein Herz weiter Morgen für Morgen mit Vertrauen angereichert.

Manchmal, wenn mein Inneres noch so gefüllt ist mit dem Menschlichen der vergangenen Tage und ich Mühe habe, es los zu lassen, fällt es mir schwer, vor Gottes Thron zu kommen.

Ich empfinde, für Gott ist es ein Zeichen meiner Liebe, wenn ich trotzdem da bin und seine Gegenwart glaube. Es ist nicht Gott, der nicht da ist. Ich bin in diesen Momenten nicht mit ganzem Herzen da.

Meine Liebe zu ihm lässt mich trotzdem dort bleiben.

img_1078.jpgAn so einem innerlich unruhigen Morgen treffen mich die Worte von Sarah Youngs Liebesbriefe von Jesus:

Ich weiß, wie sehr du mich brauchst. Ich kann die Leere in deinen Gedanken lesen, wenn sie von mir abschweifen. Das Ausmaß deiner Bedürftigkeit zu kennen ist deine Stärke. Wende dich damit an mich, dann kann ich deine Leere füllen.

In seiner Gegenwart erlebe ich die beste Zeit des Tages, aber immer noch fühle ich mich im Dunkel wenn ich an das Laden-Cafe denke. Es gibt noch so viel zu lernen, zu werden und Gott scheint mich im Dunkel zu lassen, um mich dort zu formen, bevor er weiter mit mir gehen kann, mir Weiteres zeigen kann.

Es ist auch gut so, denn der Gedanke daran, weiterzugehen macht mir auch Angst. Ich fühle mich dem Auftrag nicht gewachsen. Ist es so, weil es tatsächlich Gottes Auftrag ist und wir diesen sowieso nie aus uns selber tun können?

In der Bibel sind Berufungen immer geworden, weil Gott Menschen aus ihrem Umfeld herausgerufen hat, aus ihren augenscheinlichen Begrenzungen und in dem Moment, wo Gott selbst ihnen begegnet und dadurch ihre wahre Identität bestätigt, kommen sie in eine neue Berufung, die wirklich nur im Glauben und Vertrauen auf Gott zu gehen ist.

IMG_2469Aus Glauben zu leben bedeutet, niemals zu wissen, wohin man geführt wird, aber den zu kennen und zu lieben, der einen führt!

Raum

Wir können Räume leer stehen, unbewohnt sein lassen oder sie gestalten und bewohnen.

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Das gilt auch für den Raum der Begegnung mit Gott.

Immer wieder ging es in diesem Raum der Stille und des Hörens auch um die Laden-Café-Vision.

Oswald Chambers schreibt, wenn Gott uns etwas hören, sehen lässt, sollten wir gleich an Ort und Stelle eine Vereinbarung mit ihm treffen,  Antwort geben.

Manchmal bedeutet dieses Antwort geben auch, die Worte, die Vision die Gott in unser Herz gelegt hat, zu bewahren.

Gottes Bund mit Abraham geschah mit großen Schrecken.

Gott sprach über die Verheißung die auf Abrahams Leben lag und gleich darauf fiel er in einen tiefen Schlaf mit großem Schrecken und Finsternis.   

1 Mo 15.12

Oswald Chambers beschreibt es so, als stelle Gott einen unter den Schatten seiner Hand. Dann sollen wir still sein und hören. Wenn nach großer Helligkeit eine Zeit der Dunkelheit kommt,  ist dort die Zeit zum Hören. Warten.

Vielleicht wird dort meine Selbstsicherheit zerstört, Freude und Vertrauen scheinen fort zu sein. Doch hier stellt sich dann die Frage, ob ich nun auf Gott selbst vertraue oder nur auf das, was er gibt.

Im Dunkeln lernen wir Hoffen und das Festhalten an ihm. Gott hat alles in der Hand. Seine Verheißungen gelten. Hier lerne ich zu glauben ohne zu sehen.

