f u r c h t l o s.

Gestern war ich mit dem Fahrrad unterwegs, genoss die Februarsonne, die Landschaft, die Bewegung – als plötzlich etwas von einem Baum an mir vorbei zu Boden fiel. Ich konnte während der Fahrt nicht erkennen, was es gewesen war, musste aber sofort an die drei Nüsse von Aschenputtel denken.

Gottes Reden ist ja immer wieder erstaunlich, manchmal fremd, manchmal un-glaublich – aber ich möchte mit einem offenem Herzen unterwegs sein und es erkennen und aufmerken.

So entstand auch gestern in mir ganz leicht und natürlich ein Zwiegespräch mit ihm darüber, was mir dies Erleben sagen solle.

Mehr und mehr bin ich davon überzeugt, dass, wenn Gott mit mir, mit uns spricht, es ihm wichtig ist, zuerst über seine Identität, meine Identität und dann erst über meine Umstände, meine Berufung, meinen Weg oder was wir auch immer erwarten und erhoffen, spricht.

Es ist so wichtig und sogar wichtiger, zu wissen, wer ER ist und wer ich bin, als das, wohin ich gehen soll.

Manchesmal hören wir ihn ja sogar auch erst, wenn wir IHN wirklich kennen, erkennen. Manchmal können wir erst dann wirklich vertrauen, dass es SEINE Stimme ist, die spricht und überhaupt können wir erst seine Wege gehen, wenn wir uns gewiss sind, wer ER ist in dieser Geschichte und wer ich bin.

Dort fängt wirkliches Vertrauen an. Dort können wir loslassen und dort können wir uns hingeben, hinein geben in seinen Willen.

Ist Gott wirklich ein Gott, der mir einfach drei Wünsche erfüllt?

Ist er so ein guter Vater, der verschwenderisch gibt?

Und bin ich überhaupt die Tochter, die diese Verschwendung wert ist?

Wichtige Fragen bzw die Antwort darauf ist wichtig, denn sie nur hat die Kraft, Vertrauen in uns zu wirken.

Auch das Vertrauen, es ist gerade Gott, der da mit mir spricht. Je mehr ich Zeit an seinem Herzwn, in seiner Gegenwart, mit seinem Wort verbringe, um so schneller, leichter und selbstverständlicher lässt sich diese Frage beantworten.

Und dann dachte ich an König Salomon und wie weise man über das sein müsse, was wirklich wünschenswert ist, weil es über den erfüllten Wunsch hinaus Auswirkungen hat.

Was also würde ich mir wünschen, wenn ich drei Wünsche frei hätte.

Wunsch eins und zwei waren schnell da, der dritte musste reichlich überlegt sein da er der letzte wäre.

Und dahinein kamen noch einmal diese Fragen in mir auf.

Die Frage, glaube, vertraue ich, dass Gott es wirklich tut, wenn er es mir anbietet?

Wie ist mein Glaube diesbezüglich über ihn?

Habe ich genug Vertrauen in seine Güte?

Er, der der Geber aller guten Gaben ist – wie es uns die Bibel sagt.

Warum habe ich eigentlich diese beiden Wünsche?

Woher kommen sie, aus welchem Mangel heraus waren sie entstanden?

Oder welchem bedürftigen Gefühl?

Wenn wir mit Gott im Gespräch sind, ist es immer wieder wunderbar, zu erleben, wie er sofort auf unsere Fragen hin die Antwort in unser Herz legt.

ANGST.

Es schien mir, als fielen Schuppen von meinen Augen.

In meinem Alter sind Wünsche an Gott nicht mehr die Wünsche um irgendwelche Dinge 😌. Es geht viel mehr um Umstände, Veränderungen in mir, Verheißungen auf die ich warte.

Doch das, was wirklich dahinterstand, war mehr noch als empfundener Mangel eine Furcht – ohne sie genau beschreiben zu können, doch als ich diesen Gedanken weiterverfolgte, indem ich mir vorstellte, diese Furcht wäre dort nicht, geschahen an diesen Orten der ausgetauschten Furcht wunderbare Dinge.

Dort, wo ich mir wünsche, mehr der Stimme Gottes zu folgen, Impulsen nachzugeben, mein Fahrrad anzuhalten, um für den Menschen, der mir gerade begegnet, um Heilung zu beten – also dort, wo die Furcht mich nicht davon abhalten darf, dort kann der Himmel auf die Erde gebracht werden und ein Mensch die grenzenlose Liebe Gottes erfahren.

Dort, wo ich auf eine Verheißung warte, kann es sein, dass ich mich vor der nicht erfüllten Verheißung fürchte.

