Extremes Leben

Immer wieder höre und lese ich es in diesen Tagen: wir sind für eine Zeit wie diese geschaffen. Heute zeigt sich und bewährt sich, was in den letzten Jahren gewachsen ist in uns. In Krisen wird sichtbar, auf welchem Grund wir stehen. Höre und verstehe ich heute meine Berufung – Berufung, die vielleicht so anders ist, als alles was du bisher gedacht und erwartest hast. Die dich aus deiner Komfortzone herausholt. Die sich den Umständen heute anpasst.

Auch wenn wir momentan eher im Verborgenen leben – für mich ein Ort, den ich liebe; was diese Zeit der Verborgenheit für mich nicht so herausfordernd macht wie es für manch einen anderen jetzt ist. Und gleichzeitig erlebe ich diesen Ruf, heute, jetzt nicht still zu sein.

Und darin geschieht es dann, dass du zur größten Challenge deines momentanen Alltags herausgerufen wirst.

Als mein Buch im Herbst erschien, wurde ich von einer Gemeinde aus Rheinland-Pfalz gefragt, ob ich an diesem Wochenende im April zu einer Lesung kommen würde. Am Sonntagmorgen könnte ich dann in der Gemeinde auch noch predigen. Ich hatte zugesagt – und mich darauf gefreut.

Im Zuge von allen anderen Absagen für Zusammenkünfte, musste natürlich auch dieses Wochenende abgesagt werden. Und das war ok so, denn ich empfinde ganz stark diesen Blick auf das Andere, das Größere, das gerade geschieht. JA, wir müssen manches entbehren, auf manches verzichten, absagen – alles scheint so ganz anders zu sein wie geplant. Das kann traurig machen ( was auch ok ist ), aber es kann mich auch hinhören, hinschauen lassen auf das, was nun dran ist. Wo sehe ich die Hand Gottes, die Neues schafft, die wiederherstellt. Und die sich nicht auhalten lässt. Ich bin halt gefordert, meine Vorstellugen davon, wie das zu sein hat und sein kann, loszulassen.

Gott ist ein Gott, der aus Asche Schönheit hervorbringt, der Leben an Orte ruft, wo wir denken, es stirbt etwas – wenn das wirklich mein Glauben ist, dann habe ich große Hoffnung in meinem Herzen – über allen Schmerz hinaus.

Und so heißt es in diesen Tagen für mich, mich der Challenge zu stellen – meiner Herausforderung, denn ich hatte leichten Herzens zugesagt, dass ich ein Predigtvideo an die Gemeinde schicken kann.

Die Predigt war einfach, das Video die Herausforderung.

Dabei war nicht die Technik das Problem – sondern der Mensch. Also ich!

Stelle dir jemanden vor, der lieber telefoniert als zu skypen, der bei Zoom immer nur seinen Namen angibt, anstatt die Kamera einzuschalten (und dabei alle anderen bewundert, die da so selbstverständlich vor ihrer Kamera sitzen), jemand, der traditionelle Gemeindegruppenfotos nicht auf seiner Prioritätenliste hat und bei jedem zweiten Familienfoto die Person ist, die, während alle fröhlich in die Kamera schauen, den Blick in die Ferne schweifen lässt oder fragt, wo muss ich denn hinschauen. Das beschreibt ein bisschen meine Person.

Und nun stehe ich vor dieser Herausforderung – schaue 40 Minuten lang in die Kamera und rede, ohne die Menschen zu sehen, zu denen du sprichst. Es fühlt sich wie schauspielen an, ein weiteres Ding. was nicht zu meiner Leidenschaft zählt.

Aber es ist gerade das, wozu ich gerufen bin und ich fühle die Herausforderung darin und gleichzeitig die Ermutigung : fürchte dich nicht! sei mutig und stark! ich bin mit dir! – denn für solche Momente brauche ich diese Worte. Für Momente, wo ich entscheiden muss, unter welchem Blick ich stehe, unter welchen Blick ich mich stelle. Und dann treffe ich bewusst die Entscheidung – Jesus, du hast mich jetzt dorthin gestellt. Ich muss hier nicht performen, sondern einfach diesen Platz einnehmen, auf dem ER schon auf mich wartet. Und das hat für mich immer etwas mit Loslassen zu tun.

Meine Ängste und mein Denken darüber – und vor allem den Blick, das Denken anderer, loslassen.

Das, was für viele Normalität geworden ist, wurde für mich zu einer zwei Tage – (und Nächte) Ralley – aber ich weiß, es war nur der Start für weitere Glaubens – und Vertrauensschritte. Denn für die Berufungen Gottes brauche ich immer Vertrauen, Glauben in IHN.

Und das ist so gut! Denn dann erlebe ich IHN auch.

Und so lade ich heute ein – wenn du noch keinen OnlineGottesdienst dir für heute gesucht hast oder in den kommenden Tagen auf der Suche bist nach geistlicher Nahrung – vielleicht kann dir diese Predigt helfen, mit dem Herzen des Vaters verbunden zu werden. Die Liebe und Leidenschaft des Vaters für dich zu entdecken, zu glauben, so dass du dich selbst auf die Suche machst nach dem Ort, an dem ER auf dich wartet – dort im Verborgenen!

Denn – so wunderbar all die Dinge sind, mit denen wir zur Zeit online versorgt werden – der beste Ort, der mit Mehrwert, ist immer noch der deiner persönlichen Begegnung mit Gott!

Sei gesegnet!

Hier der Link zur Predigt

https://www.dropbox.com/s/r4gmth0iy9pslyt/YouCut_20200422_115419723.mp4?dl=0

Gedanken einer Mutter

Kennst du das – du sitzt da, wartest, und plötzlich läuft vor deinen inneren Augen ein Film ab. in meinem Fall heute morgen ausgelöst durch ein Wort auf das ich sties, als ich meine Bibel aufschlug.

Vor einigen Tagen war mir ein Losungskärtchen von vor 10 Jahren in die Hand gefallen. Es hatte mich so sehr bewegt und etwas in meinem Herzen angesprochen, da es an einem Geburtstag meines sohnes vor vielen Jahren war und mich das Wort in dem Zusammenhang schon vor Jahren sehr angesprochen hatte.

Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden, spricht der Herr.

