Sturmzeit

Deep within me are these lovesick longings -.

Ps 84.2 Passion Translation

Liebeskrank – kennst du das?

Und kennst du diese Sehnsucht nach Gott?

David kannte das und traute sich auch, diesen Gefühlen Raum zu geben. Je mehr Raum die Sehnsucht nach Gott in mir bekommt, um so mehr empfinde ich, oftmals nicht verstanden zu werden. Auch im Zusammenhang mit meinen beiden Büchern begegnet mir das. Umso mehr überwältigt und bestätigt es mich dann aber auch, wenn ich Rückmeldung bekomme, wo Gedanken und Worte aus dem ´Weitem Land´ oder ´Hineni´ im Leben von Menschen etwas bewirkt und verändert. Meine größte Freude ist es dann, wenn es einfach näher an das Herz Gottes und in das Vertrauen hinein zieht. Dazu sind sie geschrieben.

Diesen wunderbaren Ausblick hatten wir gerade in unserem Urlaub direkt von unserem Zelt aus. An diesem Ort ist ein Großteil meines neuen Buches geworden. Anfang des Jahres hatte ich dem Verlag davon erzählt und war sehr ermutigt worden dazu. Gleichzeitig bekam ich von völlig überraschender Seite wie ein prophetisches Wort dafür. Nun bin ich auf den letzten Seiten angelangt – sie fordern mich…

Leidenschaft bringt auch Leiden hervor – damit hatte ich den letzten Blog beendet. Meine Leidenschaft für Gott bringt immer auch mit sich, um der Wahrheit Willen über ihn, zu leiden. So geht es mir auch zur Zeit häufig, dass ich um Worte, um die Wahrheit ringe. Wie können meine kleinen Worte IHM gerecht werden? Und wie können sie Sehnsucht in anderen wecken?

Ich schreibe über Leidenschaft, die Gegenwart Gottes und auch über das Leiden.

Wenn es in unserem Leben stürmt – und was Stürme für uns bedeuten, das ist ganz unterschiedlich – aber immer gleich ist: wir brauchen in unseren Stürmen die Begegnung Gottes. Wir brauchen nichts dringender als den festen Halt, die sichere Burg, den Schutz seiner Flügel. Wir brauchen den Begegnungsraum, aus dem heraus wir zu ihm schreien.

In so einen Begegnungsraum, wo ein Mensch nach Gott ruft, tritt Hanna, die Mutter des Propheten Samuel. Sie ist eine verheiratete, kinderlose Frau, die in einer gläubigen Familie lebt. Sie wird von ihrem Mann geliebt, ist aber kinderlos – und sie leidet sehr darunter, da sie Scham und Not erlebt in dieser Kinderlosigkeit. Jahr für Jahr ging sie mit ihrem Mann und der gesamten Familie nach Schilo, um Gott zu opfern und anzubeten.

Sie aber war verbittert und betete zum HERRN und weinte heftig. Und sie legte ein Gelübde ab und sprach: HERR der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd siehst und an mich denkst, wenn du deine Magd nicht vergisst und deiner Magd männliche Nachkommenschaft gibst, will ich ihn dem HERRN geben, solange er lebt, und an sein Haupt soll kein Schermesser kommen. Und als sie lange vor dem HERRN gebetet und Eli auf ihren Mund geachtet hatte, Hanna redete nämlich in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber war nicht zu hören – hielt Eli sie für betrunken. Und Eli sagte zu ihr: Wie lange willst du Betrunkene dich so benehmen? Werde nüchtern! Hanna aber antwortete und sprach: So ist es nicht, mein Herr, ich bin eine verzweifelte Frau. Und ich habe weder Wein noch Bier getrunken, ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine ruchlose Frau, denn aus tiefer Verzweiflung und aus Gram habe ich so lange geredet. Daraufhin sagte Eli: Geh in Frieden! Und der Gott Israels möge dir geben, was du von ihm erbeten hast. Und sie sprach: Deine Sklavin möge Gnade finden in deinen Augen. Und die Frau ging ihres Wegs, und sie ass, und ihr Gesicht war nicht mehr betrübt .

