Vorankündigung 3.0

Hier ist es – zumindest das Cover!

Gerade ist es im Druck und wird Ende der Woche ausgeliefert.

Ja – ich bin aufgeregt!

Und ich freue mich und gleichzeitig macht es mich unsicher. Geschriebenes, Gedrucktes ist angreifbar, es kann vereinen oder trennen. Es macht angeifbar.

Aber, ja, die Freude überwiegt.

Hier einen kurzen Einblick, um was es in ‚HINENI‘ geht.

Jetzt ist die Zeit. Gott bereitet den Weg. Glaube ist im Jetzt.

Wie führt Gott Menschen?

Wie zeigt er sich darin?

Was wird er den Menschen auf diesem Weg?

Und was verändert sich dadurch in ihnen?


‚HINEN‘ („Hier bin ich!“) ist der mächtige hebräische Ausdruck, um unsere Präsenz und Achtsamkeit auszudrücken und die Bereitschaft, wirklich in die Begegnung mit Gott zu gehen.


Es ist Zeit, Gottes Stimme auch im Unbekannten zu hören und uns von ihr herausrufen zu lassen wie einst Abraham, Mose, Maria und andere Menschen der Bibel.


‚HINENI‘ macht Mut und gibt Hoffnung auch für die herausfordernden Zeiten des Lebens.

Auf unseren Vertrauenswegen erkennen und erleben wir, dass Gott JAHWE ist, der Allmächtige, der ICH BIN!
Er ist es wert, dass wir ihm vollkommen vertrauen – denn er ist der wirklich gute Vater!

Sind wir bereit, uns von ihm unterbrechen zu lassen, ihm zu begegnen, vor ihm zu stehen und zu sagen:

‚ H i e r b i n i c h ‚ ?

Schoenheit

Im Schönen begegnet uns immer ein Gott der Liebe, das Lächeln Jesu.

wp_20180906_19_25_44_pro.jpgDiesen wunderbaren Satz las ich vor ein paar Jahren nach einer Konzertlesung mit Samuel Koch und Samuel Harfst. Es war ein wunderbarer Abend gewesen und Anna Lara, meine Tochter, und ich wollten diesen Ort gar nicht mehr verlassen. Es war eine Atmosphäre von stiller, dichter Schönheit und Frieden im Raum, die uns in ihren Bann nahm.

Orte, die der Seele gut tun, will man nicht mehr verlassen.

Sei still und erkenne, dass ich Gott bin.   Ps 46.11

Anna Lara hat diese Schönheit auch an anderen Orten gefunden. Einer davon ist Rumänien. In ihrem Herzen wurde etwas entfacht, als sie das erste Mal nach Arkeden kam. Jahr für Jahr wurde es bei jedem Besuch neu und mehr – sie darf dort etwas sehen von Gottes Schönheit in den Menschen, in der Landschaft, in dem einfachen, schlichten Leben. Es bedeutet für sie, Sehnsucht im Herzen zu haben, wenn sie nicht dort sein kann und ein tiefes Gefühl von Beheimatet, Zuhause sein zu erleben, wenn sie dort ist.

img_1907.jpgIch liebe stille Schönheit. Schönheit, die nicht schreien muss, um sich bemerkbar zu machen.

Sie ist einfach dort, wo sie sein darf oder wir sein dürfen. In dem Moment, wo sich entfalten darf, was Gott im Ursprung in uns hineingelegt hat.

So erlebe ich es ganz stark, wenn Anna Lara mich einlädt, ihr beim Tanzen zuzusehen. Hingegeben, innig. Aus dieser Zartheit strömt Kraft und Stärke. Es scheint so widersprüchlich zu sein und zeigt gleichzeitig so viel von Gottes Schönheit und unserer Zerbrechlichkeit, aus der Stärke werden darf, wenn wir sie Gott geben. Im Tanz versunken wird in Anna Lara heute sichtbar – Hingabe, die zerbrechlich ist, aber wahr, rein und echt. Es ist ein Ort, wo ihre Schönheit in der Versunkenheit, der Natürlichkeit noch mehr aufleuchten, sich entfalten kann.

EditedImage(21)Vielleicht hatte sie deswegen damals das Cello als ihr Musikinstrument gewählt. Wenn sie mit diesem Instrument verbunden, ihm Töne entlockt, hervorstreicht, bringen sie in meinem Herzen etwas zum Klingen.

Gott ist Schönheit. So ist auch alles, was er geschaffen hat, nur schön. Seine Gegenwart erleben, bedeutet, sich in seiner Schönheit, an einem Ort von Schönheit aufzuhalten.

Manchmal sehen wir es, wenn Menschen in der Anbetung vor Gott sind – sie werden schön in ihrer Hingabe, weil sich der Schöpfer in ihnen spiegelt.