Jer 31.16

Ja, das hat Gott damals zu seinem Volk gesprochen – als ich es eines Tages las, fiel es aber auch genau in meine Umstände und mein Herz. Das geschieht, wenn Gott uns ein ganz persönliches Wort geben möchte, etwas, das jetzt Gültigkeit bekommen soll.

In dem Wissen, sie immer wieder verabschieden zu müssen, war aber auch eine große Freude darüber, welchen Weg Gott mit den beiden geht.

Und Gott hatte mir damals zugesagt, meine Trauer in Freude zu verwandeln, und das geschah auch. Ich habe erlebt, wie meine Trauer über den Ozean hinweg in Freude verwandelt wurde.

Heute sehe ich uns in Nürnberg am Flughafen stehen und Manu und Abi verabschieden. Sie waren auf dem Weg nach Mexiko, wir wussten nicht, wann wir sie würden wiedersehen, wo sie die Jahre verbringen würden – meine Tränen füllten den Boden des Terminals.

Das wort in Jeremia geht weiter:

Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren.

Jer 31.32

Wenn ich sie heute morgen vor mir sehe, die Zeit, die seitdem vergangen ist, dann staune ich über die Wege Gottes. Gott selber hat sie zurück gebracht, hat sie über alles Verstehen hinaus nach Spanien gesandt. Gerade heute bin ich so sehr dankbar dafür – es fühlt sich so nahe an. Es liegt kein Ozean mehr zwischen uns.

Ich staune über das, was Gott in ihrem Leben tut und empfinde – so, wie die Welt momentan so ruhig geworden zu sein scheint, unser Leben zum Teil äußerlich ruhig gestellt wurde – gleichzeitig geschieht es, dass Gott Stimmen seines Volkes erhebt.

Manu und Abi sitzen buchstäblich seit 5 Wochen (schon länger als wir hier in Deutschland) in ihrer wenig Quadratmeter großen Wohnung.

Manuel war gerade einen Tag bevor die spanische Ausgangssperre ausgerufen wurde, von Kolumbien zurückgekehrt, kam vom Flughafen in Madrid zurück in die kleine Wohnung mitten in der Stadt – in diesen Tagen erfahren sie, dass die Ausgangsspeere in Madrid noch einmal um zwei Wochen verlängert wird.

Seit Wochen ist das Highlight an Bewegugsfreiheit  der Spaziergang zum kleinen Supermarkt am Ende der Straße – am besten scheint es zu sein, wegen jeder Banane einen extra Gang zu tätigen und natürlich alleine. Die Schritte so langsam wie möglich, um die Luft, die Freiheit auf der von hohen Häusern umgebenen Straße zu genießen.

Die beiden lieben die Natur. Sie lieben die Bewegung. Sie lieben es, sich auszupowern – am liebsten am Felsen. die Herausforderung beim Klettern. Sie lieben es, in die Parks, in die Straßen zu gehen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen von Jesus zu erzählen, für sie zu beten.

Und sie lieben Gott. Sie lieben seine Gegenwart. Und dort verbringen sie viel Zeit, nun noch mehr, wo sie doch seit Wochen in ihrer kleinen Wohnung sitzen. Diese Wohnung die lichtdurchflutet ist. Als wir vergangenen Sommer bei ihnen waren, mit ihnen Holz einkaufen gingen, Möbel bauten, freute ich mich so sehr darüber, dass diese Wohnung so viel Licht hatte, weil sie auf zwei gegenüber liegenden Seiten hin geöffnet ist – durchflutet von Licht.

In diesen Tagen denke ich sehr an die Beiden (vor allem, wenn ich an den Luxus denke, in dem ich trotz aller Einschränkung sein kann – ich kann immer noch jederzeit in den Garten oder am Fluss, im Wald, im Dorf spazieren gehen oder joggen). Gleichzeitig staune ich immer wieder darüber, wie sie diese herausfordernde Zeit jetzt erleben, nutzen und wie Gott sie hervorbringt.

Sie sind nicht leise geworden, dort eingeschlossen. Nein, vielmerh, Gott erhebt gerade in dieser Zeit ihre Stimme – und das nicht nur in den Straßen Madrids, sondern darüber hinaus. So konnten sie die vergangenen Wochen vieles tun, wozu sie vorher nie kamen – und sie haben es getan. Videobotschaften der Hoffnung, der Zuversicht verbreitet – Botschaften voll Kraft. 24/7 burn, europaweit leiteten sie eine Lobpreis – und Fürbittestunde, sprechen in ihrer Kaleo-Gemeinde – Gott lässt ihre Stimme nicht verstummen, sondern gerade in dieser Zeit laut und gewichtig werden.

Ich liebe es, wie Gott in unserem Leben ist und sein will.

Die Verborgenheit macht uns sprachfähig. Heute erleben wir mehr denn je, dass die Menschen, die aus der Verborgenheit kommen, sich in der Verborgenheit zurüsten lassen, Worte mitbringen, die Hoffnung geben, die ausrichten – die wirkliches Leben in sich tragen, weil sie das Leben, die Kraft und den Geist Gottes in sich tragen. Weil sie von seinem Geist ausgerüstet, gefüllt sind. Buchstäblich abgefüllt bis über den Rand, damit es überfließen, hinfließen kann zu denen, die durstig sind.

Gott ist unser Versorger, innerlich und äußerlich – in Madrid genauso wie auch hier oder sonstwo auf der Welt – wenn wir ihn das auch sein lassen. Ihm den Raum dafür geben.

So können wir staunen über das was geschehen kann.

Friede Gottes

Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.

Phil 4.7

Im Philipperbrief heißt es einen Vers vorher,

Sorgt euch um nichts,…

Keine Sorge in uns zu haben, ist in diesen Tagen eine Herausforderung.

Wenn es nicht um mich selber ist, dann um die, die nicht so geschützt leben können wie ich, die mehr um ihre Existenz bangen müssen, die …

Es gibt wirklich genug Grund, sich zu sorgen. Wir sehen, wir haben das Leben, wir haben die Welt doch nicht so in unserer Hand, wie wir vielleicht dachten.

Das zu erkennen, ist besorgniserregend und gleichsam sehr heilsam.

