Sturm

Es war stürmisch – sehr stürmisch!

Die ganze Woche über hatte der Wetterbericht regnerisches und kaltes Wetter vorhergesagt.

Es war herausfordernd, für dennoch schönes Wetter zu glauben.

Wir waren trotzdem losgefahren und begannen nun in Sturm und Regen die Zelte aufzubauen.

Die ganze Nacht und den kommenden Tag über stürmte es weiter. Das Meer und der Wind in den Bäumen waren so laut, dass es alle anderen Geräusche auf dem Campingplatz übertönte. Man hörte wirklich nichts anderes, obwohl ja unter normalen Umständen gefühlt jeder Atemzug des Campingnachbarn zu hören ist.

Der Morgen war beeindruckend – die Wellen des Meeres schlugen laut gegen das Land, allmählich riss der Himmel auf und mächtige Wolkenfetzen waren zu sehen. Jeder blaue Himmelsfetzen brachte Hoffnung in mein Herz – nun ändert sich das Wetter.

Und so wurde es!

Eine Woche lang hatten wir wunderbares Campingwetter.

Die Lautstärke des Sturmes in der ersten Nacht hatte sehr herausgefordert und daran erinnert, dass der Frieden und Ruhe hat, der im Sturm schlafen kann.

Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen.

Mk 4.38

Jesus lag bei einer stürmischen Fahrt über den See Genezareth im Boot und schlief. Er konnte schlafen, weil der Sturm zwar um ihn, aber nicht in seinem Herzen war. Sein Herz war angesiedelt in himmlischer Atmosphäre. Es war angesiedelt in ein Vertrauen in den, der über dem Sturm ist. Deswegen konnte er seine Jünger fragen:

Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr keinen Glauben?

Mk 4.40

Habt ihr keinen Glauben in den, der größer ist als jeder Sturm?

Der Wind und Wetter gebietet und es wird.

Wenn ich so lebe, dann kann mich ein Sturm nicht zerstören. Er kann mich aufstören und bringt mein Boot in Fahrt. Doch es geht dabei nicht unter.

Dennoch fordern Stürme in dieser Lautstärke heraus. Sie fordern heraus, wenn nichts mehr anderes zu hören ist, genau hin zu hören, genau hinzuschauen – wo reißt der Himmel auf.

Wo bricht Licht durch die Wolkendecke.

Wo kann ich mein Vertrauen hinwenden? Mich festhalten, denn wenn ich nichts sehe, nichts höre, ist es allein mein Vertrauen das festhält.

Vertrauen in den Vater, der immer gut ist. Immer treu ist. Immer Liebe ist.

Und letztendlich war es die Gewissheit über seine Liebe, die mich hat glauben lassen, dass das Wetter gegen alle Prognose gut werden würde.

Nein, er wendet nicht jedes Wetter zu meinen Gunsten, aber manchmal da höre ich diese Stimme in meinem Herzen – ich mache es gut für dich. Einfach aus Liebe! – Und das lässt mich vertrauen in die Güte des Vaters.

Denn, ja, ein guter Vater will das tun!

Ich wünsche dir erleuchtete Augen des Herzens, die heute die Güte des Vaters sehen dürfen!

Es ist so gut, an ihm festzuhalten und das ganze Vertrauen auf ihn zu werfen.

Liebe

Heute Morgen hörte ich Lobpreis aus den USA. Der Lobpreis der jungen Lobpreisleiterin bewegt seit Monaten mein Herz. Diese junge Frau hat vor 8 Monaten morgens ihre kleine Tochter tot in ihrem Bettchen gefunden. Jedesmal wenn ich die Mutter im Lobpreis erlebe, bringt es einen tiefen Schmerz in mir hervor – es ist der Schmerz einer Mutter, die ihr Kind verloren hat.

Zuerst muss ich das Bewusstsein haben, ganz Gott zu gehören ; dann bekomme ich auch das Bewusstsein seiner Gegenwart.

Watchman Nee

Aber da ist noch mehr als Schmerz – es ist ganz viel Platz für Liebe. Und ich glaube, es ist die Liebe, die in ihrem Lobpreis zu sehen und zu erleben ist.

