Vertrauen

Das hörende Herz erwidert die Liebe Gottes!

Martin Schleske

In diesen Tagen gehen wir auf Ostern zu.

Vermutlich mit sehr unterschiedlichen Gefühlen und gleichzeitig haben wir alle dasselbe Gepäck dabei: Umgang und Leben mit einem Virus, der die Welt zu beherrschen scheint.

An einem frühen Morgen habe ich Gott gefragt: Was ist in deinem Herzen, Vater?

Zeig uns dein Herz in diesen Tagen.

Schau auf Golgatha – war die Antwort. Ich habe euch zuerst geliebt und sehne mich nach einer Antwort.

Gott ist ein Gott mit Sehnsucht im Herzen.

Er sehnt sich nach dir. Er wirbt um dein Herz. Und er hat es bereits mit Golgatha getan.

Nur wenige Zeit, bevor Jesus ans Kreuz ging, sagte er den Menschen dies Wort:

Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!

Joh 7.37

Und dann erleben die Jünger den schrecklichsten Tag ihres Lebens – ein Tag von Verlust, Enttäuschung, tiefster Trauer und Verlassenheit. Tiefe Zerbrochenheit aller Träume, die Krise ihres Lebens. Alles umsonst, alles verloren.

Was bedeuten da noch die Worte Jesu?

Woran konnten sie sich festhalten?

Aller Hoffnung beraubt gingen sie in die Isolation, an einen Ort, wo sie sich in ihrer Furcht vor den Juden versammelten.

Auf dem Ölberg hatte Jesus den Jüngern gesagt, sie sollten wachen und beten, doch sie fielen in den Schlaf und waren später tatsächlich nicht bereit für das, was ihnen begegnete.

In einer Übersetzung heißt es, sie waren schlafend vor Traurigkeit.

Manchmal fühlen wir uns wie betäubt von Traurigkeit, Schmerz, Enttäuschung. Es ist ein Kampf, ein Ringen, nicht schläfrig zu werden. Im Gebet, in der Begegnung mit Gott zu bleiben. Aber genau das ist die Zeit, wo wir es so sehr brauchen.

Jesus hat es uns vorgemacht. Er wusste, in Kürze würde er für einen Moment tatsächlich von Gott verlassen sein. Die Sünde der Welt, meine Sünde, würde auf ihm liegen und das würde gleichzeitig bedeuten, dass Gott sich zurückziehen würde von ihm.

Das kostete Jesus über den unsagbaren Schmerz am Kreuz hinaus, auch einen Gebetskampf, von dem es heißt, dass sein Schweiß wie Blutstropfen zur Erde fiel.

Jesus, der die innigste Nähe zum Vater kannte und darin lebte, wusste um den Schmerz darüber, nicht mehr dort sein zu können.

In diesen Tagen kommt mir immer wieder dieses Wort in den Sinn – wache und bete!

Und während ich ringe, ringe um die Aufstehzeit mitten in der Nacht, ringe um meine Kraft dann durch den Tag zu kommen, weiß ich zutiefst, um meine Berufung heute darin.

Wir sind an vielen Stellen schläfrig geworden. Die Umstände, Bequemheit, Enttäuschung, Schmerz, Bitterkeit und Zweifel haben uns schläfrig gemacht. Manch einer von uns ist in seiner Traurigkeit eingeschlafen.

Aber Krisenzeiten sind genau die Zeiten, in denen wir etwas lernen, die uns formen, die Wachstum hervorbringen, Veränderung.

Krisen, Wüste sind Orte, an die wir nicht freiwillig gehen. Die Israeliten haben fiel Zeit in der Wüste verbracht, viel Zeit mit Aufbegehren und Murren.

Sei weise in Wüstenzeiten, d.h es ist gut, zu wissen, woher bekomme ich Wasser, wo habe ich einen Ort, wo ich mich bergen kann, wo finde ich Nahrung und welches Feuer hält mich warm. Enttäuschung kann jedes Feuer erlischen. Sie kann den Blick auf die Treue Gottes versperren. Jesus hatte aufgefordert, dass die die durstig sind, zu ihm kommen sollten. Und kurz darauf war er nicht mehr da. Was macht das mit uns, wenn unsere Hoffnung gestorben ist?