Die Welt ist zu einem Krisenherd geworden. Das Leben auf dieser Welt ist unsicher geworden. Plötzlich empfinden wir uns verbunden mit der gesamten Welt, denn es sind nicht mehr nur einige, die gerade etwas intensiv erleben, plötzlich ist es die gesamte Welt, die gleiches Erleben teilt. Und obwohl Schrecken darin liegt verbindet es uns auch. In unserer momentanen Isolation sind wir gleichsam weltweit verbunden.

Es heißt momentan, dass die Gefahr der Epidemie der Angst fast größer ist, als der Virus selbst. Was Angst macht mit uns, sehen wir jeden Tag in den Medien.

Und dahinein heißt es in der Bibel, dass unsere Herzen und unsere Gedanken bewahrt werden durch den Frieden Gottes.

Der Friede, der höher als unser Denken, als unser Verstehen ist.

Ein Friede, der sich abhebt von den Nachrichten, den Prognosen, allem menschlichen Erkennen.

Dieser Friede ist eine Person – es ist Jesus selbst, der Friedefürst.

Wenn ich auf ihn schaue, an ihm festhalte, erlebe ich diesen Frieden. Es ist keine Theorie, kein Wunschdenken.

Gestern morgen hatten wir Sorge, ja sogar Angst um unsere Mutter. Sie war seit über einem Tag telefonisch nicht mehr erreichbar (trotz der von uns verordneten Ausgangssperre). Wir wussten nicht, warum sie nicht auf unsere Anrufe reagierte und große Sorge wollte sich ausbreiten. In dieser Zeit des Wartens, Hilfe suchens, erlebte ich diesen Frieden ganz praktisch. Es war nicht ein Wegschieben von Tatsachen oder ein Schönreden – die Unsicherheit um das Leben meiner Mutter war ganz real. Aber genauso real war der Friede, den ich in Jesus haben durfte.

Und die Freude, als ein Nachbar feststellte, dass ihr Telefon auf stumm gestellt war.

In diesen Tagen wird immer wieder der Zukunftsforscher Matthias Horx zitiert.

Mich hat sein Artikel über die Zeit nach Corona begeistert.

Er redet davon, dass es als Gegenstück der Prognose die Regnose gibt. Ein Zurückschauen von einem Ort der Zukunft auf heute. Was wird wie geschehen sein, geworden sein.

Und dann beschreibt er, wie sich das, was wir heute schon als positive Veränderung unserer momentanen Lebensstile erleben, fortgesetzt hat, was daraus geworden ist.

Es ist das, was ich auch sehe und woran ich festhalten möchte.

Ich wüsche mir, für mich selbst, dass das was sich momentan verlangsamt, vereinfacht, erhalten bleibt, ja noch mehr wird, auch wenn die Krise eines Tages überstanden sein wird.

Und ich wünsche mir das nicht nur für mich, sondern für die Menschheit. Dass wir lernen aus diesen Tagen. Dass wir das Gute daraus weiter mitnehmen.

Und gleichzeitig höre ich um mich herum die Stimmen die sagen, niemals wird das gelingen, die Menschheit lernt nicht aus ihren Fehlern.

Das ist der Punkt, wo mir entweder die Hoffnung geraubt wird oder ich daran festhalte und damit vor Gott komme. Dort, an seinem Herzen schaue ich hin, höre ich hin, verbinde ich mich mit seinen Gedanken, seinem Herzen.

Und dort erkenne ich, das, was dieser Zukunftsforscher tut, ist, sich an den Ort zu stellen, wo Gott steht, von wo aus Gott Hoffnung, Zukunftsglaube, Freude in unser Leben hinein spricht.

Prophetie ist letztendlich, dass Gott aus einem Ort in der Zukunft heraus spricht in unser Heute hinein. Er sieht, er spricht, was dort sein kann, soll, wird.

Das ist Prophetie die zur Ermutigug, Auferbauung ist. Sie sät Hoffnung in mein Herz. Lässt Glauben wachsen, lässt mich festhalten. Von diesem Ort aus bete ich, kann ich Hoffnung bringen zu Menschen. Und so will ich weiter daran festhalten, dass wir gerade in einem historischen Moment leben, ein Moment, der meine Geschichte und die der Menschheit verändern kann. Ein Momemt, der zu einem Reset wird – wir haben die Chance, manches noch einmal neu, besser zu leben. Unsere Prioritäten ordnen zu lassen.

Lasst uns hinhören, was Gott heute sagt. Was er in unser Heute hinein spricht.

Unsere Geschichte, die Geschichte dieser Welt hat begonnen, weil Gott gesprochen hat. Seine Worte sind Kreativität. Sie rufen das Leben hervor. Sie rufen Neues hervor. Schönheit.

Ich werde ihn weiterhin aufsuchen – den Ort, wo Gott spricht!

Wo ich das Gute über das Leben höre. Frieden, Heilung, Trost, Zuversicht, Hoffnung.

Sein Friede, ER selbst, sei mit dir!

Sehnsucht

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden.

Debora Sommer

Wenn bei einer Lesung die Frage aufkommt nach dem ´Wie´.

Wie kommt man in die Innigkeit, in diese Intimität mit Gott? Was hat dich dorthin gebracht?

Meine Antwort war damals: Sehnsucht!

Die Sehnsucht hatte mich dorthin gebracht. Meine Sehnsucht nach mehr von Gott.

Meine Sehnsucht nach Unmittelbarkeit mit Gott.

Meine Sehnsucht danach, dass Gott mit mir wie mit einem Freund spricht. Von Angesicht zu Angesicht.

Im ´Weiten Land´ schrieb ich dann davon, dass Gottes Sehnsucht nach Freundschaft und Intimität wie ein Wind über diese Erde weht und uns hungrig macht, ihn zu finden.

In einem meiner Lieblingsverse der Bibel heißt es,

denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.

2 Chr 16.9

Dort wo Gottes Sehnsucht und meine Sehnsucht aufeinander treffen ist der Ort der Innigkeit, der Intimität. Dort ist der Ort, wo mein Herz zur Ruhe kommen kann, weil es Ruhe findet in ihm.

Das ist der Ort, um den David bittet.

Eines erbitte ich von dem Herrn, nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Hause des Herrn mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und ihn zu suchen in seinem Tempel.

Ps 27.4

Heute Morgen lese ich nun in dem neuen Buch von Debora Sommer ´Im Herzen ist Raum für mehr´, Sehnsucht als Lebenskraft entdecken:

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden!