Die vergangenen Jahre habe ich immer wieder Bücher von Menschen gelesen oder es auch bei Menschen erlebt – es gibt ein beharrliches Festhalten im Schmerz. Und das ehre und wertschätze ich. Doch gleichzeitig hat es mich auch jedesmal geschmerzt, weil ich empfand, dass es wie aus einer Art Trotz entstand und ich konnte nicht genau sagen, warum dies so war.

Im Erleben dieser jungen Mutter sehe und erlebe ich etwas anderes. Für mich erlebt sie gerade den tiefsten Schmerz, den ich mir als Mutter vorstellen kann – und ich bin überzeugt, dass sie in diesen Monaten die schwierigsten Stunden ihres Lebens erlebt.

Doch – sie hält an Gott fest.

Sie hält sich an Gott fest.

Doch dieses Festhalten ist ein anderes Festhalten – es ist ein Festhalten aus Vertrauen und Liebe. Ein Festhalten, das von der Liebe und ihrem Vertrauen getragen ist.

Während ich den Eintruck habe, dass wir oft eher aus Trotz festhalten, der wie Rebellion aus unseren Herzen zu kommen scheint. Und das bringt dann gleichzeitig ganz viel Gefühle und Gedanken in uns hervor, die ständig miteinander streiten, in uns ringen und kämpfen. Fragen und Zweifel werden stark in uns. Dort ist das Gehaltensein sehr angegriffen und fragil. Und es lässt den Frieden vermissen, der uns vom Himmel her versprochen ist.

Kalley Heiligenthal stellt die Liebe Gottes nicht in Frage. Sie lässt nicht zu dass der Schmerz und der Verlust ihr Vertrauen erschüttern kann in die Liebe des himmlischen Vaters. Ihr Leben ist erschüttert – total erschüttert. Doch diese Liebe in der sie lebt ist unerschütterlich. Das ruft sie immer wieder kraftvoll heraus in ihrem Lobpreis.

Und so wird, während alles erschüttert wird, gleichzeitig das unerschütterliche sichtbar für sie – die Liebe Gottes!

Das ist der Glaube von dem wir in der Bibel lesen und im Leben so vieler Menschen sehen dürfen. Es ist das, wonach ich mich ausstrecke:

Vollkommen in der Liebe und damit dem vollen Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben – denn das hat die Kraft, mein Denken und mein Leben, Erleben zu verändern.

Gottes Geschichte

Die Geschichte Gottes mit den Menschen, mit Abraham, Mose, Elia, Johannes – und nun heute mit dir, mit mir – ich liebe sie.

Mir sind diese Geschichten seit meiner frühesten Kindheit vertraut. Manchmal, wenn ich in der Bibel lese, höre ich noch die Stimme des Erzählers aus meinen Kindertagen. Während sie vor meinem inneren Auge wie ein Film abläufen, während ich darüber nachdenke, bewegt es mich sehr – du und ich, wir sind ein Teil dieser Geschichte.

Die Apostelgeschichte hat nicht aufgehört. Wir schreiben sie heute weiter. Wir sind ein Teil davon.

Und über allem steht Gottes unendliche Liebe.

Ich sehe das AT, die Menschen, einzelne und dann das erwählte Volk Israel – und sehe Liebe.

Dann gehen wir mit Jesus durch das NT – Liebe fließt zu den Menschen, die Güte des Vaters wird bei jedem seiner Schritte, seiner Worte sichtbar.

Schließlich fließt sie vom Kreuz zu uns. Der Vorhang zerriss. Es war vollbracht. Es ist vollbracht. Der Stein wurde weggerollt. Darin dürfen wir heute leben.

Von dort aus lebten die Apostel die Geschichte Gottes mit den Menschen weiter. Jesus lies sie zurück mit einer Verheißung und einem Auftrag:

Ich bin bei euch alle Tage…

Gehet hin in alle Welt….

