Mose

Er hielt sich an den Unsichtbaren, als sähe er ihn.

Hebr 11.27

So heißt es im Hebräerbrief über Mose. Mose, einer meiner Lieblingsmenschen der Bibel. Ein Mann, der so nahe an Gott dran war, der so eine starke Sehnsucht nach immer noch mehr hatte, wie ich es selbst in mir verspüre.

Ein Mann der mutig war.

Ein Mann in dem Gott den Leiter sah, der SEIN geliebtes Volk in die Freiheit führen sollte, obwohl dieser Mann zum Zeitpunkt seiner Berufung in der Wüste lebte, um dort Schafe zu hüten. Es waren nicht einmal seine eigenen Schafe, sondern die seines Schwiegervaters.

Wie wunderbar, dass Gott immer das Mehr in uns sieht. Dass ER das sieht was wir sein können, wenn wir hinhören und Antwort geben auf Sein Wort in unser Leben hinein.

Sich an den Unsichtbaren halten, als ob wir ihn sähen.

Mose durfte so viel von Gott sehen, wie kein anderer Mensch auf dieser Erde. Und doch gab es auch Zeiten, wo er den nur gehörten Worten, den komischen Erlebnissen wie brennenden Büschen trauen und vertrauen musste.

Darin finde ich mein Leben wieder. Komische Erlebnisse, schwer beschreibbare Gefühle und Empfindungen, Worte, die fremd und unrealistisch klingen. Manchmal einfach nur zu einfach – und doch erlebe ich, SEINE Worte, da wo ER gesprochen hat, bringen immer das Leben hervor.

SEINE Worte bringen weiter, bringen in Neues hinein.

SEINE Worte sind es, nach denen ich immer wieder frage, auf die ich warte und hoffe. Sie erbete.

So war es auch Anfang dieser Woche gewesen – mein Gebet um klare, deutliche Leitung. Ein Gebet um Bestätigung. Und mit dem Zeitlimit, bitte doch in dieser Woche.

Und dann kam sie – und erst als sie kam, erinnerte ich mich auch an mein Gebet.

Und sie kam in doppelter Ausführung!

SEINE Treue, SEINE Liebe die darin sichtbar und erlebbar wird für mich, berührt mein Herz und macht mich demütig.

Was ist das für ein Gott, mächtig und erhaben, gleichzeitig beugt ER sich herab und schaut zutiefst in die Herzen und Bedürfnisse SEINER Kinder und gibt mit Freude Antwort. Das sind Berührungen für mich, die Leben hervor bringen. Die mich zurüsten, nach denen ich mich sehne und gleichzeitig machen sie mich fest für die Zeiten, in denen ich ´ nur ´glaube, mich an den Unsichtbaren halte, als sähe ich ihn und vertraue.

So sehr wie ich diese Erlebnisse liebe, gehe ich doch einen großen Teil meines Lebens, den Weg des Vertrauens, vertraue dem, der führt – auch auch wenn ER für mich noch unsichtbar ist.

ER ist treu!

Vorankündigung 3.0

Hier ist es – zumindest das Cover!

Gerade ist es im Druck und wird Ende der Woche ausgeliefert.

Ja – ich bin aufgeregt!

Und ich freue mich und gleichzeitig macht es mich unsicher. Geschriebenes, Gedrucktes ist angreifbar, es kann vereinen oder trennen. Es macht angeifbar.

Aber, ja, die Freude überwiegt.

Hier einen kurzen Einblick, um was es in ‚HINENI‘ geht.

Jetzt ist die Zeit. Gott bereitet den Weg. Glaube ist im Jetzt.

Wie führt Gott Menschen?

Wie zeigt er sich darin?

Was wird er den Menschen auf diesem Weg?

Und was verändert sich dadurch in ihnen?


‚HINEN‘ („Hier bin ich!“) ist der mächtige hebräische Ausdruck, um unsere Präsenz und Achtsamkeit auszudrücken und die Bereitschaft, wirklich in die Begegnung mit Gott zu gehen.


Es ist Zeit, Gottes Stimme auch im Unbekannten zu hören und uns von ihr herausrufen zu lassen wie einst Abraham, Mose, Maria und andere Menschen der Bibel.


‚HINENI‘ macht Mut und gibt Hoffnung auch für die herausfordernden Zeiten des Lebens.

Auf unseren Vertrauenswegen erkennen und erleben wir, dass Gott JAHWE ist, der Allmächtige, der ICH BIN!
Er ist es wert, dass wir ihm vollkommen vertrauen – denn er ist der wirklich gute Vater!

Sind wir bereit, uns von ihm unterbrechen zu lassen, ihm zu begegnen, vor ihm zu stehen und zu sagen:

‚ H i e r b i n i c h ‚ ?

Vorankündigung 2.0

Diese Tage sind für mich sehr emotional.

Das liegt an der Jahreszeit und den Gefühlen, die damit für mich einhergehen.

Es liegt an den weltweiten Umständen, der vielen sicht- und hörbar werdenden Not.

Es liegt an der persönlichen Not einzelner Menschen, denen ich mich verbunden fühle.

Es liegt an dem, was in unseren persönlichen Alltag in diesen Tagen hineinstürmt.