Debora Sommer

Ja, das ist soooo wahr!

Unsere Sehnsucht hat Kraft, so viel Kraft – doch es ist immer die Frage, wohin lenken wir sie, wohin lassen wir uns ziehen. Und kann sie dort auf Gottes Sehnsucht treffen.

Manchmal fühlt es sich an wie Hunger, wie Durst. So sprechen wir auch davon, dass wir Hunger oder Durst haben nach Gott.

Und die Antwort Gottes darauf ist Jesus, der sagt, ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das lebendige Wasser.

Und wenn du dorthin kommst, wird dein Durst gestillt, dein Hunger gesättigt werde, dann wirst du selbst zu einer Quelle für andere.

The strength of my life is my affection für Him.

Bill Johnson

Schaue auf Jesus!

Komme mit deinem Hunger, deinem Durst, deiner Not zu IHM.

Dort bist du gesegnet! Und dort wird deine Sehnsucht gestillt werden in der intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott!

Gottes Geschichte

Die Geschichte Gottes mit den Menschen, mit Abraham, Mose, Elia, Johannes – und nun heute mit dir, mit mir – ich liebe sie.

Mir sind diese Geschichten seit meiner frühesten Kindheit vertraut. Manchmal, wenn ich in der Bibel lese, höre ich noch die Stimme des Erzählers aus meinen Kindertagen. Während sie vor meinem inneren Auge wie ein Film abläufen, während ich darüber nachdenke, bewegt es mich sehr – du und ich, wir sind ein Teil dieser Geschichte.

Die Apostelgeschichte hat nicht aufgehört. Wir schreiben sie heute weiter. Wir sind ein Teil davon.

Und über allem steht Gottes unendliche Liebe.

Ich sehe das AT, die Menschen, einzelne und dann das erwählte Volk Israel – und sehe Liebe.

Dann gehen wir mit Jesus durch das NT – Liebe fließt zu den Menschen, die Güte des Vaters wird bei jedem seiner Schritte, seiner Worte sichtbar.

Schließlich fließt sie vom Kreuz zu uns. Der Vorhang zerriss. Es war vollbracht. Es ist vollbracht. Der Stein wurde weggerollt. Darin dürfen wir heute leben.

Von dort aus lebten die Apostel die Geschichte Gottes mit den Menschen weiter. Jesus lies sie zurück mit einer Verheißung und einem Auftrag:

Ich bin bei euch alle Tage…

Gehet hin in alle Welt….

Wenn ich von dort aus nun auf mein Leben schaue, was empfinde ich dann? Wie sieht das aus? Oft erscheint mir mein Leben klein, sehr klein, manchmal auch unbedeutend. Ich selbst mache mein Leben oft klein, eng, unbedeutend, indem ich es durch meine Vorstellungen, meine Erfahrungen begrenze.

Heute möchte ich uns herausrufen aus unserer Enge, unseren Boxen, unseren Verstecken, unseren Erfahrungen, vielleicht Hoffnungslosigkeit, Verzagen.

Ich habe die vergangenen Jahre erlebt und mehr und mehr glauben gelernt, dass Gottes Gedanken so anders sind über mir, als meine eigenen Gedanken.

Voller Freude frohlockt er über dich, in seiner Liebe schweigt er, mit Begeisterung jubelt er über dich.  

Zeph 3.17

Kennst du diesen Gott, der über dich frohlockt, der jubelt, wenn sein Blick über die Erde schweift und sich auf dich richtet?

Der durch das Hl 2.14 spricht:

Ich genieße deinen Anblick, deine Stimme…

Die Passiontranslation übersetzt diesen Vers ganz wunderbar:

How beautiful your eyes of worship and lovely your voice in prayer.

Wenn sein Blick über diese Wet schweift – Gott liebt es, dich dabei zu entdecken. Seine Augen bleiben an dir hängen. Er liebt deine Stimme, jedesmal wenn du sie vor ihm erhebst – in Anbetung genauso wie im Schmerz.

Ich glaube, wir haben zur Zeit nichts nötiger, als unser Bild über Gott immer wieder zu hinterfragen. Gott zu fragen, wie bist du eigentlich? Wie siehst du mich?

Offenbare dich mir. Ich will mehr von dir sehen, hören.

Und dabei geht es mehr darum, dass wir seine Gegenwart erleben, als dass wir weiter Informationen über Gott sammeln. Das, was in der Bibel steht über Gott, muss sich in meinem Leben bezeugen. Ich bin nicht mehr zufrieden damit, dass ich Dinge weiß und versuche zu glauben, aber es nicht sichtbar, erlebbar wird.

Die Jünger aus der Apostelgeschichte die hatten die Apostelgeschichte noch nicht, die hatten das Neue Testament noch nicht, sie mussten herausfinden, wie die Dinge funktionieren. Und plötzlich entdeckt Petrus am Pfingsttag, wow, das, was wir gerade erleben ist das, was in Joel geschrieben steht.

Davon können wir lernen. Wir schauen mit dem, was wir erleben, was wir meinen zu erfahren, zu sehen, in die Bibel und können dort feststellen, ja, das kommt von Gott, denn dort steht es geschrieben.

Oder es kommt von Gott, denn so ist Gott. Aber dazu müssen wir ihn kennen. Seine Art, sein Wesen. Er ist nicht wie…

Wir müssen wissen, er ist Liebe.

Er ist das lebendige Wasser.

Er ist der Gott, der sieht, der hört.

Die Wahrheit.

Der Weg.

Er ist Güte.

Freude.

Friede.

Wenn du etwas Gutes suchst, wenn du Leben suchst – du findest es in Gott.

Sei gesegnet!

Glaube

So kommt der Glaube durch das Hören, und das Hören durch das Wort Gottes.   Rö 10.17

Im Urtext der Bibel gibt es zwei unterschiedliche Begriffe für ´Wort´.

Es ist einmal Logos und meint damit das unwandelbare Wort Gottes das schon immer existiert hat, schon vor Beginn der Weltenzeit und bis in alle Ewigkeit.

Nichts kann dieses Wort beeinflussen oder ändern.

Im Gegensatz dazu steht ´Rhema´für sprechen. Es bezeichnet speziell ein Wort, das gesprochen wird – also etwas, was in Raum und Zeit geschieht.