Wenn ich von dort aus nun auf mein Leben schaue, was empfinde ich dann? Wie sieht das aus? Oft erscheint mir mein Leben klein, sehr klein, manchmal auch unbedeutend. Ich selbst mache mein Leben oft klein, eng, unbedeutend, indem ich es durch meine Vorstellungen, meine Erfahrungen begrenze.

Heute möchte ich uns herausrufen aus unserer Enge, unseren Boxen, unseren Verstecken, unseren Erfahrungen, vielleicht Hoffnungslosigkeit, Verzagen.

Ich habe die vergangenen Jahre erlebt und mehr und mehr glauben gelernt, dass Gottes Gedanken so anders sind über mir, als meine eigenen Gedanken.

Voller Freude frohlockt er über dich, in seiner Liebe schweigt er, mit Begeisterung jubelt er über dich.  

Zeph 3.17

Kennst du diesen Gott, der über dich frohlockt, der jubelt, wenn sein Blick über die Erde schweift und sich auf dich richtet?

Der durch das Hl 2.14 spricht:

Ich genieße deinen Anblick, deine Stimme…

Die Passiontranslation übersetzt diesen Vers ganz wunderbar:

How beautiful your eyes of worship and lovely your voice in prayer.

Wenn sein Blick über diese Wet schweift – Gott liebt es, dich dabei zu entdecken. Seine Augen bleiben an dir hängen. Er liebt deine Stimme, jedesmal wenn du sie vor ihm erhebst – in Anbetung genauso wie im Schmerz.

Ich glaube, wir haben zur Zeit nichts nötiger, als unser Bild über Gott immer wieder zu hinterfragen. Gott zu fragen, wie bist du eigentlich? Wie siehst du mich?

Offenbare dich mir. Ich will mehr von dir sehen, hören.

Und dabei geht es mehr darum, dass wir seine Gegenwart erleben, als dass wir weiter Informationen über Gott sammeln. Das, was in der Bibel steht über Gott, muss sich in meinem Leben bezeugen. Ich bin nicht mehr zufrieden damit, dass ich Dinge weiß und versuche zu glauben, aber es nicht sichtbar, erlebbar wird.

Die Jünger aus der Apostelgeschichte die hatten die Apostelgeschichte noch nicht, die hatten das Neue Testament noch nicht, sie mussten herausfinden, wie die Dinge funktionieren. Und plötzlich entdeckt Petrus am Pfingsttag, wow, das, was wir gerade erleben ist das, was in Joel geschrieben steht.

Davon können wir lernen. Wir schauen mit dem, was wir erleben, was wir meinen zu erfahren, zu sehen, in die Bibel und können dort feststellen, ja, das kommt von Gott, denn dort steht es geschrieben.

Oder es kommt von Gott, denn so ist Gott. Aber dazu müssen wir ihn kennen. Seine Art, sein Wesen. Er ist nicht wie…

Wir müssen wissen, er ist Liebe.

Er ist das lebendige Wasser.

Er ist der Gott, der sieht, der hört.

Die Wahrheit.

Der Weg.

Er ist Güte.

Freude.

Friede.

Wenn du etwas Gutes suchst, wenn du Leben suchst – du findest es in Gott.

Sei gesegnet!

Weites Land

Ich denke daran, wie der Jünger Johannes die letzte Zeit mit Jesus beschreibt. Jesus wusch seinen Jüngern die Füße, feierte mit ihnen das Passahmahl und dann spricht er leidenschaftlich über seine Beziehung mit dem Vater, über den Heiligen Geist, den er senden wird, über die Einheit zwischen Vater, Sohn und Geist und über unsere Berufung, unseren Ruf, in seiner Liebe zu leben.

Petrus wird Jesus in Kürze verleugnen, Judas wird ihn verraten, die Jünger werden ihn in seiner schlimmsten Stunde alleine lassen. Jesus weiß das – und liebt uns wie der Vater ihn liebt.

Wenn es heißt, wir sollen Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele und mit unserem ganzen Verstand lieben, dann ist diese Liebe messbar an der Größe meines Vertrauens in einen Gott der gut ist. Der der Geber aller guten Gaben ist.