Es liegt daran, dass ich meinen Sohn und Schwiegertochter schon so lange nicht mehr sehen konnte.

Es liegt daran, dass vergangene Woche mein Buch aus dem Lektorat kam, ich es bearbeitet habe, ein letztes Mal durchlas und dann an den Verlag zurückschickte; in Kürze werde ich es gedruckt in Händen halten.

Seitdem ich es im Lektorat wusste, habe ich nicht mehr hinein gelesen. Jetzt wieder darin einzutauchen hat mich überwätigt. Das mag befremdlich klingen, wenn jemand so über das eigene Geschriebene spricht, aber ich sehe so sehr Gottes Herz, Gottes Handschrift dort auf dem Papier, seine Gnade und Barmherzigkeit mit mir, mit uns Menschen – Hoffnung macht sich in meinem Herzen breit und das überwältigt mich!

Es hat mich , wie schon beim Weiten Land berührt, wie behutsam und weise die Lektorin mit meinem Geschriebenen umgegangen ist.

Und so bete ich nun, dass es dorthin gelangt, wo Herzen bereit sind dafür. Dass es Leben, dass es Menschen verändern wird. Dass es das tun wird, wozu es berufen ist.

Dies Buch soll helfen, sich tiefer auf Gott einzulassen, denn es ist Zeit, die Gegenwart Gottes zu suchen und uns unterbrechen zu lassen, hinzuhören, hinzuschauen und bei Ihm zu verweilen, bis ER Zugang findet in unser Herz, denn ER möchte uns mit Seinem Herzen verbinden und uns Anteil geben an SEINEN Gedanken und Gefühlen für die Menschen.

Es ist Zeit, uns von den brennenden Büschen, die nach unserer Aufmerksamkeit suchen, unterbrechen zu lassen. SEINE Stimme ruft uns heute genauso heraus, wie einst Abraham, Mose, Josua, Elia,…

Dies Buch erzählt davon, wie Gott in das Leben von Menschen tritt und sie in ein weites, neues Land, von ihren Umwegen zurück in ihre eigentliche Berufung bringt und sie lernen, dem zu vertrauen der sie führt und sich ihnen darin zu erkennen gibt.

Auf ihren Vertrauenswegen erkennen und erleben sie, dass Gott JAHWE ist, der Allmächtige.

Er ist der, der führt, der Wunder tut, der Seine Versprechen hält, der das Licht in der Dunkelheit ist.

Er ist wert, dass man Ihm vollkommen vertraut – denn Er ist der wirklich gute Vater!

Ich liebe Herzensbücher – damit meine ich nicht Romane, sondern Bücher, die am Herzen Gottes entstanden und vom Herzen Gottes her geschrieben sind. Ein solches Buch soll es sein.

Herzliche Buchempfehlung!

Liebe

Heute Morgen hörte ich Lobpreis aus den USA. Der Lobpreis der jungen Lobpreisleiterin bewegt seit Monaten mein Herz. Diese junge Frau hat vor 8 Monaten morgens ihre kleine Tochter tot in ihrem Bettchen gefunden. Jedesmal wenn ich die Mutter im Lobpreis erlebe, bringt es einen tiefen Schmerz in mir hervor – es ist der Schmerz einer Mutter, die ihr Kind verloren hat.

Zuerst muss ich das Bewusstsein haben, ganz Gott zu gehören ; dann bekomme ich auch das Bewusstsein seiner Gegenwart.

Watchman Nee

Aber da ist noch mehr als Schmerz – es ist ganz viel Platz für Liebe. Und ich glaube, es ist die Liebe, die in ihrem Lobpreis zu sehen und zu erleben ist.

Die vergangenen Jahre habe ich immer wieder Bücher von Menschen gelesen oder es auch bei Menschen erlebt – es gibt ein beharrliches Festhalten im Schmerz. Und das ehre und wertschätze ich. Doch gleichzeitig hat es mich auch jedesmal geschmerzt, weil ich empfand, dass es wie aus einer Art Trotz entstand und ich konnte nicht genau sagen, warum dies so war.

Im Erleben dieser jungen Mutter sehe und erlebe ich etwas anderes. Für mich erlebt sie gerade den tiefsten Schmerz, den ich mir als Mutter vorstellen kann – und ich bin überzeugt, dass sie in diesen Monaten die schwierigsten Stunden ihres Lebens erlebt.

Doch – sie hält an Gott fest.

Sie hält sich an Gott fest.

Doch dieses Festhalten ist ein anderes Festhalten – es ist ein Festhalten aus Vertrauen und Liebe. Ein Festhalten, das von der Liebe und ihrem Vertrauen getragen ist.

Während ich den Eintruck habe, dass wir oft eher aus Trotz festhalten, der wie Rebellion aus unseren Herzen zu kommen scheint. Und das bringt dann gleichzeitig ganz viel Gefühle und Gedanken in uns hervor, die ständig miteinander streiten, in uns ringen und kämpfen. Fragen und Zweifel werden stark in uns. Dort ist das Gehaltensein sehr angegriffen und fragil. Und es lässt den Frieden vermissen, der uns vom Himmel her versprochen ist.