Gott wendete Abrahams Blick zum Himmel, er gab ihm ein Bild, ein Zeichen, das ihn immer wieder an diese Verheißung erinnern sollte – der endlose Sternenhimmel. Jedesmal, wenn Abraham in den Sternenhimmel sah erinnerte er sich an die Verheißung Gottes über seinem Leben.

Genauso hat Gott Bilder, Worte in mein Herz gelegt. Es ist nicht mein Eigenes Wollen oder Wünschen. Das macht einen Unterschied und trotzdem muss sich in der Krise des Wartens nun das Erworbene bewähren.

Und es muss bewahrt werden. Immer wieder versuche ich in all den Jahren die Worte und Bilder in meinem Herzen fest zu halten, Gott hin zu legen. Ihn daran zu erinnern. Mich fest machen.

Ich gebe deinen Füßen festen Halt, in dem ich dich auf den Felsen stelle.

Von nun an lasse ich dich Neues hören und das, was wohlgehütet ist, wovon du nichts weißt.  Jes 48.6

Manchmal scheinen Gottes Gedanken für uns wie ein Geheimnis zu sein. Und Gott selber spricht davon, dass manches vor uns verborgen ist. Doch das geschieht nicht, weil Gott uns etwas vorenthalten will, sondern weil er es liebt uns zu beschenken, wenn wir danach suchen, danach fragen.

So wie wir es lieben, für unsere Kinder etwas zu verstecken, ihren Eifer und ihre Spannung beim Suchen mitzuerleben. Und dann die Freude über das Gefundene.

Denn der Feigenbaum blüht nicht, und in den Weinbergen gibt es keinen Ertrag, die Leistung des Ölbaums bleibt aus, und die Felder bringen keine Nahrung. Die Schafe sind von der Hürde getrennt, und in den Stallungen ist kein Vieh. Ich aber will frohlocken über den Herrn, will jubeln über den Gott meiner Rettung.  Hab 3. 17-19

Allmählich erahne ich einen Hauch davon, was es heißt, meine Freude alleine in IHM zu haben. Nicht abhängig zu sein von meinen Umständen.

Die Gemeinschaft mit ihm sättigt mich. Lehrt mich zu jubeln, Dank zu opfern. Warten zu lernen und darin Frieden zu haben, weil Gott selber mein Lohn ist.

Gegenwart

Was Gott mit mir und durch mich erreichen kann, ist davon abhängig, wie uneingeschränkt ich mich auf ihn verlasse, ihm vertraue.

Ihr sollt Frucht bringen in jedem guten Werk und wachsen in der Erkenntnis Gottes, versehen mit aller Kraft und getragen von der Macht seiner Herrlichkeit – so werdet ihr in allen Dingen Standhaftigkeit und Geduld finden.  Kol 1.10-11

img_87481-e1523247164748.jpgDas neue Jahr hatte begonnen – 2013.

Ich spähe aus, um zu sehen, was er mir sagt.    Hab 2.1

Zu Jesu Füßen sitzen. Gottes Gegenwart wahrnehmen, glauben lernen.

Während ich in seiner Gegenwart Dinge durchdenke, kann er meine Gedanken lenken und formen und ich lerne, mit meinem Herzen hinauf zu schauen und erkenne, im Schauen, Sehen, Lieben wird unser Herz dem ähnlicher, den wir anschauen.

Deswegen sucht sich Gott Anbeter. Nicht, weil er unsere Anbetung bräuchte, sondern weil wir mehr und mehr nach dem werden, was wir anbeten.

Leanne Payne beschreibt es so: Das Gute, das wir anziehen, sinkt in das Innerste unseres Seins und verbindet sich mit dem Bild Gottes in uns.

Hineingehen in das Allerheiligste macht mich gewiss.

Ich empfinde unendliche Dankbarkeit über die vergangenen, wenigen Monate, in denen sich das Leben so voll, so dicht angefüllt hat. Gott hat sehr gute Gedanken über mich, über mein Leben.