Ich möchte wie der Jünger Johannes sagen:

Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und haben dieser Liebe unser ganzes Vertrauen geschenkt.   1 Joh 4.16

Paulus betet im Epheserbrief darum, dass

… unser Leben in der Liebe des Vaters verwurzelt und auf das Fundament der Liebe gegründet ist …   Eph 3.17

Das wünsche ich mir, damit wir in unsere Bestimmung kommen, damit wir lernen, die Freude in Gottes Blick zu sehen, wenn er auf uns schaut. Für ihn sind nicht unsere Begabungen wichtig, wir sind für ihn die Gabe.

Jesus wusste, was den Jüngern bevorstand, wie sehr ihr Leben in Kürze erschüttert werden würde durch seinen Tod und er wollte sie ausrüsten, vergewissern, in dem er von der Liebe spricht, die er und der Vater für sie haben. Und dann führt er sie in eine neue Bestimmung, gibt ihnen einen neuen Namen.

Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt.   Joh 15.15

Was für ein Privileg. Wir sind in die Freundschaft mit dem lebendigen Gott gerufen.

Als Jesus starb, müssen Stürme in den Herzen der Jünger getobt haben. Alles, was sie gehört, an Vertrauen und Glauben gewonnen hatten, wurde total erschüttert. Ich weiß nicht, ob sie sich in diesem Zustand an Jesu Worte erinnerten. Ihr Verhalten sah nicht danach aus, als sie sich voll Angst und Furcht nach seinen Tod zurückzogen. Aber sie hielten aus.

Und dann kam der, von dem Jesus voll Leidenschaft gesprochen, den er ihnen versprochen hatte.

Der Tröster. Der Geist der Wahrheit. Der Beistand, der sie alles lehren sollte. Der sie an alles erinnern sollte, was er sie gelehrt hatte. Der, der nicht aus sich selbst redet, sondern das, was er beim Vater hört. Von dem Jesus gesagt hatte:

Es ist zu eurem Wohl, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Fürsprecher nicht zu euch kommen; wenn ich aber gehe, wird ich ihn zu euch senden.  Joh 16.7

Der Heilige Geist ist Jesus Geschenk an die Jünger, an uns heute. Er ist es, der zur Umkehr ruft, der den Vater offenbart.

Im Römerbrief heißt es:

Der Geist, den ihr empfangen habt … er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir: Abba, Vater!    Rö 8.15

Nachdem die Jünger an Pfingsten mit dem Heiligen Geist getauft werden, sind sie völlig verändert. Ihr Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Aus diesen kleingläubigen, ängstlichen Menschen werden Apostel, die ein brennendes Herz haben, das Evangelium zu verbreiten, beständig im Fasten und Beten Gemeinschaft haben und im Vorbeigehen Kranke Heilen und Dämonen austreiben. Sie wurden zu Menschen, die sagen konnten:

Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und ihr geglaubt.   1 Joh 4.16

Wenn wir dieser Liebe unser ganzes Vertrauen schenken, dann wird es sichtbar in unserem Leben. Dann stehen wir in dem weiten Land, das Gott uns geben möchte. Wenn wir eine neue Bestimmung zugesprochen bekommen, ein neuer Name über uns ausgesprochen wird, dann sollen wir diesen Platz einnehmen. Ohne etwas dafür getan zu haben gehört er uns – doch wir müssen ihn einnehmen.

Ich möchte in dem Vertrauen leben, dass der Glaube an seine vollkommene Liebe freisetzt. Sie ist Voraussetzung für alles, was an Gutem in meinem Leben ist.

Verheissung

Heute Morgen lese ich in der Geschichte von Salomons Tempeleinweihung von dem Herzen Gottes.

Der Mensch, der in seiner Weisheit über allen Menschen gerühmt wird und über den es heißt, dass es nie einen weiseren Menschen gegeben hat, dieser Mensch sah in das Herz Gottes. Erkannte, was vom Herzen Gottes ausging. Und Gott sah sein Herz und das Herz seines Vaters David und gab ein Versprechen.