Kalley Heiligenthal stellt die Liebe Gottes nicht in Frage. Sie lässt nicht zu dass der Schmerz und der Verlust ihr Vertrauen erschüttern kann in die Liebe des himmlischen Vaters. Ihr Leben ist erschüttert – total erschüttert. Doch diese Liebe in der sie lebt ist unerschütterlich. Das ruft sie immer wieder kraftvoll heraus in ihrem Lobpreis.

Und so wird, während alles erschüttert wird, gleichzeitig das unerschütterliche sichtbar für sie – die Liebe Gottes!

Das ist der Glaube von dem wir in der Bibel lesen und im Leben so vieler Menschen sehen dürfen. Es ist das, wonach ich mich ausstrecke:

Vollkommen in der Liebe und damit dem vollen Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben – denn das hat die Kraft, mein Denken und mein Leben, Erleben zu verändern.

Saat

Sei ein Fremdling in diesem Land, und ich will mit dir sein und dich segnen.

1 Mo 26.3

Zur Zeit Isaaks kam eine Hungersnot in das Land, in dem er sich aufhielt. Es war das verheißene Land, aus dem Jahre vorher sein Vater Abraham während einer Hungersnot nach Ägypten geflohen war. Isaak bekommt von Gott den Auftrag, zu bleiben – trotz der Hungersnot. Im Land der Verheißung verspricht Gott ihm Schutz und Segen.

Es ist herausfordernd, im Land der Verheißung zu bleiben, wenn du gerade in Not bist, wenn du siehst, wie Hunger sich ausbreitet, deine Familie bedroht. Es verlangt Vertrauen, es braucht Glauben, um auszuhalten, zu bleiben und diese Verheißung in Anspruch zu nehmen.

Wenn du Hunger hast und es wegen einer Hungersnot nicht mehr viel Korn gibt, musst du dich entscheiden, ob du das, was du hast, isst oder ob du es einsparst und dafür aussähst, um später mehr zu haben. Isaak geht diesen Schritt. Er sät in dieses fremde Land das wenige Korn das er hat.

Und Isaak säte in dem Land und erntete im selben Jahr hundertfältig; denn der Herr segnete ihn.

1 Mo 26.12

Isaak sät in seine Zukunft, in die Zukunft seiner Familie, weil er die Verheißung Gottes hat, er werde ihn segnen und vermehren. Das ist ein Versprechen das er festhalten kann. Trotz Hunger zu säen verlangt Vertrauen. In die Zukunft zu säen spricht von Hoffnung auf diese unbekannte Zukunft. Und in der Fremde zu säen spricht davon, sich dort ein Zuhause zu schaffen. Das Bedürfnis nach einem Zuhause, nach einem Ort der Versorgung ist fundamental.

In die Zukunft zu säen spricht von Hoffnung auf diese unbekannte Zukunft.

Je unkontrollierbarer das Leben im Außerhalb ist, umso wichtiger wird die Gestaltung des eigenen Lebensraumes. Bei Isaak war es die existentielle Versorgung, um zu überleben.

In diesen vergangenen Wochen haben wir es an vielen Orten erlebt, dass Menschen ihr Zuhause, diesen Ort an dem sie sich nun während des Shutdowns beinahe rund um die Uhr aufhalten mussten, neu gestalteten, zu einem Ort des Rückzugs, der Geborgenheit, der Schönheit, der Ordnung machten. Dieses Nestbauen erinnert daran, wer wir sind und was uns wichtig ist. Es erinnert, dass wir bei aller Sehnsucht in die Ferne immer auch ein Zuhause brauchen, diesen Ort der Heimat, der dann auch immer einen Teil von uns selbst widerspiegelt. Dabei geht es einerseits um Gestalten, andererseits auch darum, Verantwortung zu übernehmen für meinen Lebensraum.

Isaak übernahm die Verantwortung für seine Familie, indem er säte.  Er wusste, bald würde seine Aussaat Frucht bringen, mehr Frucht als das was er im Moment hatte. Trotz alledem weiß man in einer Zeit der Hungersnot nicht, wie die Aussaat aufgehen und wachsen wird. So brachte er mit dieser Tat Gott sein Vertrauen und seinen Glauben. Er legte diesen Samen nicht nur in die Erde, sondern auch auf den Altar als Opfer, das seinen Glauben zeigte.

Ich denke, wir alle spüren diese Spannung, diesen Ruf in diesen Tagen, wie wir unser Leben, unsere Zukunft weiter gestalten wollen. Wie kann, wie wird die neue Zeit werden, der wir entgegen gehen, in der wir schon stehen. Krisen wollen uns immer auch etwas sagen, wollen uns herausrufen. Was ist es für dich geworden, was siehst du vor dir, wo ist deine Herausforderung, wohinein dein Ruf?

Das Leben, diese Welt ist uns neu anvertraut. So viele Missstände werden in diesen Tagen sichtbar – was bisher unsichtbar, nicht gehört, verdrängt, aber dennoch da war, schafft sich einen Weg durch die Wirren dieser Zeit und schreit. Welcher Schrei erreicht dein Herz, wo zeigt Gott dir deinen Platz?