Schönheit finde ich auch eines Morgens nach einem durcheinander bringenden Traum, an dessen Ende ich weg laufe und aufgefangen werde von den Armen eines Mannes. Ich kann sein Gesicht nicht erkennen, aber es fühlt sich ganz normal und richtig an. Dort ist unglaublicher Friede.

Zuhause. Angekommen. Aufgefangen.

In den kommenden Tagen muss ich immer wieder daran denken und frage Jesus, wer das war.

Er. Jesus selber. Daher dieses Gefühl von Zuhause sein, dieser Frieden. Wie gut wird es eines Tages bei ihm sein. Wie gut ist es zu wissen, in diese Arme kann ich immer kommen.

Wie wunderbar ist es, wenn wir das schon als Kind erleben dürfen – da sind die elterlichen Arme, die auffangen, halten, Schutz geben, aber da ist noch mehr. Da gibt es das tiefe Erleben, da ist Jesus, da ist der Vater im Himmel, in dessen Armen ich immer sein darf.

Gehorsam

Es war nicht körperlich. Es war meine Seele, die nicht nachkam, die ständig strauchelte.

Ich sehnte mich nach dem Glauben zurück, der das Verborgene hervorbringt, der vertraut ohne Grenzen. Der Glaube nach dem Unsichtbaren.

Den Erschöpften gebe ich zu trinken und reichlich gebe ich all den Schmachtenden.  Jer 31.25

6tag_180717-1644182-e1524977211962.jpgWarum war ich so erschöpft, leer, am Taumeln?

Oswald Chambers schreibt, wenn Gott uns verändert und anfängt, in Besitz zu nehmen, fängt der Kampf an. Der Kampf darum, dass unser natürliches Leben in geistliches Leben verwandelt wird, die Dinge, die sich gegen die Erkenntnis Gottes stellen, verändert werden.

Alles Denken führen wir dem Gehorsam Christi zu.   2 Kor 10.5

Mit Gewalt überrollten mich die Gedanken an das Café, das Häuschen, die Einrichtung.

Ich habe Gott als den erlebt, dem ich absolut vertrauen kann. Der alles verändern kann, einfach von Oben her, vom Himmel her, ohne menschliches Zutun. Kann ich nun auch weiterhin glauben, dass der Gedanke des Laden-Cafés  weitergehen wird? Dass es Sinn macht, in Gottes Sinn ist, dass ich die Einrichtung kaufe.

In geistlichen Dingen kommen wir nicht durch Denken zu einem Ergebnis. Um Klarheit zu bekommen, müssen wir manchmal unser Denken gefangen nehmen, gehorsam sein. Wir müssen lernen unserer geistlichen Orientierungslosigkeit mit Gehorsam zu begegnen. Dann wird die Einsicht nachkommen. In dem Moment, wo wir die Fähigkeit zur Erkenntnis dem Heiligen Geist unterordnen und ihm gehorchen, wird sie uns sehend machen.

So  beginne ich zu verstehen, dass geistliches Leben, Glauben nicht im Verstehen und Erkennen stattfindet, sondern im Vertrauen und Annehmen von Unvorstellbarem. Von noch Unsichtbarem.

Ich werde dich niemals verlassen und nicht aufgeben.

Ich merke in meine Fragen und Unruhe über die Kaufentscheidung hinein auch Menschenfurcht. Was, wenn Menschen davon erfahren und es würde nie so werden, wie ich meinte, gehört zu haben.

Aber gleichzeitig ist auch der Gedanke in mir, wie schrecklich es ist, wenn ich nicht gehorche. Wenn ich das Verheißene nicht nehme, weil ich das Geschaute und Gehörte nicht tue.

Wie bereits vor wenigen Wochen begegnet mir wieder Jesaja 54.

Sturmzerzaust, gedemütigt, nicht getröstet, …. du musst dich nicht fürchten ….

IMG_2883Als ich das lese bin ich tief angerührt davon. Es ist ein persönlicher Offenbarungsmoment. Gottes Versprechen, Fürsorge, Treue in mein Leben hinein. Damit immer verbunden auch seine bedingungslose Liebe.

An diesem Morgen verstehe ich wieder einmal, warum ich so sehr früh mit Herzklopfen aufgewacht war. Gott wollte mein Herz neu füllen mit seiner Liebe, Fürsorge.  

Nur hüte dich und achte gut auf dich selbst, damit du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und damit sie dir nicht aus dem Sinn kommen dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern davon erzählen.  

5 Mo 4.9

Wenn Menschen heute über mich sagen, ich gehorche Gott mehr als Menschen, dann ist das eine Frucht davon und etwas, worin ich noch viel mehr wachsen möchte, weil ich weiß, es ist besser, Gott zu vertrauen und zu gehorchen als Menschen.