So ist auch die Bedeutung des Wortes, das Paulus im Römerbrief meint.

Hören kann ich nur Gesprochenes, d.h. der Glaube kann kommen durch das Wort, das Gott jetzt in einer bestimmten Zeit zu dir gesprochen hat. Ganz persönlich, jetzt für diese Zeit, diesen Tag, dein Leben gesprochen und gemeint.

Genauso spricht Jesus von diesem Wort, als er dem Teufel in der Wüste entgegensetzt:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort das durch den Mund Gottes geht. 

Mt 4.4

Erlebe, höre ich dieses tägliche Wort, das er zu mir spricht?

Von dem mir verheißen ist, dass ich davon leben kann?

Derek Prince, ein alter, inzwischen verstorbener Bibellehrer, hat es so beschrieben, dass das Rhema-Wort Ewiges – logos – nimmt und in die Zeit bringt, es nimmt Himmlisches und bringt es zur Erde, es nimmt Mögliches und bringt es in die Wirklichkeit, es bringt von Allgemeinem in Bestimmtes.

Manchmal finden wir es in der Bibel, manchmal kommt es durch Menschen zu uns, manchmal schickt Gott einen Engel dafür.

Als David den Plan im Herzen trägt, Gott ein Haus zu bauen, erlebt er, wie Gott in seine Gedanken hinein, in seine Pläne hinein, anderes spricht.

Und David antwortet dann, nachdem er darüber nachgesonnen hatte – es heißt

… da, er ließ sich vor dem Herrn nieder – das Wort, das du über deinen Knecht und dein Haus geredet hast, werde wahr in Ewigkeit, und tu wie du geredet hast.

1 Chr 17.23

David hatte ein anderes Wort bekommen als in seinem Herzen gewesen war, der Prophet Nathan hatte es ihm mitgeteilt, er war verwirrt und setzte sich vor Gott nieder, d.h. er ging in die Stille, um Gott persönlich reden zu hören.

Und dort erfuhr er die Bestätigung dafür, was Nathan ihm überbracht hatte.

Was Gott gesprochen hatte war so gar nicht in der Gedankenwelt des David gewesen. Was soll es auch bedeuten, wenn Gott sagt, er werde dir ein Haus bauen.

Aber David stimmte ohne vollständiges Verstehen darin zu haben, damit überein.

2000 Jahre später geschieht es in der kleinen Stadt Nazareth einem jungen Mädchen.

Gabriel, der Engel von dem es heißt, er stehe normalerweise direkt vor dem Thron Gottes, war ausgesandt worden, diesem jüdischen Mädchen Maria ein Rhema-Wort zu bringen.

Es war ein persönliches Wort an Maria.

Unmittelbar an sie gerichtet, d.h. es enthielt in sich die Kraft, die in ihm liegende Verheißung zu erfüllen. Ihre Verwirklichung hing nur von der Antwort Marias ab.

Als Gabriel von Gottes Plan erzählt, endet er mit, Gott ist kein Ding unmöglich.

Im Urtext heißt es an dieser Stelle :

Kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein.

Lk 1.38

Jedes Wort trägt die Möglichkeit des Werdens in sich – wie ein Same.

Wenn wir das im Glauben ergreifen, treten wir durch unser Ja in ein neues Geschehen ein.

Kennst du das aus deinem Leben?

Gott hat ein frisches Wort in dein Leben hineingesprochen, du hast ja gesagt, es ist geworden.

Wenn du dein Leben mit Jesus gehst, dann ist das auf alle Fälle bei deiner Bekehrung so geschehen.

Dein JA zu Jesus hat deine Errettung frei gesetzt. Du bist nicht einfach errettet, weil Jesus am Kreuz dafür gestorben ist, denn Jesus geht nicht einfach über unseren Willen hinweg, damit Dinge in unserem Leben werden können. Die meisten Dinge brauchen unsere Einwilligung.

Ich liebe es, die Stimme Gottes zu hören. Ich sehne mich danach. Jeden Tag neu. Sein frisches Wort ist für mich wie Manna, das versorgt und erfrischt.

Und die Tage an denen ich nichts höre?

Da will ich da sein, verfügbar sein. Warten.

Mein Herz weich halten, damit ich empfänglich bleibe zu hören, wenn er spricht.

H e r z e n s g e s t a l t e r

In Gottes Herzen gibt es einen Platz, den nur ich füllen kann. Gott sehnt sich nach mir und ich bin dazu geschaffen seine Sehnsucht zu stillen. Meinen Platz in seinem Herzen einzunehmen.

Was für eine atemberaubende Aussage über den Schöpfer dieser Erde.

Du wirst eine herrliche Krone sein in der Hand des Herrn und ein königlicher Kopfschmuck in der Hand deines Gottes   Jes 62

Gott schmückt sich mit mir, weil er mich so wertvoll erachtet. Ich, die Krone in seiner Hand. Ich, sein Kopfschmuck.

Er neigt sich zu uns, geht uns nach, sucht uns.

wp_20180906_19_19_59_pro-21.jpgSein Blick schweift über diese Erde, um sich an denen mächtig zu erweisen, deren Herz ihm ungeteilt gehört.  2 Chr 16.9

Er ist ein Gott, der Ausschau hält und während sein Blick über diese Erde schweift, hält er plötzlich inne, weil er mich sieht.

Das Ganze hat etwas mit meinem Herzen zu tun, denn er will sich mächtig erweisen an denen, deren Herz ihm ungeteilt gehört. Gott lieben mit ganzem Herzen. Ganz mit ihm, bei ihm sein.

Wir fragen uns oft, wo Gott gerade ist, doch Gott fragte Adam, wo bist du, Mensch.

Martin Buber sagt, dass Gott damit nicht etwas erfahren will, was er noch nicht weiß. Er will mit dieser Frage etwas bewirken, was nur durch eine Frage bewirkt werden kann, die ins Herz trifft.

Vielleicht ähnelt es der Frage Jesu an Petrus: hast du mich lieb?

Wir können uns den Augen Gottes nicht entziehen, aber wir können ihm unser Herz entziehen. Wir können unser Herz aufteilen in Bereiche, wo wir ihn hineinlassen und andere, die wir vor ihm verschließen.

kroatien2014-141-kopie1.jpgIch weiß, Gott könnte mir alles nehmen – nur mein Herz nicht. Das muss ich ihm geben.