Ich wünsche dir Hoffnung für dein Herz, Hoffnung, die dich säen lässt in die Zukunft. Halte deine Verheißung im Glauben fest – denn ER hat uns verheißen, mit uns zu sein und zu segnen!

Sei mutig und säe! – auch wenn du dich vielleicht gerade wie ein Fremdling fühlst in deinem Leben.

Wahre Geschichte

Es gibt eine Geschichte, die Geschichte zu meinem Buch ‚Weites Land – den Weg des Vertrauens gehen‘.

Diese Geschichte erzähle ich bei Lesungen – die momentan ja leider nicht stattfinden können.

Oft sind ja die Wege das eigentliche Ziel. Der Weg dorthin ist das, was mein Leben, was die Geschichte ausmacht. Und so ist mir mein Weg mit diesem Buch sehr kostbar geworden.

Gott hat mich so viel gelehrt dabei, mich wieder einmal erleben lassen, dass sein Wort vertrauenswürdig ist.

Wenn er spricht, dann geschieht es – dann muss es geschehen, denn keines seiner Worte geht verloren.

Ich habe es erlebt.

Und so erzähle ich meine Geschichte. Meine Geschichte mit Gott, meine Geschichte mit meinem Buch. Die Geschichte hinter dem Buch.

Meine Sehnsucht, mein Gebet ist dabei, dass es dich zum Herzen Gottes führt.

Führung

Und der Herr sprach: Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt

Josua 8.1

Vor einer Woche habe ich über Josua gepredigt. Sein Leben, das so wegweisend ist, verwurzelt im Vertrauen in Gottes Führung, ausgerichtet auf das Herz Gottes, seine Leitung und dann kommt Josua an den Punkt, wo er fragt, bist du überhaupt auf meiner Seite – ja, wer bist du überhaupt?

Tatsächlich ist das eine Frage, die immer wieder in unserem Leben auftaucht – wer bist du überhaupt, wie bist du überhaupt und wenn ja, wo bist du, Gott?

Es kann uns beruhigen, wenn Leiter wie Josua diese Frage stellen und doch möchte ich mich damit nicht trösten, sondern ich will von ihm lernen. Ich möchte darauf schauen, was dann geschah.

Josua steht vor dem, redet mit dem, der würdig ist, dass du deine Sandalen von dir schmeißt und auf den Boden fällst – und gleichzeitig ist er vor dem, der sagt: fürchte dich nicht, ich bin mit dir! Folge mir!

Josua hatte gelernt, hatte in der Verborgenheit, in der Gegenwart Gottes gelernt, auf Gott zu schauen, hinzuhören und daraufhin loszugehen. Land einzunehmen. Man hat den Eindruck, er weiß, wie es läuft, wie die Dinge zu tun sind, welchen Weg er gehen soll, doch dann gerät er in eine Situation, in Umstände, die alles in Frage stellen. Sogar den in Frage stellen, der mit ihm, der vor ihm ist.

Und während ich immer noch darüber nachdenke, stoße ich auf Worte von Kris Vallotton.

Er hat vor ein paar Monaten über diese Situation gesprochen, weil Gott ihn an einen Traum erinnerte. In diesem Traum ging Gott einen Weg entlang auf dem Menschen standen – er ging zielstrebig und stellte die Menschen, die im Weg waren, zur Seite, bis er vor Kris stand. Diesem sah er direkt in die Augen (so ein Augenblick, der dich gefangen nimmt, deine ganze Aufmerksamkeit packt) und sprach: geh mir aus dem Weg! Während er an ihm vorbei geht spricht er: Nun folge mir!

Was ist das für ein Gott?

Derselbe der zu Josua spricht: Nein!, als Josua fragt, bist du für uns oder gegen uns.

Das ist die falsche Frage. Es geht darum, wo stehst DU. Auf welcher Seite stehst du? Folgst du mir?

Es gibt Zeiten, da geht es nicht darum, ob Gott für oder gegen dich ist. Es geht darum, dass Gott mitten auf dem Weg ist und dich auffordert, ihm zu folgen.

Diese Pandemie ist nicht von Gott. Gott hat sie nicht zum Gericht geschickt, er hat sie nicht geschickt, um selbst darin groß zu werden, aber es ist die Zeit, in der Gott sagt, ich stehe hier, mitten drin, folge mir nun. Ich weiß wohin es geht, auch wenn gerade die ganze Welt orientierungslos ist.

Also geht es gerade nicht um die Frage, ist Gott noch für die Menschen oder ist er jetzt gegen uns.

Wo überhaupt ist Gott gerade in all meinen Umständen.

Welche Maßnahmen sind gerade die Richtigen und stehe ich mit meiner Meinung auf der richtigen Seite.

Die Frage heute ist viel persönlicher: wo steht dein Herz, wer ist Gott für dich?

Sehe ich Gott, sehe ich, wie er souverän in dieser großen Geschichte steht und wie er nun sagt, geht mir hinterher, denn ICH mache Neues. Ich gestalte euren Terminkalender neu, ich plane das nächste Jahr für euch. Ich sorge für euren Urlaub. Ich sorge für deine Arbeit, bringe dich in eine vielleicht neue Berufung. Vielleicht sehen meine Wege anders aus, als sie in deinen Vorstellungen waren, doch ich bin – ich bin inmitten von alledem.