1 Sa 1.10-18, ZUR

Was tat Hanna?

Obwohl diese Geschichte widergibt, was wir selbst immer wieder erleben, nämlich das Gefühl, dass wir etwas verpassen, dass Segen scheinbar an uns vorbei geht, können wir im Leben von Hanna sehen, wohin sie sich wendet. Es heißt sie war verbittert. Bitterkeit im Herzen hat oft ganz tiefe Wurzeln. Wurzeln, die sich an alles erinnern, was einmal gewesen ist oder nicht wurde. Bitterkeit trennt und kann sehr zerstörerisch sein. Doch obwohl es von ihr heißt, sie sei bitter in ihrem Herzen, wendet sie sich an Gott. Das ist so wunderbar, erleben wir doch häufig eher das Gegenteil. Hanna betete unter vielen Tränen zu Gott. Sie blieb lange dort. In ihrem Herzen war noch ein anderer Raum neben der Bitterkeit. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass es Vertrauen war. Vertrauen, das um das eine zu bitten wagt und es gleichzeitig auch im Moment des Erbetenen schon wieder zur Verfügung stellt, zurückgibt. Die wesentlichen Dinge können wir nicht machen, sondern nur empfangen. In Hannas Umstand ist das ganz klar der Fall. Sie ist abhängig von der Güte Gottes und legt ihr ganzes restliches Vertrauen in ihn. Es liegt eine Kraft darin, wenn wir alles in Gottes Hand legen und alles von ihm erwarten, dann wenn wir die Dinge nicht mehr selbst tun können. Unsere Sicherheit liegt dann nicht mehr in dem, was das Morgen bringt, sondern in dem, der das Morgen bringt.

Hanna macht Raum für Gottes Wirken, indem sie ihm ihren Schmerz, ihre ganze Not bringt. Sie erlebt, dort wo wir Raum in unserem Herzen, in unserem Schmerz machen, dort kann Gott sichtbar und erlebbar werden. Das bedeutet nicht, unsere Wünsche und Träume gehen in Erfüllung, unsere Umstände ändern sich – manchmal erleben wir Gott darin auch ganz anders und unerwartet, aber gewiss ist uns seine Gegenwart. Sie ist uns in seinem Wort verheißen und ich erlebe es. Dort, wo ich sie vermisse, da weiß ich inzwischen, es liegt an mir, es liegt daran, wo ich gerade bin oder worin ich gerade gefangen bin. In diesem Raum des ungeteilten Herzens werden wir etwas von Gott sehen oder hören. Vielleicht fällt es mir an der Stelle leichter, das anzunehmen, weil ich eher mich als Gott hinterfrage. Ich möchte eher an meiner Verfügbarkeit zweifeln als an Gottes Nähe, seinem Ja.

In ihrem Fall wird Hanna schwanger, bringt ihren Sohn Samuel zur Welt und als er 5 Jahre alt ist, bringt sie ihn wie versprochen in den Tempel.

Von Hanna lerne ich, umzugehen mit Enttäuschung, mit unerfüllten Wünschen und darin an Gott fest zu halten, mein ganzes Vertrauen auf ihn zu werfen und getrost Hoffnung im Herzen zu haben. Von ihr lerne ich, in meinem Schmerz die Gegenwart Gottes zu suchen, anstatt in meiner Not, weg zu laufen.