Das ist die Würde, das ist die Freiheit unserer Entscheidung, von der die Bibel spricht.

Er, der Herzensgestalter, wie es in Ps 33.15 heißt, er allein kennt das Herz der Menschenkinder.

Mehr als alles gib Acht auf dein Herz, denn aus ihm strömt das Leben.  Spr 4.23

Dazu müssen wir verstehen, dass das Herz die tiefste Quelle geistlichen Lebens ist. Der Ort an dem wir mit den erleuchteten Augen sehen sollen.

Hier empfangen wir und hier wird gefestigt, was wir empfangen haben. Wir brauchen Herzensgedanken, Gedanken, die unser Herz erreichen, denn von ihm geht das Leben aus.

Ich empfinde immer mehr, dass wir oft in unserem Leben, unseren Gemeinschaften daran vorbei gehen, Gott aber so eine Sehnsucht danach hat, unsere Herzen zu berühren.

Wovor fürchten wir uns?

Loslassen

Meine Hingabe als Mutter ist verletzt worden, damals vor fünf Jahren.

Aber Leben lebt vom hingegebenen Leben und das wird immer mit dem Schmerz der Liebe verbunden sein. Es war ein schmerzhafter Weg, umgeben von viel Dunkelheit. Dagegen ankämpfen. Oft aufgeben.

Heute hilft es mir, Manuels Ruf in die Mission mit zu glauben, mit zu tragen. Ja, gewiss zu sein, das ist Gottes Weg mit ihm und Abi. Gegen alle menschlichen Stimmen, Sorge, Frage.

Es ist zutiefst diese Überzeugung in meinem Herzen, dass es besser ist, er ist an dem Ort seiner Berufung von Gott her, als an irgendeinem Ort der Sicherheit, Bequemheit, des Erfolges.

Tief in meinem Herzen ist das die letzten Jahre über geworden.

In aller Unsicherheit darüber, was werden wird, wohin Manuel und Abi noch geführt werden, wie oft wir sie werden willkommen heißen, aber auch immer wieder werden verabschieden müssen, halte ich an dem Glauben fest, dass der Ort ihrer Berufung direkt von Gott her der Beste ist. Und auch der Sicherste, dort, in der völligen Abhängigkeit von Gott. Ich kann meist nur die begrenzte Dimension des Geschehens sehen.

Die Mutter von Mose brachte ihren Sohn damals in einer lebensgefährlichen Zeit zur Welt. Sie musste Angst und Sorge haben, als sie sah, dass sie einen Sohn geboren hatte, dessen Todesurteil vom Pharao her eigentlich schon fest stand.

Aber gleichzeitig heißt es: Und sie sah, dass er schön war.  2 Mo 2.2

wp_20180903_16_59_12_pro.jpgEs ist ein Schauen das tiefer geht, ins Verborgene. Schönheit, die Grund zur Hoffnung offenbart, wo nichts Gutes sichtbar ist. Alles überschattet ist von Tod, Sorge.

Dieses `Mehr` das sie sieht, ist nicht erklärbar. Es kommt von Gott, der die erleuchteten Augen der Herzen gibt und sie in Hoffnung, Glauben, Weisheit weiterleitet. In diesem Sehen liegt jener Grund für Hoffnung, die so unbegründet  zu sein scheint. Es ist objektiv nicht zu erklären, aber zu empfinden, tief in sich zu wissen. Auch wenn es sich durch den Verstand schwer ausdrücken lässt, erweist es sich stärker als Argumente. So entsteht Erneuerung nicht durch Denken, sondern durch Unmögliches. In dem ich Unmöglichem einen  Raum gebe.

Damals schien es mir beinahe unmöglich zu sein, jemals getröstet zu werden. Ich hatte das Gefühl, jetzt einfach ein Jahr lang diesen Schmerz aushalten zu müssen. So sehr war ich gefangen in meinen Umständen.

Heute bin ich dankbar darüber, zu sehen, dass das eine Lüge war und sie auch für heute keine Gültigkeit hat. Ich halte an dem Versprechen fest, dass Gott Trauer in Freude verwandelt, denn das hat er mir versprochen.

Vor nun schon beinahe einem Jahr, wenige Wochen bevor die Nachricht von der endgültigen Zusage aus Mexiko kam, fühlte ich, wie sich die Dunkelheit über mich stülpen wollte.

Es war der Gebetsabend unserer Mitarbeitertagung. Mit Macht kam die Traurigkeit wie eine Welle angerollt. Tränen rannen über meine Wangen, doch Gott kümmerte sich. Er sprach mir seine Treue zu, erinnerte an den Bund, den er mit mir geschlossen hatte. Und er gab mir die Verheißung, dass meine Tränen in Freude verwandelt würden.

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Darin zu leben, zu glauben, wurde in diesen Tagen immer wieder meine Herausforderung. Und er hat sie verwandelt, die Traurigkeit. Ja, es gibt Abschiedsschmerz, der das Herz zu zerreißen droht, es gibt die Sehnsucht in mir, meinen Sohn in meiner Nähe zu haben – aber in allem ist eine Freude und Dankbarkeit über das kostbare Leben meines Sohnes und seiner Frau. Über die Frucht ihrer Hingabe.

Gott versorgt mich. Kümmert sich. Und das gilt für jeden neuen Tag.

Im Urtext bedeutet der Neue Bund eine tägliche Erneuerung. Er bezeichnet einen Zustand, nicht einen Zeitpunkt. Darin will ich leben. Als eine neue Schöpfung. Jeden Tag so frisch, neu, lebendig wie am ersten Tag. Von dem täglichen neuen Zusprechen Gottes zu mir hin so wie das tägliche Manna seiner Versorgung. Er selber hat sich daran gebunden. Daran gebunden, seine Versprechen zu halten.

Er gedenkt ewig seines Bundes.     Ps 105.8

Gehorsam

Es war nicht körperlich. Es war meine Seele, die nicht nachkam, die ständig strauchelte.

Ich sehnte mich nach dem Glauben zurück, der das Verborgene hervorbringt, der vertraut ohne Grenzen. Der Glaube nach dem Unsichtbaren.