Gott hat lange gewartet, dass wir, das du und ich, unsere Herzen ihm zuwenden, ihm, seiner Stimme uneingeschränkt folgen. Gleichzeitig hat er beständig erlebt, wie wir unsere Wege gehen. Wie wir auf seine Bewegung in unserem Leben oftmals nicht reagiert haben.

Jetzt bewegt sich Gott – und fordert auf, ihm uneingeschränkt hinterher zu gehen. Heute haben wir tatsächlich nicht mehr viele andere Optionen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gerade nicht viel in der Hand. Das ist schwierig, aber für Wege mit Gott auch hilfreich.

Wenn Gott dir sagt, jetzt folge mir, dann muss ich eine Entscheidung treffen – immer. Wenn Gott das in eine Zeit hinein spricht, in der alles entgegengesetzt zu laufen scheint, fordert es sehr heraus. Habe ich vielleicht falsch gehört? Funktioniert Gottes Idee überhaupt? Wer und wo überhaupt ist Gott?

Es ist so ein Punkt, wo du nicht anders kannst, als zu gehorchen, zu folgen und dann erlebst, dass deine Prophetien sich nicht zu erfüllen scheinen. Du schaust die Möbel an und denkst, wann endlich werden sie in meinem Café stehen? Wann endlich wird geschehen, was ich gehört habe?

Und dann scheint es noch schlimmer zu werden. Die ganze Welt steht Kopf. Grundsätzlich nicht der Augenblick, große Pläne zu schmieden. Aber tief innen spüren wir, wenn ich ihm weiter hinterher gehe, gerade jetzt in dieser Zeit, einfach nur hinhöre, hineinhöre – ich weiß, er ist souverän, wenn er entschlossen den Weg entlang geht, kann sich ihm niemand in den Weg stellen. Wie oft lesen wir in der Bibel Geschichten, wo Gott gewartet hat, lange gewartet hat, zugeschaut hat – und dann hat er plötzlich in die Geschichte eingegriffen. Massiv, so, dass die Menschen erkennen mussten, das ist ein Kairosmoment. Ein Moment der Geschichte Gottes. Diese Geschichte ist unabwendbar. Sie wird geschrieben werden. Es gibt souveräne Zeiten im Leben, in der Gott einfach übernimmt. Die Führung übernimmt.

Die Frage ist nicht: bist du für mich, sondern Gott fragt: bist du für mich. Wirst du meiner Leitung folgen? Es gibt diese Zeiten, wo Gott in die Geschichte eingreift. Entscheidend ist dann, wo stehe ich.

Und bin ich bereit wie Joshua, meine Sandalen von den Füßen zu zerren und vor dem auf die Knie zu gehen, der sagt, folge mir nun. Lass all dein Eigenes zurück – folge nur!

Und dabei geht es um die Furcht des Herrn. Um Gottesfurcht. Nicht die Furcht vor Gott, sondern Ehrfurcht – das Erkennen, wer ist Gott und wer bin ich.

Die Bibel lehrt uns, dass die verstärkte Gegenwart Gottes immer eine Furcht vor Gott im Menschen hervorruft. Im Umkehrschluß können wir also sagen, dass Gottesfurcht ein Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist.

Manuel Moldenhauer

Extremes Leben

Immer wieder höre und lese ich es in diesen Tagen: wir sind für eine Zeit wie diese geschaffen. Heute zeigt sich und bewährt sich, was in den letzten Jahren gewachsen ist in uns. In Krisen wird sichtbar, auf welchem Grund wir stehen. Höre und verstehe ich heute meine Berufung – Berufung, die vielleicht so anders ist, als alles was du bisher gedacht und erwartest hast. Die dich aus deiner Komfortzone herausholt. Die sich den Umständen heute anpasst.

Auch wenn wir momentan eher im Verborgenen leben – für mich ein Ort, den ich liebe; was diese Zeit der Verborgenheit für mich nicht so herausfordernd macht wie es für manch einen anderen jetzt ist. Und gleichzeitig erlebe ich diesen Ruf, heute, jetzt nicht still zu sein.

Und darin geschieht es dann, dass du zur größten Challenge deines momentanen Alltags herausgerufen wirst.

Als mein Buch im Herbst erschien, wurde ich von einer Gemeinde aus Rheinland-Pfalz gefragt, ob ich an diesem Wochenende im April zu einer Lesung kommen würde. Am Sonntagmorgen könnte ich dann in der Gemeinde auch noch predigen. Ich hatte zugesagt – und mich darauf gefreut.

Im Zuge von allen anderen Absagen für Zusammenkünfte, musste natürlich auch dieses Wochenende abgesagt werden. Und das war ok so, denn ich empfinde ganz stark diesen Blick auf das Andere, das Größere, das gerade geschieht. JA, wir müssen manches entbehren, auf manches verzichten, absagen – alles scheint so ganz anders zu sein wie geplant. Das kann traurig machen ( was auch ok ist ), aber es kann mich auch hinhören, hinschauen lassen auf das, was nun dran ist. Wo sehe ich die Hand Gottes, die Neues schafft, die wiederherstellt. Und die sich nicht auhalten lässt. Ich bin halt gefordert, meine Vorstellugen davon, wie das zu sein hat und sein kann, loszulassen.