Dankbar bin ich über die Vision, die sich innerlich entwickelt, aber anstatt durchzustarten, höre ich:

Eines nur ist wichtig. Maria hat das Bessere erwählt. Das kann ihr nicht mehr genommen werden.  Lk 10.42

Seid still und erkennt, dass ich Gott bin!    Ps 46.11

IMG_2804[898]In Gottes Gegenwart zu leben bedeutet anzunehmen, dass er immer bei mir ist, auch ohne ein subjektives Gefühl, ohne eine Erfahrung zu suchen. Es heißt, ihn zu suchen, nicht das Erleben. Und gleichzeitig ist das Hören seiner Stimme ein Teil seiner Gegenwart.

Das Salböl, das ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemandem belehren zu lassen, vielmehr belehrt euch sein Salböl über alles.  1 Joh 1.27

Es ist wirklich der Heilige Geist, der mich lehrt, der mich neue Wege führt. Manchmal durch das, was weise Menschen schon durchlebt, geschrieben haben, aber oft auch einfach durch sein geschriebenes oder gesprochenes Wort.

Er nutzt meinen Verstand, meine Vorstellungskraft, meine Fähigkeit und Gefühle und macht sie durch Hören reifer. Es braucht nur Raum und Zeit dafür.

Berufung

An diesem Ort der Begegnung von Herz zu Herz komme ich nicht nur in meine wahre Identität als Gottes geliebte Tochter. Hier erlebe ich mehr und mehr in der Begegnung mit Jesus meine Berufung im Hinhören, Hineinhören.

Als sein Wort beginnt in mir wirklich Wurzeln zu schlagen, tragfähiges Fundament zu werden, kann Gott auch anderes in mein Herz legen. Was er spricht ist gegründet in dem wer Gott ist.

Gegründet in das Vertrauen in ihn, kann ich erst die Dinge ergreifen, die er schon bereitet hat. Erst dann kann ich hören was über mein eigenes Denken und Verstehen hinausgeht. Das, was meine eigene Vorstellung übersteigt. Dort wo das Verstehen aufhört beginnt mein Glaube.

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So Vieles ist Stückwerk, schemenhaft, wie in einem Nebel und doch lichtet sich der Nebel immer wieder und immer öfter an mancher Stelle und neues kommt in mein Leben hinein.

In der Begegnung mit dem Buchladen, hat Gott ganz sanft Gedanken in mich hineingelegt, die sich nun in den nächsten Monaten formen. Manchmal ist es ganz intensiv und dann wieder so leise, wie nebenher.

Gott hat eine Sehnsucht in mich hineingepflanzt die Liebe Gottes an unserem Wohnort durch ein Ladencafe zu den Menschen zu bringen. Wie kann nun dieses Bild der Berufung sichtbar werden. Eine greifbare Vision werden.

Mit ganz neuen Augen gehe ich durch unseren Ort.

Die wenigen Menschen mit denen ich darüber rede, weil ich spüre, wie verletzlich diese Berufung in mir ist, fragen schnell danach, was nun mein nächster Schritt sei.

Während ich an einem Morgen durch die verschneite Landschaft laufe, darf ich vieles in der Natur sehen, was mir zu einem Bild wird, sich zu Worten formt und in einer seltenen Deutlichkeit steht mir vor Augen, was sein soll. Sein kann.

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Was die vergangenen Jahre immer wieder wie ein Traum, eine Sehnsucht in mir war, wird nun geformt durch das, was auch in Gottes Herzen ist. Aber aus seiner Perspektive ergibt es viel mehr, ja, vielleicht auch den einzigen Sinn.

Es ist nicht mehr mein Traum, es wird Gottes Traum in mir.

Doch es ist schwer zu kommunizieren. Wie soll man das, was man im Herzen erlebt, erklären, aussprechen.

Ein spannender Weg beginnt und geht bis heute weiter.

Wartezeiten sind Zeiten in denen Gott uns bereitet, formt.

Herausgenommen

Nicht ohne Furcht und Aufregung war ich in ein Wochenende alleine mit Gott gestartet.