Den Erschöpften gebe ich zu trinken und reichlich gebe ich all den Schmachtenden.  Jer 31.25

6tag_180717-1644182-e1524977211962.jpgWarum war ich so erschöpft, leer, am Taumeln?

Oswald Chambers schreibt, wenn Gott uns verändert und anfängt, in Besitz zu nehmen, fängt der Kampf an. Der Kampf darum, dass unser natürliches Leben in geistliches Leben verwandelt wird, die Dinge, die sich gegen die Erkenntnis Gottes stellen, verändert werden.

Alles Denken führen wir dem Gehorsam Christi zu.   2 Kor 10.5

Mit Gewalt überrollten mich die Gedanken an das Café, das Häuschen, die Einrichtung.

Ich habe Gott als den erlebt, dem ich absolut vertrauen kann. Der alles verändern kann, einfach von Oben her, vom Himmel her, ohne menschliches Zutun. Kann ich nun auch weiterhin glauben, dass der Gedanke des Laden-Cafés  weitergehen wird? Dass es Sinn macht, in Gottes Sinn ist, dass ich die Einrichtung kaufe.

In geistlichen Dingen kommen wir nicht durch Denken zu einem Ergebnis. Um Klarheit zu bekommen, müssen wir manchmal unser Denken gefangen nehmen, gehorsam sein. Wir müssen lernen unserer geistlichen Orientierungslosigkeit mit Gehorsam zu begegnen. Dann wird die Einsicht nachkommen. In dem Moment, wo wir die Fähigkeit zur Erkenntnis dem Heiligen Geist unterordnen und ihm gehorchen, wird sie uns sehend machen.

So  beginne ich zu verstehen, dass geistliches Leben, Glauben nicht im Verstehen und Erkennen stattfindet, sondern im Vertrauen und Annehmen von Unvorstellbarem. Von noch Unsichtbarem.

Ich werde dich niemals verlassen und nicht aufgeben.

Ich merke in meine Fragen und Unruhe über die Kaufentscheidung hinein auch Menschenfurcht. Was, wenn Menschen davon erfahren und es würde nie so werden, wie ich meinte, gehört zu haben.

Aber gleichzeitig ist auch der Gedanke in mir, wie schrecklich es ist, wenn ich nicht gehorche. Wenn ich das Verheißene nicht nehme, weil ich das Geschaute und Gehörte nicht tue.

Wie bereits vor wenigen Wochen begegnet mir wieder Jesaja 54.

Sturmzerzaust, gedemütigt, nicht getröstet, …. du musst dich nicht fürchten ….

IMG_2883Als ich das lese bin ich tief angerührt davon. Es ist ein persönlicher Offenbarungsmoment. Gottes Versprechen, Fürsorge, Treue in mein Leben hinein. Damit immer verbunden auch seine bedingungslose Liebe.

An diesem Morgen verstehe ich wieder einmal, warum ich so sehr früh mit Herzklopfen aufgewacht war. Gott wollte mein Herz neu füllen mit seiner Liebe, Fürsorge.  

Nur hüte dich und achte gut auf dich selbst, damit du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und damit sie dir nicht aus dem Sinn kommen dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern davon erzählen.  

5 Mo 4.9

Wenn Menschen heute über mich sagen, ich gehorche Gott mehr als Menschen, dann ist das eine Frucht davon und etwas, worin ich noch viel mehr wachsen möchte, weil ich weiß, es ist besser, Gott zu vertrauen und zu gehorchen als Menschen.

Es wird mir gesagt, das klinge gefährlich, doch aus Liebe, aus meiner Liebe zu Gott heraus, will ich Gott gehorchen. Gehorchen bedeutet für mich, ich tue das, was ich von ihm gehört habe. Je mehr ich mich darin übe, umso mehr verliere ich auch die Angst davor, falsch gehört zu haben, weil ich weiß, Gott sieht mein Herz an. Er kennt meine Sehnsucht, ihm treu zu sein. Er wird mich nicht fallen lassen, selbst wenn ich einmal in die falsche Richtung gehe, weil ich mich verhört habe.

Aber diese Unmittelbarkeit mit Gott kann Menschen auch Angst machen. Das kann ich verstehen. Ich bin für sie nicht kalkulierbar. Wenn jedoch Gehorsam Liebe ist, dann sehe ich, dass Jesus aus Liebe will, dass ich etwas tue und dann tue ich aus Liebe, was er will.

So glaube ich mehr und mehr, wenn Gott uns beruft, ist immer etwas Übernatürliches im Spiel. Und wenn du wirklich Gottes Ruf vernommen hast, dann kannst du nicht mehr zurück. Ich konnte damals nicht mehr zurück. Ich musste diesen Weg weitergehen. Musste sehen, will sehen, was daraus wird.

Es ist der 30. September als ich zusage, die Einrichtung zu kaufen.

 

IMG_1460Am 1. Oktober erfahre ich von der nächsten Bürgerversammlung mit dem Thema Treffpunkt, sprich Bürgercafe. Ohne Gottes Weg damit festlegen zu wollen überwältigt es mich. Ich sehe seine Treue darin. Es geht weiter.

Von außen gesehen sieht mein Glaubensschritt mutig aus, in meinem Herzen bin ich angefochten, sturmzerzaust.

In diesen Tagen lese ich etwas von M. Yaconelli, dass es sehr gut beschreibt:

Steckenbleiben ist ein großartiger Moment. Man könnte ihn mit Frustration, Einsamkeit, Loslösung oder Krise beschreiben aber das ist lediglich das Vokabular, das unsere Seele wählt, um uns zu sagen, dass wir uns in Gefahr befinden. Sie sind der Schrei unserer Seele, die um mehr fleht. Unser Sehnen und Verlangen, die unsere Aufmerksamkeit wollen. Ein Ruf von Innen. Die großartige Musik der Unzufriedenheit und der Ablehnung dessen, wo wir uns gerade befinden. Die Angst unseres inneren Lebens, nicht aufzugeben, sondern endlich nachzugeben. Es ist der Heilige Geist, der uns plötzlich auf unseren Wegen festfahren lässt, damit wir endlich das Wort lesen können, das Gott auf unsere Herzen geschrieben hat: Hingabe. Nimm deine Seele in die Arme, umarme deine Angst und antworte auf die Einladung Gottes. Mach dich bereit für das Abenteuer, in den nächsten Teil deines Lebens hineinzuwachsen. Steckenbleiben ist aller Angst wert, die es kostet, sich durch diese Phase hindurch zu kämpfen. Halte durch, du bist kurz davor, aufzubrechen!