Nun habe ich dieses Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name hier bleibe für immer und meine Augen und mein Herz sollen dort sein für alle Zeit.    2 Chr 7.16

Was Gott sich erwählt hat in seiner Liebe, dort ist er mit seinem ganzen Herzen. Seine tiefsten Gedanken sind seine leidenschaftlichen Gefühle für uns.

Gottes Herz ist ein Wunderland.

cropped-hortensien-511.jpgWenn ich Gottes Gefühle für mich wirklich verstehe, tief im Herzen glaube, werden sie in mir zu leben beginnen und ich kann ihn zurück lieben – denn er hat mich zuerst geliebt. So ist lieben, Gott lieben, keine Anstrengung, es kommt einfach aus dem Anschauen.

Gottes Leidenschaft für mich hat mein Herz berührt und in mir Leidenschaft für ihn ausgelöst hat.

Ich werde meine ganze Güte an dir vorübergehen lassen.   2 Mo 33.19

Das gab Gott Mose auf seine Bitte hin zur Antwort und das dürfen wir im täglichen Leben mit Gott erfahren. Seine Güte wird in so vielen Dingen sichtbar, wenn wir mit den erleuchteten Augen des Herzens auf unser Leben schauen.

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So sättigt Gott all die Jahre mein Herz mit seiner Liebe, lehrt mich, ihn anzubeten, zu suchen in allen Umständen, in allen Dingen.

Ruthmarie, geliebte Tochter Gottes, bekommt eine immer größere Bedeutung in meinem Herzen.

Ich möchte immer mehr jemand werden, der nur eines im Sinn hat: ihn von ganzem Herzen lieben! Dem will ich nachjagen, denn die höchsten Dingen zu denen uns Gott beruft, werden wir nicht durch Zufall ergreifen. Wir müssen ihnen nachjagen.

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Blickt nach Oben und seht …   Jes 40.26

Der Hunger nach Gott durchdringt mein ganzes Sein. Auf diesem Weg lerne ich das Gebetshaus Augsburg kennen und erlebe Menschen, die sagen, Gott ist würdig, Tag und Nacht angebetet zu werden.

Verschwenderisch. Ja.

Sie haben schon mehr erkannt als ich. Sie haben einen Ort gebaut der täglichen, ununterbrochenen Anbetung Gottes. Dort ist ein Ort, nach dem ich mich gesehnt habe und den ich nun immer wieder aufsuche.

Es ist ein guter Ort, der mir hilft, nach Oben zu schauen und zu sehen.

Herausgenommen

Nicht ohne Furcht und Aufregung war ich in ein Wochenende alleine mit Gott gestartet.

Ein umgebauter Heidewagen auf einem Campingplatz im Schwäbischen wartete auf mich.

Die Fremde will sich über mich stülpen als ich dort ankomme und ich suche nach einem netten Café, um noch einmal ein Stück Vertrautheit zu haben, bevor ich in die Einsamkeit abtauche. Dabei lande ich direkt vor einer Buchhandlung und sehe, es ist nicht nur Buch, sondern auch Schönes, Kaffee und Kuchen, was man hier erhalten kann und wieder einmal staune ich über Gottes Fürsorge. Er weiß einfach, was mein Herz braucht, was ich liebe, was mir gut tut.

6tag_180717-1644182.jpgLange halte ich mich darin auf, entdecke, genieße und frage mich, was hier für ein Geist herrscht – es scheint der Heilige zu sein. Als ich eine Mitarbeiterin darauf anspreche bestätigt sie es mir und erklärt mir das Konzept des Ladens:

Die Liebe Gottes soll spürbar, der Heilige Geist erlebbar sein an diesem Ort.

Das kann ich nur bestätigen und fahre nun wie neu beheimatet zu meinem Schäferwagen.

Gott ist hier. Er ist in diesen Tagen mit mir. Er versorgt mich.

Dieses immer wieder Bestätigen seines Wortes, dessen, was ich in meinem Herzen zutiefst zu glauben versuche, das berührt mich immer wieder aufs Neue. Manchmal kann ich die Güte, die sich darin erweist, kaum fassen. Aushalten.

Warum beschenkt mich Gott so sehr?

Was wird dies Wochenende noch alles bringen?