Das Thema meines Lebens scheint mir, vertrauend zu leben. Doch vertrauend leben macht verletzlich, es legt das Herz offen, jedoch nicht, um verletzt zu werden, sondern um empfangen zu können. Auch wenn mir mein Herz in dieser Offenheit verletzbar erscheint, weiß ich, Gott wird es nie verletzen, wenn ich es ihm anvertraue. Er ist immer ein Gott, der aufrichtet, der heilt, der wiederherstellt und zu Recht bringt. Er ist der Geber aller guten Gaben. Menschen verletzen mich, das Leben, die Lebensumstände können mich verletzen, etwas auf dieser Erde ist in mir verletzbar. Doch es ist nie Gott, der das tut. Um etwas, um jemanden verletzen zu können, braucht es einen Liebesmangel in uns und der ist bei Gott nicht zu finden. Er selbst ist die Liebe, das heißt, in ihm ist, in ihm kann darin kein Mangel sein. Ich bin verletzt bzw fühle mich von ihm verletzt, weil ich meine, mir stünde anderes zu als mir geschieht. So ist es mein Denken, mein Beharren auf mein Recht. Doch mein Recht, das einzige Recht das ich wirklich habe, in dem aber gleichzeitig auch alles zu finden ist, ist, sein Kind zu sein. Ich bin seine geliebte Tochter! Du bist sein geliebtes Kind, geliebtes Kind des himmlischen Vaters, des Königs aller Könige, des Schöpfers aller Dinge. Ein größeres Recht gibt es nicht. Ein größeres Recht braucht es nicht. In ihm ist alles gegeben, was wir brauchen, was wir je brauchen werden. Es ist unsere Identität. Diese Identität, die uns wirklich alles gibt, die uns ganz sein lässt. Da gibt es kein Rennen, kein Suchen, kein Ringen mehr nach mehr. Du brauchst nicht mehr die Anerkennung der Menschen – auch wenn dir gute Worte gut tun, wenn deine guten Worte anderen gut tun.

Manchmal ist es nötig, dass wir eine andere Perspektive einnehmen. Die Frage ist, schaue ich auf mein Leben, auf meine Umstände aus der Perspektive eines Menschen, der in seinem Leben schon viel verletzt wurde oder andere verletzt hat? Der unter der eigenen Schuld leidet genauso wie unter der Schuld anderer? Sehe ich mich dabei als ein Opfer? Oder sehe ich mein Leben aus Gottes Perspektive, der Perspektive als ein geliebtes Kind. Einem Menschen, dem Würde aus höchster Instanz zugesprochen wurde.

Das vergangene Jahr mit Corona hat viel Verletzlichkeit in Menschen hervorgebracht. Da wo es nicht um Existenzielles geht, da fühlen sich Menschen verletzt durch fremde Lebensumstände, zerstörte Pläne, Lebenskonzepte. Wir wurden aufgestört, sind empört über diese Störung, manchmal auch erschüttert, wie unsere Lebensplanung so in Unordnung geraten konnte.

Wenn wir verletzt darüber sind, wie uns so etwas geschehen, zugemutet werden kann, braucht es mitunter lange Wege, um auch eine Chance darin sehen zu können, um sich irgendwie darin zurecht finden zu können. Mit einem Perspektivenwechsel sehe ich plötzlich andere Seiten der Geschichte, sehe ich vorher nicht Sichtbares, obwohl es genauso da gewesen war. Vielleicht gelingt es sogar plötzlich, die ganze große Geschichte zu sehen.

Letztens sagte jemand, sie habe die vergangenen Tage so viel Schweres erlebt, tiefe Not, dass sie es nun brauche, dass in der vor uns liegenden Worshipzeit ihre Gedanken durchgespült werden müssten. Wir versuchen doch oftmals, bemühen uns sehr darum, abzuschalten, irgendwie in die Stille zu kommen, Stille in unsere aufgewühlte Seele zu bringen und erleben dabei, wie schwer das sein kann. Es wird uns zu einem weiteren Mühen und Ringen. Allein schon das Wort ringen bezeichnet die Anstrengung darin. Darum fand ich ihre Worte sehr passend und wahr: die Gedanken durchspülen lassen, heraus spülen lassen. Das kann geschehen, indem ich anderem Raum gebe, indem ich anderes hinein lasse. Man leert sich dabei nicht nur aus, was ohnehin sehr schwer ist und höchste Konzentration in der Meditation erfordert. Genauso kann ich ein Gefäß nur schwer reinigen, indem ich es einfach ausleere. Irgendwie bleibt doch immer ein Rest darin. Erst wenn ich es mit Neuem, Reinem fülle, wird alles andere komplett ausgespült.

Damit ich mit meinem Herzen empfangen kann, muss ich es öffnen. Genauso wie ich mit meinen Händen nur etwas empfangen kann, wenn ich sie öffne.