Kraftvolle Worte!

Sturm

Es kam völlig unerwartet.

Benommenheit macht sich in mir breit, ich zweifle an meiner Wahrnehmung und kann es doch nicht leugnen – den Moment, als ich einen Knoten in meiner Brust ertaste. Da es Wochenende ist gehen wir durch Stunden des Wartens, der Spannung. Es fühlt sich schrecklich fremd und doch so nah an.

Ich weiß nichts genaues, es gibt noch keine Diagnose und schon kommen Fragen in mir auf.

Was soll mit der Café-Einrichtung werden? Soll ich sie immer noch kaufen? Habe ich immer noch Glaube dafür? Wie passt das überhaupt zusammen?

Egal was es ist, wird Gott heilen?

Komischerweise hatte ich mich die Wochen davor mich immer wieder an Kai Warren erinnert, wie sie in einem Buch darüber schreibt, Gott gibt ihr eine große Berufung und als sie durchstarten will, bekommt sie die Diagnose Krebs.

Ich bin mit jedem Augenblick deines Lebens verbunden!

Das spricht Gott am Sonntagmorgen um 3 Uhr in mein Herz.

Ich bin dir nah und gebe dir Frieden!

kroatien2014-1671.jpgEs ist die Stille im Sturm, die sich in mir ausbreitet. Obwohl das Warten auf den Montag nicht leicht ist, erlebe ich darin ganz stark Gottes Nähe und Halt.

Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.    Joh 14.27

Das ist eine Aufforderung von dem, der alles in seinen Händen hält, der den Ausgang schon kennt, noch bevor es richtig begonnen hat und deswegen kann er mir gebieten:

Erschrecke nicht! Verzage nicht!

Weil ich in ihm verwurzelt bin, weil Gott selber das vergangene Jahr so viel in mich gepflanzt hat, kann ich seinem Wort vertrauen. Ich kann seinen Frieden in mir glauben. Meiner Seele gebieten, nicht zu erschrecken, nicht zu verzagen.

Fürchte dich nicht und hab keine Angst.    5 Mo 31.8

Wenn ich mich fürchte, vertraue ich auf dich.    Ps 56.4

Immer wieder hatte ich all die Jahre Sehnsucht danach, den Frieden in meinem Leben zu spüren, von dem die Bibel spricht. Den Frieden, der höher als alle Vernunft ist. Der über allen Umständen ist. Und nun darf ich erleben, wie im Moment der absoluten Ungewissheit und Verunsicherung mein Herz angereichert ist mit Vertrauen das mir Frieden schenkt. Es ist das Vertrauen in seine Nähe, der Glaube an seine Gegenwart, was mich Montagmorgen getrost in die Praxis gehen lässt.

Es erscheint mir selber sehr irreal, in diesem Frieden zu sein. Dieser Friede, der nicht von dieser Welt ist. Es ist unabhängig von dem, was kommen wird. Es ist wie ein Zuhause-Sein.

Ich kann mich daran erinnern, in diesen kommenden Wochen immer wieder betont zu haben, ich fühle mich nicht nur geborgen, ich weiß mich geborgen. So fest ist es in mir. Es ist so besonders. Außergewöhnlich.

Mit Spannung sitze ich bei meiner Ärztin und erlebte Gottes Fürsorge auch in der menschlichen Fürsorge, die mir entgegengebracht wird. Der Knoten ist auf dem Ultraschallbild sichtbar, die Ärztin tastet ihn, ich kann ihn spüren. Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache und so folgen Untersuchungen, die entscheiden sollen, ob ich zur Biopsie in die Uniklinik muss. Das alles ist mit Zeit dazwischen verbunden. Von einer Untersuchung zur nächsten. Spannung liegt in der Luft.

Der Abschied von Manuel ist noch so nah und durch das gerade Erlebte doch auch schon fern.

img_94621.jpgUnd in allem das vertrauende Herz. Es ist übernatürlich. Ein absolutes Wunder. Ich war bisher jemand, der oft in seinen Sorgen lebte, wie in einem Schaukelstuhl – hin und her, ohne voran zu kommen. Doch diesmal weiß ich, Gott wird das Gute schenken, obwohl ich gar keine Vorstellung in mir habe, wie das aussehen muss. Ich trage nur diese Gewissheit in mir. Ein Geschenk, vielleicht auch eine kleine Frucht meiner Zeit im Verborgenen, denn die Wahrheit, die wir in der innigen Gemeinschaft mit ihm sehen, darf im realen Alltag sichtbar werden. Die Erfahrung und Begegnung mit dem lebendigen Gott wird in solchen Zeiten sichtbar.

Es wird sichtbar, auf welchem Grund wir stehen. Worauf wir unser Haus gebaut haben.

In Frieden will ich mich niederlegen und schlafen, denn du allein, Herr, lässt mich sicher wohnen. 

Ps  4.9

Dort, wo mein Glaube sich bewährt, dort wird er zu meinem persönlichen Besitz. Dieser Glaube, der vollkommenes Vertrauen ist.

Du hast mir meine Klage in Reigen verwandelt, mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet.     Ps 30.12

In all der Unsicherheit und Ungewissheit, von einer Untersuchung zur nächsten, erlebe ich mehr Freude als all die Wochen davor. Ich weiß nicht, was und wie es kommen wird, aber ich bin so gewiss, dass sich Gott darin verherrlichen wird. Das macht es spannend und wunderbar.

Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit.       2 Kor 12.9

In Zeiten, wo Unsicherheit sich wie Sorge anfühlen will, ist es weniger eine Sorge um das Ergebnis, als vielmehr die Ungewissheit, zu sehen, was und wie es weitergehen wird.

Heute sehe ich, Gott hielt so sehr seine schützende Hand über mir, dass der Feind nicht mehr Raum bekam, wo er sich breitmachen konnte. Der Knoten war alles, mit dem er meinen Körper angreifen durfte.

Meinem Herzen, meinem Geist durfte er nichts rauben.