Nachdem ich meine vorübergehende, neue Heimat bezogen habe, gehe ich in der Dämmerung spazieren, fühle die Fremde als etwas Beängstigendes und fühle trotzdem Gottes Schutz, seine Gegenwart.

mogen-mc3a4rz-0141.jpgRichte deinen Blick auf meine Gegenwart, das höre ich am nächsten Morgen, als ich noch vor Dämmerung erwache. In meiner Gegenwart wird dein Denken, dein Herz geformt, gereinigt.

Was ich bereits kenne und auch die folgenden Jahre immer wieder erleben werde:

Gott führt immer zuerst in das Eigene hinein, reinigt, tröstet, heiligt und lässt dann in die Welt schauen.

In diesen Tagen hier im Heidewagen nehme ich immer wieder den Ton in die Hand, den ich mitgenommen habe und forme ihn in meinen Händen zu dem, was es werden soll.

In diesen Stunden wird auch in mir etwas geformt. Ich kann es noch nicht sehen, aber spüre, wie der himmlische Meister am Werk ist. Während ich den Ton in meinen Händen forme, spüre ich mich in den Händen des Schöpfers.

Manchmal ist es ein Ringen, manchmal gelingt es einfach, immer wird es mir zum Bild für das eigene Leben.

6tag_251117-130137Wenn es heißt, der Heilige Geist ist mein Tröster, dann bedeutet das praktisch, ich gebe ihm meine Traurigkeit.

Wenn Jesus meine Sehnsucht stillt, bedeutet das, ihm meine Sehnsucht zu geben.

Alles was Gott mir sein möchte, erlebe ich in dem Loslassen dessen, was ich festhalten möchte. Es wird zur Wahrheit, während ich meine leeren Hände  hin halte. Dort kann es sich hineinlegen, dort werde ich es empfangen.

Ich stoße auf Kol 1.12-23, wo es um das Geheimnis Gottes geht, in das ich nun eintauche.

Es macht mein Herz ganz weit, weil es mich hineinsehen lässt in Gottes Denken, Wollen, Sehnen.

Hier in meinem Herzen beginnt der Glaube tiefer zu wachsen und das Erkennen, Verstehen beginnt mein Herz zu formen, zu bilden.

Als schlichte, aber tief bewegende Tage zu Ende gehen, fühle ich mich gefüllt mit Gottes Gegenwart, Berührung von Herz zu Herz.

Heimat

Mit unendlicher Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jer 31.3

In den Worten, die Gott zu mir spricht, erlebe ich immer wieder seine Herrlichkeit. Den Himmel offen über mir. Es füllt mein Herz mit so viel Freude und Dankbarkeit. Es stellt meine Füße auf weiten Raum. In neues Land.

 

Ich lese das Alte Testament, die Propheten und bin berührt von der Liebe Gottes, von seinen Verheißungen. Ich sauge sie auf und sie schreiben sich in mein Herz.

Wie kann es sein, dass wir so einen guten Gott haben?

Der Heilige Geist beginnt, mich in ganz neuer Form beten zu lehren.

Hat es damit zu tun, dass ich beginne, in das Herz Gottes zu sehen? Zu sehen, was Gottes Sehnsucht ist und damit ins Gebet zu gehen. Bitten in seinem Namen. Gott als den wahrnehmen, der er ist. Als den glauben, der nahe ist, als den anrufen, der hört.

Mose hatte gelernt, mit Gott, dem Unsichtbaren, so umzugehen, als ob er ihn sehen könnte.   Hebr 11.27

Mit meiner mehr und mehr erwachenden Wahrnehmung gegenüber Gott steigt auch die Sensibilität gegenüber Menschen. Ich empfange Dinge, Gefühle, Schmerzen, die nicht von mir sind, kann es aber nicht immer erkennen und muss lernen, zu unterscheiden. Loszulassen. Zurückzugeben.

Es scheinen Jahre vergangen zu sein, seit dieser einen wichtigen Kleingruppe.