Noch einmal zurück zu Hanna im Tempel.

Sie sagte: Lass deine Magd Gunst finden vor deinen Augen! Und die Frau ging ihres Weges und aß und hatte nicht mehr ein ⟨so trauriges⟩ Gesicht

1 Sam 1.18 ELB

Hanna erlebte Mangel und brachte diesen zu Gott. Damit ging sie an den Ort der Hoffnung, wo sie betet und das Erbetene wieder zurückgibt. Ihre Zuversicht, ihre Hoffnung ist in der Gegenwart Gottes geworden. Sie weiß, er ist Gott Zebaoth, der Gott der Fülle.

Davon möchte ich lernen. Ich möchte meinen Mangel zum Ort der Fülle bringen, zu dem, der die Fülle ist und hat.

Fülle ist immer genug – es gibt nicht wenig oder viel Fülle!

Leidenschaft

Was verbindest du mit Leidenschaft?

Kann man jemanden auch leidenschaftlich kennen?

Vergangenen Sonntag habe ich über die Notwendigkeit gepredigt, Gott zu kennen.

Ich möchte in ein paar Gedanken darüber mit hinein nehmen.

Es genügt nicht, zu wissen, was Jesus für uns getan hat – wir müssen ihn auch kennen, denn wenn wir nicht wirklich wissen wie er ist, wie leidenschaftlich dieser Gott ist, nicht nur so grundsätzlich, sondern ganz persönlich leidenschaftlich für mich, dann begreifen wir das andere auch nie wirklich in seiner ganzen Tiefe.

Ich glaube tatsächlich, nur wenn wir uns auf das Herz Gottes konzentrieren, können wir auch seiner leidenschaftlichen Zuneigung und Liebe begegnen. Dort wo das fehlt, dies Wissen, die Erkenntnis über Gott, die trotz alledem auf dieser Welt immer noch Stückwerk bleiben wird, – wo das fehlt, da wird uns immer auch in allem anderen ein Stück mangeln.

Und vor allem fehlt uns das Fundament auf dem wir sicher stehen können in den Stürmen unseres Lebens. Dieser Anker, von dem die Bibel spricht. Der Zufluchtsort, der wirkliche Hoffnung ist.

Er hat uns einen neuen Weg eröffnet,der zum Leben führt. Dieser Weg durch den Vorhang hindurch –

Wir wollen also vor Gott treten mit aufrichtigem Herzen und voller Glaubensgewissheit.

Wir wollen unbeirrt an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen. Denn Gott, auf dessen Versprechen sie beruht, ist treu.

Hebr 10. 20.22-23


Das ist zum Einen der Ort in der Ewigkeit, die über Zeit und Raum hinaus jetzt schon besteht. Und gleichzeitig ist dieser heilige Ort hinter dem Vorhang auch der Ort der Verborgenheit. Es ist das Allerheiligste, wo nur du und Gott sind.
Du in der Gegenwart Gottes.


Es ist dort, wo du Gott erfahren kannst und von wo aus du ihn mitnimmst in deinen Alltag. Denn Gott möchte erfahrbar sein.

Es ist der Ort, wo du ihm mehr und mehr vertrauen lernst, weil du ihn mehr und mehr kennen und damit auch lieben lernst.

Jede Begegnung mit Jesus damals war gefüllt mit einem tiefem Erleben – zumindest derer, die es zuließen. Es brachte Lebensveränderung.

Gott liebt die Begegnung. Er liebt es, wenn wir ihn suchen. Und er liebt das, weil er weiß, dort wird unser Vertrauen wachsen können.
Gott will Intimität mit uns. Er wünscht es sich, dass wir in diesen Zustand der tiefsten Vertrautheit kommen. Diese Vertrautheit, in der die Leidenschaft sichtbar wird.
Ich kann nur für jemanden Leidenschaft haben, wenn ich einen Grund darin sehe, bedingungslos zu lieben, treu zu sein, gehorsam zu sein.
Nicht weil Gott das braucht. Aber leidenschaftliche Menschen kannst du nur sehr schwer von ihrer Leidenschaft trennen. Da ist so ein unsichtbares Ziehen, dass sie immer wieder an diesen Ort ihrer Leidenschaft bringt.