Gott ist ein Gott, der aus Asche Schönheit hervorbringt, der Leben an Orte ruft, wo wir denken, es stirbt etwas – wenn das wirklich mein Glauben ist, dann habe ich große Hoffnung in meinem Herzen – über allen Schmerz hinaus.

Und so heißt es in diesen Tagen für mich, mich der Challenge zu stellen – meiner Herausforderung, denn ich hatte leichten Herzens zugesagt, dass ich ein Predigtvideo an die Gemeinde schicken kann.

Die Predigt war einfach, das Video die Herausforderung.

Dabei war nicht die Technik das Problem – sondern der Mensch. Also ich!

Stelle dir jemanden vor, der lieber telefoniert als zu skypen, der bei Zoom immer nur seinen Namen angibt, anstatt die Kamera einzuschalten (und dabei alle anderen bewundert, die da so selbstverständlich vor ihrer Kamera sitzen), jemand, der traditionelle Gemeindegruppenfotos nicht auf seiner Prioritätenliste hat und bei jedem zweiten Familienfoto die Person ist, die, während alle fröhlich in die Kamera schauen, den Blick in die Ferne schweifen lässt oder fragt, wo muss ich denn hinschauen. Das beschreibt ein bisschen meine Person.

Und nun stehe ich vor dieser Herausforderung – schaue 40 Minuten lang in die Kamera und rede, ohne die Menschen zu sehen, zu denen du sprichst. Es fühlt sich wie schauspielen an, ein weiteres Ding. was nicht zu meiner Leidenschaft zählt.

Aber es ist gerade das, wozu ich gerufen bin und ich fühle die Herausforderung darin und gleichzeitig die Ermutigung : fürchte dich nicht! sei mutig und stark! ich bin mit dir! – denn für solche Momente brauche ich diese Worte. Für Momente, wo ich entscheiden muss, unter welchem Blick ich stehe, unter welchen Blick ich mich stelle. Und dann treffe ich bewusst die Entscheidung – Jesus, du hast mich jetzt dorthin gestellt. Ich muss hier nicht performen, sondern einfach diesen Platz einnehmen, auf dem ER schon auf mich wartet. Und das hat für mich immer etwas mit Loslassen zu tun.

Meine Ängste und mein Denken darüber – und vor allem den Blick, das Denken anderer, loslassen.

Das, was für viele Normalität geworden ist, wurde für mich zu einer zwei Tage – (und Nächte) Ralley – aber ich weiß, es war nur der Start für weitere Glaubens – und Vertrauensschritte. Denn für die Berufungen Gottes brauche ich immer Vertrauen, Glauben in IHN.

Und das ist so gut! Denn dann erlebe ich IHN auch.

Und so lade ich heute ein – wenn du noch keinen OnlineGottesdienst dir für heute gesucht hast oder in den kommenden Tagen auf der Suche bist nach geistlicher Nahrung – vielleicht kann dir diese Predigt helfen, mit dem Herzen des Vaters verbunden zu werden. Die Liebe und Leidenschaft des Vaters für dich zu entdecken, zu glauben, so dass du dich selbst auf die Suche machst nach dem Ort, an dem ER auf dich wartet – dort im Verborgenen!

Denn – so wunderbar all die Dinge sind, mit denen wir zur Zeit online versorgt werden – der beste Ort, der mit Mehrwert, ist immer noch der deiner persönlichen Begegnung mit Gott!

Sei gesegnet!

Hier der Link zur Predigt

https://www.dropbox.com/s/r4gmth0iy9pslyt/YouCut_20200422_115419723.mp4?dl=0

Gedanken einer Mutter

Kennst du das – du sitzt da, wartest, und plötzlich läuft vor deinen inneren Augen ein Film ab. in meinem Fall heute morgen ausgelöst durch ein Wort auf das ich sties, als ich meine Bibel aufschlug.

Vor einigen Tagen war mir ein Losungskärtchen von vor 10 Jahren in die Hand gefallen. Es hatte mich so sehr bewegt und etwas in meinem Herzen angesprochen, da es an einem Geburtstag meines sohnes vor vielen Jahren war und mich das Wort in dem Zusammenhang schon vor Jahren sehr angesprochen hatte.

Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der Herr.

Jer 31.16

Ja, das hat Gott damals zu seinem Volk gesprochen – als ich es eines Tages las, fiel es aber auch genau in meine Umstände und mein Herz. Das geschieht, wenn Gott uns ein ganz persönliches Wort geben möchte, etwas, das jetzt Gültigkeit bekommen soll.

In dem Wissen, sie immer wieder verabschieden zu müssen, war aber auch eine große Freude darüber, welchen Weg Gott mit den beiden geht.

Und Gott hatte mir damals zugesagt, meine Trauer in Freude zu verwandeln, und das geschah auch. Ich habe erlebt, wie meine Trauer über den Ozean hinweg in Freude verwandelt wurde.