Mein Leben erscheint mir so fremd im Vergleich zu früher und gleichzeitig endlich beheimatet. Endlich dort, wohin ich wirklich gehöre. Völlig Neues hat sich in meinem Herzen, in meinen Gedanken gebildet. Ist gebildet worden.

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Oft wache ich morgens mit Herzklopfen auf. in seiner Gegenwart werde ich gestärkt, vergewissert.

Eines nur habe ich vom Herrn erbete, dies eine begehre ich: zu wohnen im Hause des Herrn alle Tage, zu schauen die Freundlichkeit des Herrn und nachzusinnen in seinem Tempel. Ps 27.4

Ich liebe die Stätte deines Hauses, da deine Herrlichkeit wohnt.  Ps 26.8

Nie zuvor habe ich erlebt, was das bedeutet. Diesen Ort seiner Herrlichkeit zu begehren, zu lieben. Heimat darin zu finden.

Deshalb dies Gefühl der Sehnsucht in mir, scheinbar unstillbar. Tatsächlich unstillbar,  nur zu stillen von dem, der sie in mich hineingelegt hat.

Wenn wir auf ihn schauen, dann löst sich unser Leben, die Fragen unseres Lebens tatsächlich auf. Dort erkennen wir, wer wir sind.

Was Gott über mich sagt, das empfange ich bei ihm, von ihm und es hat eine so große Bedeutung und Wahrheit, die sich manifestieren möchte.

Während ich Zeit mit Jesus verbringe, mein Herz auf ihn hin ausrichte, verwandelt sich etwas in mir. Es verschafft mir Zugang zu meinem eigenen Herzen und zum Herzen Gottes.

Allezeit habe ich den Herrn vor Augen, steht er mir zur Rechten, wanke ich nicht.  Ps 16.11

Immer wieder erlebe ich, in Frage gestellt zu werden. Bin ich dabei, weltfremd zu werden?

Ja, vielleicht bin ich  ein bisschen der Welt entfremdet, mehr beheimatet im Himmel. So spricht eine Freundin davon, ich sei so gehimmelt, also nicht geerdet. Genau das möchte ich sein – gehimmelt! Beheimatet im Himmel.

Sammle dir Schätze im Himmel, indem du dein Vertrauen auf mich setzt!

Meine Sehnsucht war die tiefe Freundschaft mit Gott gewesen.

Während wir auf Gott hören, treten wir ein in den Stand, Freunde Gottes zu sein, denn die Freundschaft Gottes bringt Sprache mit sich. Diese Freundschaft entsteht, wenn wir etwas außerhalb von uns selbst lieben und Gleichheit im Denken, Herzen und Geist haben.     Martin Schleske

Gottes Liebe zu mir und meine Liebe zu ihm bringt diese tiefe Freundschaft hervor.

So spricht der Herr: Stellt euch an die Wege und schaut, und schaut nach den uralten Pfaden, welches denn der Weg des Guten sei, und nehmt ihn und findet einen Ruheplatz für euch.   Jer 6.16

Immer wieder wird mir deutlich, dass meine wichtigste Berufung ist, in der Gotteskindschaft, an seinem Herzen, zu sein. Dort seinen Herzschlag zu hören und während ich wahrhaftig in die Gegenwart Gottes trete, trete ich auch in die Gegenwart meines eigenen Herzens.

Es geschieht viel in diesen Wochen am Herzen Gottes.

In einer Nacht träume ich von meinem schon verstorbenen Vater. Ganz deutlich hält er ein Baby im Arm. Liebevoll, liebevoll in seiner Haltung, seinem Blick. Als ich näherkomme, kommt Unsicherheit in die Haltung, in das ganze Geschehen und ich fühle, was ich manchmal als Kind empfunden habe. Er war ein guter Vater, aber konnte seine Liebe oft nicht so deutlich ausdrücken, wie ich es gebraucht hätte.

 

Und heute nun erlebe ich, dass dieses Bedürfnis von meinem Vater im Himmel gestillt wird und letztlich auch nur wirklich gestillt werden kann.

Dankbarkeit, Heilung durchfließt mich.

Eben dieser Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.  Rö  8.16

Ich bin wertvoll für ihn!

So endet das Jahr 2012!