Intimität kommt von dem lat. Wort intimus, was bedeutet: dem Rand am fernsten, am weitesten innen.

In dieses Innere hinein zu kommen, das führt mich in die tiefste Begegnung und trennt mich gleichzeitig auch von dem Äußeren, es macht mich unantastbar für das, was mich auch trennen kann.

Je tiefer ich an diesem Ort bin, umso weniger Störung gibt es. Es ist dieser Raum, wo nur du und er sind. Kein anderer hat dorthinein Zugang. Es ist der Ort des Erkennens. Und so ist dieser Ort etwas ganz besonderes.

Dort gibt es ein Herzenswissen, wo Wahrnehmen größer wird als Denken. Es ist das feste Wissen in meinem Herzen.

Das kann ich nicht erklären. Aber ich weiß darum. Und ich kann es bewahren.

So wie du dein Herz verschließen kannst vor etwas, kannst du es auch verschließen für etwas. Du kannst es verschließen, um etwas darin zu bewahren, um etwas zu hüten.

Und ich will die Leidenschaft für Gott darin bewahren. Wenn wir ergriffen sind von Gottes Leidenschaft, dieser Leidenschaft, die nichts ist, was ich machen kann, sondern die dort ist, wo ich etwas von ihm gesehen, etwas erkannt habe, – wenn ich von dieser Leidenschaft ergriffen bin, dann wird sie zu meinem Schutz.

Wirkliche Erkenntnis findet immer in der Gegenwart statt.

Ich werde mitten unter den Israeliten wohnen und ihr Gott sein. Sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

2 Mo 29.45-46

Gott möchte sich zeigen. er möchte wohnen, ganz nahe sein. Er möchte erkannt werden. Er wartet darauf, dass du sagst: Wow, so ist Gott! Ich kannte ihn bisher nur vom Hörensagen. Jetzt habe ich etwas gesehen.

Ich möchte zu jemandem werden, von dem die Menschen sagen: in ihrer Leidenschaft und Liebe für Jesus, erkenne ich den, den sie liebt.

Leidenschaft ist dort, wo mein Herz ungeteilt ist. IHM ganz gehört.

Dass Leidenschaft auch etwas mit Leiden zu tun hat – davon im nächsten Blog.

Sei gesegnet!

Sehnsucht

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden.

Debora Sommer

Wenn bei einer Lesung die Frage aufkommt nach dem ´Wie´.

Wie kommt man in die Innigkeit, in diese Intimität mit Gott? Was hat dich dorthin gebracht?

Meine Antwort war damals: Sehnsucht!

Die Sehnsucht hatte mich dorthin gebracht. Meine Sehnsucht nach mehr von Gott.

Meine Sehnsucht nach Unmittelbarkeit mit Gott.

Meine Sehnsucht danach, dass Gott mit mir wie mit einem Freund spricht. Von Angesicht zu Angesicht.

Im ´Weiten Land´ schrieb ich dann davon, dass Gottes Sehnsucht nach Freundschaft und Intimität wie ein Wind über diese Erde weht und uns hungrig macht, ihn zu finden.

In einem meiner Lieblingsverse der Bibel heißt es,

denn die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.

2 Chr 16.9

Dort wo Gottes Sehnsucht und meine Sehnsucht aufeinander treffen ist der Ort der Innigkeit, der Intimität. Dort ist der Ort, wo mein Herz zur Ruhe kommen kann, weil es Ruhe findet in ihm.

Das ist der Ort, um den David bittet.

Eines erbitte ich von dem Herrn, nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Hause des Herrn mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und ihn zu suchen in seinem Tempel.

Ps 27.4

Heute Morgen lese ich nun in dem neuen Buch von Debora Sommer ´Im Herzen ist Raum für mehr´, Sehnsucht als Lebenskraft entdecken:

Unsere tiefsten Sehnsüchte können zum Ort einer heiligen und intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott werden!