Es wird mir gesagt, das klinge gefährlich, doch aus Liebe, aus meiner Liebe zu Gott heraus, will ich Gott gehorchen. Gehorchen bedeutet für mich, ich tue das, was ich von ihm gehört habe. Je mehr ich mich darin übe, umso mehr verliere ich auch die Angst davor, falsch gehört zu haben, weil ich weiß, Gott sieht mein Herz an. Er kennt meine Sehnsucht, ihm treu zu sein. Er wird mich nicht fallen lassen, selbst wenn ich einmal in die falsche Richtung gehe, weil ich mich verhört habe.

Aber diese Unmittelbarkeit mit Gott kann Menschen auch Angst machen. Das kann ich verstehen. Ich bin für sie nicht kalkulierbar. Wenn jedoch Gehorsam Liebe ist, dann sehe ich, dass Jesus aus Liebe will, dass ich etwas tue und dann tue ich aus Liebe, was er will.

So glaube ich mehr und mehr, wenn Gott uns beruft, ist immer etwas Übernatürliches im Spiel. Und wenn du wirklich Gottes Ruf vernommen hast, dann kannst du nicht mehr zurück. Ich konnte damals nicht mehr zurück. Ich musste diesen Weg weitergehen. Musste sehen, will sehen, was daraus wird.

Es ist der 30. September als ich zusage, die Einrichtung zu kaufen.

 

IMG_1460Am 1. Oktober erfahre ich von der nächsten Bürgerversammlung mit dem Thema Treffpunkt, sprich Bürgercafe. Ohne Gottes Weg damit festlegen zu wollen überwältigt es mich. Ich sehe seine Treue darin. Es geht weiter.

Von außen gesehen sieht mein Glaubensschritt mutig aus, in meinem Herzen bin ich angefochten, sturmzerzaust.

In diesen Tagen lese ich etwas von M. Yaconelli, dass es sehr gut beschreibt:

Steckenbleiben ist ein großartiger Moment. Man könnte ihn mit Frustration, Einsamkeit, Loslösung oder Krise beschreiben aber das ist lediglich das Vokabular, das unsere Seele wählt, um uns zu sagen, dass wir uns in Gefahr befinden. Sie sind der Schrei unserer Seele, die um mehr fleht. Unser Sehnen und Verlangen, die unsere Aufmerksamkeit wollen. Ein Ruf von Innen. Die großartige Musik der Unzufriedenheit und der Ablehnung dessen, wo wir uns gerade befinden. Die Angst unseres inneren Lebens, nicht aufzugeben, sondern endlich nachzugeben. Es ist der Heilige Geist, der uns plötzlich auf unseren Wegen festfahren lässt, damit wir endlich das Wort lesen können, das Gott auf unsere Herzen geschrieben hat: Hingabe. Nimm deine Seele in die Arme, umarme deine Angst und antworte auf die Einladung Gottes. Mach dich bereit für das Abenteuer, in den nächsten Teil deines Lebens hineinzuwachsen. Steckenbleiben ist aller Angst wert, die es kostet, sich durch diese Phase hindurch zu kämpfen. Halte durch, du bist kurz davor, aufzubrechen!

Kraftvolle Worte!

Loslassen

Sollte unser Leben nicht immer ein Leben der Hingabe und des Loslassens sein?

In diesen Tagen damals gab ich Gott meine Pläne und Träume immer wieder in seine Hand zurück. Und ich begann, meinen Sohn loszulassen in die weite Welt und in die guten Hände und Absichten Gottes.

_DSC0259[2393] - KopieHeute stehe ich an der gleichen Stelle – Manuel lebt seit 10 Monaten mit seiner Frau in Mexiko, wohin Gott sie gerufen hatte.

Gott hatte ihn damals in Kolumbien bereitet, einen ganz eigenen Weg, Gottes vorbereiteten Weg, zu gehen. Auch sein Weg war oft ein einsamer, aber um der Tiefe Willen mit seinem Gott, ist er ihn gegangen, geht ihn auch nun wieder und ich sehe, was in ihm die Jahre über geworden, gewachsen ist. Er ist ein treuer Schüler des Herrn, vertraut Gottes Stimme mehr als Menschen und ich bin unendlich dankbar für seine Gottesliebe und seinen Gehorsam gegenüber Gott. Man sieht so deutlich Gottes Hand auf seinem Leben, die Führung des Heiligen Geistes und sein sich Loslassen, da wo es ins tiefe Wasser geht.

Gott rettet Menschen aus der Gefangenschaft, der Verlorenheit, der Einsamkeit. Er bringt sein Licht und Heilung in die Dunkelheit von Menschen. Und Gott selbst, der sie sendet, nimmt sie mit auf diesem Weg.