Ein umgebauter Heidewagen auf einem Campingplatz im Schwäbischen wartete auf mich.

Die Fremde will sich über mich stülpen als ich dort ankomme und ich suche nach einem netten Café, um noch einmal ein Stück Vertrautheit zu haben, bevor ich in die Einsamkeit abtauche. Dabei lande ich direkt vor einer Buchhandlung und sehe, es ist nicht nur Buch, sondern auch Schönes, Kaffee und Kuchen, was man hier erhalten kann und wieder einmal staune ich über Gottes Fürsorge. Er weiß einfach, was mein Herz braucht, was ich liebe, was mir gut tut.

6tag_180717-1644182.jpgLange halte ich mich darin auf, entdecke, genieße und frage mich, was hier für ein Geist herrscht – es scheint der Heilige zu sein. Als ich eine Mitarbeiterin darauf anspreche bestätigt sie es mir und erklärt mir das Konzept des Ladens:

Die Liebe Gottes soll spürbar, der Heilige Geist erlebbar sein an diesem Ort.

Das kann ich nur bestätigen und fahre nun wie neu beheimatet zu meinem Schäferwagen.

Gott ist hier. Er ist in diesen Tagen mit mir. Er versorgt mich.

Dieses immer wieder Bestätigen seines Wortes, dessen, was ich in meinem Herzen zutiefst zu glauben versuche, das berührt mich immer wieder aufs Neue. Manchmal kann ich die Güte, die sich darin erweist, kaum fassen. Aushalten.

Warum beschenkt mich Gott so sehr?

Was wird dies Wochenende noch alles bringen?

Nachdem ich meine vorübergehende, neue Heimat bezogen habe, gehe ich in der Dämmerung spazieren, fühle die Fremde als etwas Beängstigendes und fühle trotzdem Gottes Schutz, seine Gegenwart.

mogen-mc3a4rz-0141.jpgRichte deinen Blick auf meine Gegenwart, das höre ich am nächsten Morgen, als ich noch vor Dämmerung erwache. In meiner Gegenwart wird dein Denken, dein Herz geformt, gereinigt.

Was ich bereits kenne und auch die folgenden Jahre immer wieder erleben werde:

Gott führt immer zuerst in das Eigene hinein, reinigt, tröstet, heiligt und lässt dann in die Welt schauen.

In diesen Tagen hier im Heidewagen nehme ich immer wieder den Ton in die Hand, den ich mitgenommen habe und forme ihn in meinen Händen zu dem, was es werden soll.

In diesen Stunden wird auch in mir etwas geformt. Ich kann es noch nicht sehen, aber spüre, wie der himmlische Meister am Werk ist. Während ich den Ton in meinen Händen forme, spüre ich mich in den Händen des Schöpfers.

Manchmal ist es ein Ringen, manchmal gelingt es einfach, immer wird es mir zum Bild für das eigene Leben.

6tag_251117-130137Wenn es heißt, der Heilige Geist ist mein Tröster, dann bedeutet das praktisch, ich gebe ihm meine Traurigkeit.

Wenn Jesus meine Sehnsucht stillt, bedeutet das, ihm meine Sehnsucht zu geben.

Alles was Gott mir sein möchte, erlebe ich in dem Loslassen dessen, was ich festhalten möchte. Es wird zur Wahrheit, während ich meine leeren Hände  hin halte. Dort kann es sich hineinlegen, dort werde ich es empfangen.

Ich stoße auf Kol 1.12-23, wo es um das Geheimnis Gottes geht, in das ich nun eintauche.

Es macht mein Herz ganz weit, weil es mich hineinsehen lässt in Gottes Denken, Wollen, Sehnen.

Hier in meinem Herzen beginnt der Glaube tiefer zu wachsen und das Erkennen, Verstehen beginnt mein Herz zu formen, zu bilden.

Als schlichte, aber tief bewegende Tage zu Ende gehen, fühle ich mich gefüllt mit Gottes Gegenwart, Berührung von Herz zu Herz.