Wenn ich diese Furcht nicht habe, kann ich warten, kann ich in Frieden warten, auch wenn ich das Ende nicht weiß. Ich bin nicht abhängig von ihrer Erfüllung.

In SEINER Liebe ist keine Furcht – sagt uns die Bibel. Umkehrschluss, erst wenn ich ohne Furcht bin, bin ich vollkommen in seiner Liebe. Und das glaube ich inzwischen von Herzen – an diesem Ort, wünsche ich mir nur noch, was auf GOTTES Herzen ist. Denn unsere Herzen sind eins. Dort erleben wir dann, was Jesus versprochen hat:

Alles was ihr den Vater in meinem Namen bittet, das wird er euch geben.

Johannes 15.16

In ‚meinem Namen‘ heißt, im Willen Jesu, der immer der Wille des Vaters ist. Der Wille des Vaters, der tun will, was SEIN Herzensanliegen ist.

Dort an SEINEM Herzen, werden SEINR Wünsche, SEIN Wille, zu meinem Wunsch und meinem Willen.

Ja, SEI Wunsch für uns ist es, ohne Angst leben zu können – egal welcher Art diese Angst ist.

Leben ohne Furcht bedeutet Leben in Freiheit.

Das wünsche ich mir – das wünsche ich dir!

Erlebe heute einen Tag in SEINER Freiheit – weil ER der wirklich gute Vater ist.

Herzgedanken

Warum ist Gott mein Herz so sehr wichtig?

Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.    Spr 4.23

Es ist nicht nur medizinisch richtig, dass dem Herzen das Leben entspringt.

Auch für mein geistliches Leben ist das Herz lebenswichtig. Gerade dort, wo wir so sehr mit dem Verstand leben, versuchen, dem Wort zu glauben, kommen wir schnell an die Grenze. Gott ist mit dem Verstand unmöglich zu fassen. Seine Wege beleidigen meinen Verstand.

Darum heißt es:

Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand!    Spr 2.5

Mein Verstand hat seine Grenzen. Darum hören wir Gottes Stimme in unserem Herzen, denn das kann endlos geweitet werden, wenn Gott seine Liebe, seine Sehnsucht, seine Worte hineinfüllt. Wenn ich danach rufe, mehr, mehr, mehr, …

Das ist die Antwort auf Gottes Aufforderung, sucht mich, sucht mein Angesicht.

Gott liebt es, auf unser Rufen, auf unser Bitten, unser Suchen zu antworten. Aber er hat auch Sehnsucht, die Bibel spricht sogar davon, er eifert darum, dass wir ein ungeteiltes Herz für ihn haben. Ein Herz, dem er seine Worte anvertrauen kann. Wenn dein Herz geteilt ist, du hierhin und dorthin hörst, wirst du seine Stimme nur schlecht hören oder glauben können. Gott weiß das und gebietet uns darum, es zu bewahren. Zu schützen.

Es hat damit zu tun, dass mein Herz für ihn das Allerheiligste ist. Mit welcher Sorgfalt, Ausführlichkeit hatte Gott damals Mose beauftragt, das Allerheiligste, den Ort der Begegnung zu bauen und zu bewahren.

Heute ist mein Herz der Ort der Begegnung – darum ist es Gott so wichtig, so wertvoll, wie es darin aussieht. Dass es ungeteilt ihm zugewandt ist. Dass er gerne darin wohnt.

Während ich in Israel in der Wüste saß, außerhalb des Campingplatzes, genaugenommen oberhalb des Zeltes der Begegnung, des Tabernakels, das hier original nachgebaut ist, wanderten meine Gedanken zu Mose und seinem Auftrag, diesen Ort der Begegnung sorgfältig zu bauen. Gott gab ihm genaue Anweisung, wie er es bauen sollte.

Heute ist mein Herz der Ort der Begegnung und Gott sagt uns, behüte es, baue es sorgfältig, achte darauf. Mein Herz ist Gott heilig, weil er darin wohnen möchte. Und weil ihm das Leben entspringt.

Deswegen möchte ich seine Worte bewahren. Sie in meinem Herzen schützen. Sie von Gott selber nähren lassen. Ich brauche das so sehr. Immer wieder. Täglich. Es schützt mich, wenn ich mein Herz voll habe mit seinen Worten. Wenn ich es empfänglich mache für sein Wort. Und je näher ich ihm bin, umso voller bin ich mit Worten des Lebens. Seine Verheißungen nähren mein Herz. Sie tragen, sie sind mein Fundament. Der Fels, auf dem ich zu stehen lerne.

Darum liebe ich es, sein Angesicht zu suchen wie David. Gott so nahe zu kommen, dass er seine Worte in mich hineinlegen kann, weil aus ihnen das Leben fließt.