Heute sehe ich uns in Nürnberg am Flughafen stehen und Manu und Abi verabschieden. Sie waren auf dem Weg nach Mexiko, wir wussten nicht, wann wir sie würden wiedersehen, wo sie die Jahre verbringen würden – meine Tränen füllten den Boden des Terminals.

Das wort in Jeremia geht weiter:

Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren.

Jer 31.32

Wenn ich sie heute morgen vor mir sehe, die Zeit, die seitdem vergangen ist, dann staune ich über die Wege Gottes. Gott selber hat sie zurück gebracht, hat sie über alles Verstehen hinaus nach Spanien gesandt. Gerade heute bin ich so sehr dankbar dafür – es fühlt sich so nahe an. Es liegt kein Ozean mehr zwischen uns.

Ich staune über das, was Gott in ihrem Leben tut und empfinde – so, wie die Welt momentan so ruhig geworden zu sein scheint, unser Leben zum Teil äußerlich ruhig gestellt wurde – gleichzeitig geschieht es, dass Gott Stimmen seines Volkes erhebt.

Manu und Abi sitzen buchstäblich seit 5 Wochen (schon länger als wir hier in Deutschland) in ihrer wenig Quadratmeter großen Wohnung.

Manuel war gerade einen Tag bevor die spanische Ausgangssperre ausgerufen wurde, von Kolumbien zurückgekehrt, kam vom Flughafen in Madrid zurück in die kleine Wohnung mitten in der Stadt – in diesen Tagen erfahren sie, dass die Ausgangsspeere in Madrid noch einmal um zwei Wochen verlängert wird.

Seit Wochen ist das Highlight an Bewegugsfreiheit  der Spaziergang zum kleinen Supermarkt am Ende der Straße – am besten scheint es zu sein, wegen jeder Banane einen extra Gang zu tätigen und natürlich alleine. Die Schritte so langsam wie möglich, um die Luft, die Freiheit auf der von hohen Häusern umgebenen Straße zu genießen.

Die beiden lieben die Natur. Sie lieben die Bewegung. Sie lieben es, sich auszupowern – am liebsten am Felsen. die Herausforderung beim Klettern. Sie lieben es, in die Parks, in die Straßen zu gehen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen von Jesus zu erzählen, für sie zu beten.

Und sie lieben Gott. Sie lieben seine Gegenwart. Und dort verbringen sie viel Zeit, nun noch mehr, wo sie doch seit Wochen in ihrer kleinen Wohnung sitzen. Diese Wohnung die lichtdurchflutet ist. Als wir vergangenen Sommer bei ihnen waren, mit ihnen Holz einkaufen gingen, Möbel bauten, freute ich mich so sehr darüber, dass diese Wohnung so viel Licht hatte, weil sie auf zwei gegenüber liegenden Seiten hin geöffnet ist – durchflutet von Licht.

In diesen Tagen denke ich sehr an die Beiden (vor allem, wenn ich an den Luxus denke, in dem ich trotz aller Einschränkung sein kann – ich kann immer noch jederzeit in den Garten oder am Fluss, im Wald, im Dorf spazieren gehen oder joggen). Gleichzeitig staune ich immer wieder darüber, wie sie diese herausfordernde Zeit jetzt erleben, nutzen und wie Gott sie hervorbringt.

Sie sind nicht leise geworden, dort eingeschlossen. Nein, vielmerh, Gott erhebt gerade in dieser Zeit ihre Stimme – und das nicht nur in den Straßen Madrids, sondern darüber hinaus. So konnten sie die vergangenen Wochen vieles tun, wozu sie vorher nie kamen – und sie haben es getan. Videobotschaften der Hoffnung, der Zuversicht verbreitet – Botschaften voll Kraft. 24/7 burn, europaweit leiteten sie eine Lobpreis – und Fürbittestunde, sprechen in ihrer Kaleo-Gemeinde – Gott lässt ihre Stimme nicht verstummen, sondern gerade in dieser Zeit laut und gewichtig werden.

Ich liebe es, wie Gott in unserem Leben ist und sein will.

Die Verborgenheit macht uns sprachfähig. Heute erleben wir mehr denn je, dass die Menschen, die aus der Verborgenheit kommen, sich in der Verborgenheit zurüsten lassen, Worte mitbringen, die Hoffnung geben, die ausrichten – die wirkliches Leben in sich tragen, weil sie das Leben, die Kraft und den Geist Gottes in sich tragen. Weil sie von seinem Geist ausgerüstet, gefüllt sind. Buchstäblich abgefüllt bis über den Rand, damit es überfließen, hinfließen kann zu denen, die durstig sind.

Gott ist unser Versorger, innerlich und äußerlich – in Madrid genauso wie auch hier oder sonstwo auf der Welt – wenn wir ihn das auch sein lassen. Ihm den Raum dafür geben.

So können wir staunen über das was geschehen kann.

Friede Gottes

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.

Phil 4.7

Im Philipperbrief heißt es einen Vers vorher,

Sorgt euch um nichts,…

Keine Sorge in uns zu haben, ist in diesen Tagen eine Herausforderung.

Wenn es nicht um mich selber ist, dann um die, die nicht so geschützt leben können wie ich, die mehr um ihre Existenz bangen müssen, die …

Es gibt wirklich genug Grund, sich zu sorgen. Wir sehen, wir haben das Leben, wir haben die Welt doch nicht so in unserer Hand, wie wir vielleicht dachten.