6tag-897325842-1674845931591381520_897325842 - KopieDieses Empfinden, Mexiko ist genau der Ort, wo Gott ihn hingesendet hat und deswegen ist es gut, das hatte ich damals noch nicht so stark wie heute. Trotzdem konnte ich seinen Weg mitgehen, mitglauben und hatte auch nicht unbedingt Angst darum. Es war vielmehr der Abschiedsschmerz, der mich am 22.8.2013 wie eine Lawine überrollte, einhüllte und in ein dunkles Tal hinabriss.

Ich musste meinen Sohn loslassen. Hingeben. Anvertrauen. Und wurde von einer großen Welle Traurigkeit überspült. Gegen manche Wellen können wir uns nicht wehren, ihre Kraft ist stärker, sie können uns durch einen Sog in die Tiefe ziehen. Im Meer fürchte ich diese mächtigen Wellen.

Damals konnte ich mich nicht wehren – heute weiß ich, es war nicht richtig, nicht gut. So soll und muss es nicht sein. Gott ruft unsere Kinder nicht in die Ferne, damit Mütter zuhause krank werden vor Traurigkeit.

Vertraue mir und fürchte dich nicht!

Das spricht Gott in mein Herz, als ich mich am Morgen nach seinem Abflug ins Wohnzimmer setze. Es fühlt sich schrecklich falsch an, dass Manuel nicht mehr hier ist. Auf Schritt und Tritt sehe ich in unserem Haus seine Spuren. Werde ich erinnert. Es ist wie ein Trauerweg, so habe ich es damals beschrieben. Es fühlte sich an wie nach dem Tod meines Vaters.

Lerne loszulassen!

Denn ich der Herr, bin dein Gott, der deine rechte Hand stark macht, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei!   Jes 41.13

Schon immer war mir das Loslassen der Kinder schwergefallen. Das fing schon mit der Geburt an, setzte sich mit dem Abstillen, Kindergarten, Schule fort. Jeder Schritt brachte weiteren Schmerz mit sich, entgegen alles Denken, das ist gut und wichtig und richtig.

Diesmal machte diese Entfernung von tausenden von Kilometern es zu einem Erleben, wie ich es mir trotzdem nicht vorgestellt hatte. In meiner Erinnerung weinte ich erst einmal zwei Tage ununterbrochen, während meine Tochter Anna Lara manchmal neben mir saß und sich schon um die Zeit zu sorgen begann, wenn sie eines Tages das Haus verlassen würde.

kroatien2014 153Immer wieder gebe ich Manuel in Gottes Hände, weiß und glaube um Schutz und Bewahrung, aber diese Traurigkeit macht mir Angst. Damals schrieb ich: Ich will und kann diesen Schmerz aushalten, aber ich habe Angst davor, die Traurigkeit nicht in den Griff zu bekommen.

Am nächsten Morgen spricht Gott durch ein Andachtsbuch wieder einmal direkt in meinen Lebensmoment.

Vertraue die Menschen, die du liebst, mir an! Übergib sie meinem Schutz und meiner Fürsorge! Bei mir sind sie sicherer als in deinen Händen, die nicht loslassen wollen. Wenn du andere in meine Fürsorge übergibst, kann ich sie ungehindert segnen!

Dieses Wort wird zur täglichen Herausforderung und gilt auch heute noch. Nicht nur für die eigenen Kinder. Auch andere Menschen, die Gott mir anvertraut hat, gilt es immer wieder in seine Hand loszulassen, damit er selber sein Werk in ihnen tun kann.

InstagramCapture_0132d7f7-7d8f-42c5-a15d-9401b7a6670cWarum verstehen wir nicht, dass wir oft eher im Weg stehen, Gott im Weg stehen, damit er selber die Dinge im Leben anderer tun kann. Wir müssen darauf achten, was zu welcher Zeit unsere wahre Berufung, Kümmern, Versorgen ist.

Ich selber werde mit dir gehen, werde dir Ruhe verschaffen.  2 Mo 33.14

Weil der Vater im Verborgenen ist, werde ich ihn antreffen, wenn ich dorthin gehe. Der Ort der Verborgenheit ist auch der Ort der Ruhe.

An diesem Morgen weiß ich noch nicht, wohin der Weg gehen wird, wieviel Ruhe und Frieden ich direkt vom Himmel her brauchen werde, denn nur einen Tag später stehe ich in einer Situation, die völlig neu ist für mein Leben. Unvorbereitet, wie es wohl jeder erlebt, fällt es in mein Leben.

Doch mein Herz ist bereitet und gestärkt. Gott selber hat es bereitet!

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