Und dennoch – nach der Dunkelheit kam das Licht, nach dem Tod kam die Auferstehung. Die versprochene Quelle lebensspendenden Wassers, fortwährender Versorgung kam bald danach durch den Heiligen Geist.

Ja, manchmal müssen wir eine Strecke zurück legen in der Wüste, vor allem sehen wir selten, wie lange es dauern wird, doch eines ist gewiss – Gott ist vorher, während und nachher derselbe. Er verändert sich nicht – unabhängig von meinen Gefühlen, unabhängig von meinen Umständen.

Es kostet etwas, an ihm fest zu halten – es kostet Vertrauen, dein Herz anvertrauen.

Doch genau das ist es, was dich verwurzelt, was dir hilft, deine Wurzeln tiefer zu graben, damit du in den Stürmen des Lebens standhalten, damit du in den Wüstenzeiten des Lebens versorgt wirst.

Egal wie deine Umstände gerade sind – mein Gebet ist für dich, dass du Gott weiter vertraust, an ihm festhälst und dein Herz anvertraust – er ist der gute Vater!

Dein Vertrauen erwidert die Liebe des Vaters!

Gehorsam

Es war nicht körperlich. Es war meine Seele, die nicht nachkam, die ständig strauchelte.

Ich sehnte mich nach dem Glauben zurück, der das Verborgene hervorbringt, der vertraut ohne Grenzen. Der Glaube nach dem Unsichtbaren.

Den Erschöpften gebe ich zu trinken und reichlich gebe ich all den Schmachtenden.  Jer 31.25

6tag_180717-1644182-e1524977211962.jpgWarum war ich so erschöpft, leer, am Taumeln?

Oswald Chambers schreibt, wenn Gott uns verändert und anfängt, in Besitz zu nehmen, fängt der Kampf an. Der Kampf darum, dass unser natürliches Leben in geistliches Leben verwandelt wird, die Dinge, die sich gegen die Erkenntnis Gottes stellen, verändert werden.

Alles Denken führen wir dem Gehorsam Christi zu.   2 Kor 10.5

Mit Gewalt überrollten mich die Gedanken an das Café, das Häuschen, die Einrichtung.

Ich habe Gott als den erlebt, dem ich absolut vertrauen kann. Der alles verändern kann, einfach von Oben her, vom Himmel her, ohne menschliches Zutun. Kann ich nun auch weiterhin glauben, dass der Gedanke des Laden-Cafés  weitergehen wird? Dass es Sinn macht, in Gottes Sinn ist, dass ich die Einrichtung kaufe.

In geistlichen Dingen kommen wir nicht durch Denken zu einem Ergebnis. Um Klarheit zu bekommen, müssen wir manchmal unser Denken gefangen nehmen, gehorsam sein. Wir müssen lernen unserer geistlichen Orientierungslosigkeit mit Gehorsam zu begegnen. Dann wird die Einsicht nachkommen. In dem Moment, wo wir die Fähigkeit zur Erkenntnis dem Heiligen Geist unterordnen und ihm gehorchen, wird sie uns sehend machen.

So  beginne ich zu verstehen, dass geistliches Leben, Glauben nicht im Verstehen und Erkennen stattfindet, sondern im Vertrauen und Annehmen von Unvorstellbarem. Von noch Unsichtbarem.

Ich werde dich niemals verlassen und nicht aufgeben.

Ich merke in meine Fragen und Unruhe über die Kaufentscheidung hinein auch Menschenfurcht. Was, wenn Menschen davon erfahren und es würde nie so werden, wie ich meinte, gehört zu haben.

Aber gleichzeitig ist auch der Gedanke in mir, wie schrecklich es ist, wenn ich nicht gehorche. Wenn ich das Verheißene nicht nehme, weil ich das Geschaute und Gehörte nicht tue.

Wie bereits vor wenigen Wochen begegnet mir wieder Jesaja 54.

Sturmzerzaust, gedemütigt, nicht getröstet, …. du musst dich nicht fürchten ….