Das zu erkennen, ist besorgniserregend und gleichsam sehr heilsam.

Die Welt ist zu einem Krisenherd geworden. Das Leben auf dieser Welt ist unsicher geworden. Plötzlich empfinden wir uns verbunden mit der gesamten Welt, denn es sind nicht mehr nur einige, die gerade etwas intensiv erleben, plötzlich ist es die gesamte Welt, die gleiches Erleben teilt. Und obwohl Schrecken darin liegt verbindet es uns auch. In unserer momentanen Isolation sind wir gleichsam weltweit verbunden.

Es heißt momentan, dass die Gefahr der Epidemie der Angst fast größer ist, als der Virus selbst. Was Angst macht mit uns, sehen wir jeden Tag in den Medien.

Und dahinein heißt es in der Bibel, dass unsere Herzen und unsere Gedanken bewahrt werden durch den Frieden Gottes.

Der Friede, der höher als unser Denken, als unser Verstehen ist.

Ein Friede, der sich abhebt von den Nachrichten, den Prognosen, allem menschlichen Erkennen.

Dieser Friede ist eine Person – es ist Jesus selbst, der Friedefürst.

Wenn ich auf ihn schaue, an ihm festhalte, erlebe ich diesen Frieden. Es ist keine Theorie, kein Wunschdenken.

Gestern morgen hatten wir Sorge, ja sogar Angst um unsere Mutter. Sie war seit über einem Tag telefonisch nicht mehr erreichbar (trotz der von uns verordneten Ausgangssperre). Wir wussten nicht, warum sie nicht auf unsere Anrufe reagierte und große Sorge wollte sich ausbreiten. In dieser Zeit des Wartens, Hilfe suchens, erlebte ich diesen Frieden ganz praktisch. Es war nicht ein Wegschieben von Tatsachen oder ein Schönreden – die Unsicherheit um das Leben meiner Mutter war ganz real. Aber genauso real war der Friede, den ich in Jesus haben durfte.

Und die Freude, als ein Nachbar feststellte, dass ihr Telefon auf stumm gestellt war.

In diesen Tagen wird immer wieder der Zukunftsforscher Matthias Horx zitiert.

Mich hat sein Artikel über die Zeit nach Corona begeistert.

Er redet davon, dass es als Gegenstück der Prognose die Regnose gibt. Ein Zurückschauen von einem Ort der Zukunft auf heute. Was wird wie geschehen sein, geworden sein.

Und dann beschreibt er, wie sich das, was wir heute schon als positive Veränderung unserer momentanen Lebensstile erleben, fortgesetzt hat, was daraus geworden ist.

Es ist das, was ich auch sehe und woran ich festhalten möchte.

Ich wüsche mir, für mich selbst, dass das was sich momentan verlangsamt, vereinfacht, erhalten bleibt, ja noch mehr wird, auch wenn die Krise eines Tages überstanden sein wird.

Und ich wünsche mir das nicht nur für mich, sondern für die Menschheit. Dass wir lernen aus diesen Tagen. Dass wir das Gute daraus weiter mitnehmen.

Und gleichzeitig höre ich um mich herum die Stimmen die sagen, niemals wird das gelingen, die Menschheit lernt nicht aus ihren Fehlern.

Das ist der Punkt, wo mir entweder die Hoffnung geraubt wird oder ich daran festhalte und damit vor Gott komme. Dort, an seinem Herzen schaue ich hin, höre ich hin, verbinde ich mich mit seinen Gedanken, seinem Herzen.

Und dort erkenne ich, das, was dieser Zukunftsforscher tut, ist, sich an den Ort zu stellen, wo Gott steht, von wo aus Gott Hoffnung, Zukunftsglaube, Freude in unser Leben hinein spricht.

Prophetie ist letztendlich, dass Gott aus einem Ort in der Zukunft heraus spricht in unser Heute hinein. Er sieht, er spricht, was dort sein kann, soll, wird.

Das ist Prophetie die zur Ermutigug, Auferbauung ist. Sie sät Hoffnung in mein Herz. Lässt Glauben wachsen, lässt mich festhalten. Von diesem Ort aus bete ich, kann ich Hoffnung bringen zu Menschen. Und so will ich weiter daran festhalten, dass wir gerade in einem historischen Moment leben, ein Moment, der meine Geschichte und die der Menschheit verändern kann. Ein Momemt, der zu einem Reset wird – wir haben die Chance, manches noch einmal neu, besser zu leben. Unsere Prioritäten ordnen zu lassen.

Lasst uns hinhören, was Gott heute sagt. Was er in unser Heute hinein spricht.

Unsere Geschichte, die Geschichte dieser Welt hat begonnen, weil Gott gesprochen hat. Seine Worte sind Kreativität. Sie rufen das Leben hervor. Sie rufen Neues hervor. Schönheit.

Ich werde ihn weiterhin aufsuchen – den Ort, wo Gott spricht!

Wo ich das Gute über das Leben höre. Frieden, Heilung, Trost, Zuversicht, Hoffnung.

Sein Friede, ER selbst, sei mit dir!