IMG_2883Als ich das lese bin ich tief angerührt davon. Es ist ein persönlicher Offenbarungsmoment. Gottes Versprechen, Fürsorge, Treue in mein Leben hinein. Damit immer verbunden auch seine bedingungslose Liebe.

An diesem Morgen verstehe ich wieder einmal, warum ich so sehr früh mit Herzklopfen aufgewacht war. Gott wollte mein Herz neu füllen mit seiner Liebe, Fürsorge.  

Nur hüte dich und achte gut auf dich selbst, damit du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und damit sie dir nicht aus dem Sinn kommen dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern davon erzählen.  

5 Mo 4.9

Wenn Menschen heute über mich sagen, ich gehorche Gott mehr als Menschen, dann ist das eine Frucht davon und etwas, worin ich noch viel mehr wachsen möchte, weil ich weiß, es ist besser, Gott zu vertrauen und zu gehorchen als Menschen.

Es wird mir gesagt, das klinge gefährlich, doch aus Liebe, aus meiner Liebe zu Gott heraus, will ich Gott gehorchen. Gehorchen bedeutet für mich, ich tue das, was ich von ihm gehört habe. Je mehr ich mich darin übe, umso mehr verliere ich auch die Angst davor, falsch gehört zu haben, weil ich weiß, Gott sieht mein Herz an. Er kennt meine Sehnsucht, ihm treu zu sein. Er wird mich nicht fallen lassen, selbst wenn ich einmal in die falsche Richtung gehe, weil ich mich verhört habe.

Aber diese Unmittelbarkeit mit Gott kann Menschen auch Angst machen. Das kann ich verstehen. Ich bin für sie nicht kalkulierbar. Wenn jedoch Gehorsam Liebe ist, dann sehe ich, dass Jesus aus Liebe will, dass ich etwas tue und dann tue ich aus Liebe, was er will.

So glaube ich mehr und mehr, wenn Gott uns beruft, ist immer etwas Übernatürliches im Spiel. Und wenn du wirklich Gottes Ruf vernommen hast, dann kannst du nicht mehr zurück. Ich konnte damals nicht mehr zurück. Ich musste diesen Weg weitergehen. Musste sehen, will sehen, was daraus wird.

Es ist der 30. September als ich zusage, die Einrichtung zu kaufen.

 

IMG_1460Am 1. Oktober erfahre ich von der nächsten Bürgerversammlung mit dem Thema Treffpunkt, sprich Bürgercafe. Ohne Gottes Weg damit festlegen zu wollen überwältigt es mich. Ich sehe seine Treue darin. Es geht weiter.

Von außen gesehen sieht mein Glaubensschritt mutig aus, in meinem Herzen bin ich angefochten, sturmzerzaust.

In diesen Tagen lese ich etwas von M. Yaconelli, dass es sehr gut beschreibt:

Steckenbleiben ist ein großartiger Moment. Man könnte ihn mit Frustration, Einsamkeit, Loslösung oder Krise beschreiben aber das ist lediglich das Vokabular, das unsere Seele wählt, um uns zu sagen, dass wir uns in Gefahr befinden. Sie sind der Schrei unserer Seele, die um mehr fleht. Unser Sehnen und Verlangen, die unsere Aufmerksamkeit wollen. Ein Ruf von Innen. Die großartige Musik der Unzufriedenheit und der Ablehnung dessen, wo wir uns gerade befinden. Die Angst unseres inneren Lebens, nicht aufzugeben, sondern endlich nachzugeben. Es ist der Heilige Geist, der uns plötzlich auf unseren Wegen festfahren lässt, damit wir endlich das Wort lesen können, das Gott auf unsere Herzen geschrieben hat: Hingabe. Nimm deine Seele in die Arme, umarme deine Angst und antworte auf die Einladung Gottes. Mach dich bereit für das Abenteuer, in den nächsten Teil deines Lebens hineinzuwachsen. Steckenbleiben ist aller Angst wert, die es kostet, sich durch diese Phase hindurch zu kämpfen. Halte durch, du bist kurz davor, aufzubrechen!

Kraftvolle Worte!