Debora Sommer

Ja, das ist soooo wahr!

Unsere Sehnsucht hat Kraft, so viel Kraft – doch es ist immer die Frage, wohin lenken wir sie, wohin lassen wir uns ziehen. Und kann sie dort auf Gottes Sehnsucht treffen.

Manchmal fühlt es sich an wie Hunger, wie Durst. So sprechen wir auch davon, dass wir Hunger oder Durst haben nach Gott.

Und die Antwort Gottes darauf ist Jesus, der sagt, ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das lebendige Wasser.

Und wenn du dorthin kommst, wird dein Durst gestillt, dein Hunger gesättigt werde, dann wirst du selbst zu einer Quelle für andere.

The strength of my life is my affection für Him.

Bill Johnson

Schaue auf Jesus!

Komme mit deinem Hunger, deinem Durst, deiner Not zu IHM.

Dort bist du gesegnet! Und dort wird deine Sehnsucht gestillt werden in der intimen Verbindung mit dem lebendigen Gott!

Herzgedanken

Warum ist Gott mein Herz so sehr wichtig?

Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.    Spr 4.23

Es ist nicht nur medizinisch richtig, dass dem Herzen das Leben entspringt.

Auch für mein geistliches Leben ist das Herz lebenswichtig. Gerade dort, wo wir so sehr mit dem Verstand leben, versuchen, dem Wort zu glauben, kommen wir schnell an die Grenze. Gott ist mit dem Verstand unmöglich zu fassen. Seine Wege beleidigen meinen Verstand.

Darum heißt es:

Vertraue auf den Herrn mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand!    Spr 2.5

Mein Verstand hat seine Grenzen. Darum hören wir Gottes Stimme in unserem Herzen, denn das kann endlos geweitet werden, wenn Gott seine Liebe, seine Sehnsucht, seine Worte hineinfüllt. Wenn ich danach rufe, mehr, mehr, mehr, …

Das ist die Antwort auf Gottes Aufforderung, sucht mich, sucht mein Angesicht.

Gott liebt es, auf unser Rufen, auf unser Bitten, unser Suchen zu antworten. Aber er hat auch Sehnsucht, die Bibel spricht sogar davon, er eifert darum, dass wir ein ungeteiltes Herz für ihn haben. Ein Herz, dem er seine Worte anvertrauen kann. Wenn dein Herz geteilt ist, du hierhin und dorthin hörst, wirst du seine Stimme nur schlecht hören oder glauben können. Gott weiß das und gebietet uns darum, es zu bewahren. Zu schützen.

Es hat damit zu tun, dass mein Herz für ihn das Allerheiligste ist. Mit welcher Sorgfalt, Ausführlichkeit hatte Gott damals Mose beauftragt, das Allerheiligste, den Ort der Begegnung zu bauen und zu bewahren.

Heute ist mein Herz der Ort der Begegnung – darum ist es Gott so wichtig, so wertvoll, wie es darin aussieht. Dass es ungeteilt ihm zugewandt ist. Dass er gerne darin wohnt.

Während ich in Israel in der Wüste saß, außerhalb des Campingplatzes, genaugenommen oberhalb des Zeltes der Begegnung, des Tabernakels, das hier original nachgebaut ist, wanderten meine Gedanken zu Mose und seinem Auftrag, diesen Ort der Begegnung sorgfältig zu bauen. Gott gab ihm genaue Anweisung, wie er es bauen sollte.

Heute ist mein Herz der Ort der Begegnung und Gott sagt uns, behüte es, baue es sorgfältig, achte darauf. Mein Herz ist Gott heilig, weil er darin wohnen möchte. Und weil ihm das Leben entspringt.

Deswegen möchte ich seine Worte bewahren. Sie in meinem Herzen schützen. Sie von Gott selber nähren lassen. Ich brauche das so sehr. Immer wieder. Täglich. Es schützt mich, wenn ich mein Herz voll habe mit seinen Worten. Wenn ich es empfänglich mache für sein Wort. Und je näher ich ihm bin, umso voller bin ich mit Worten des Lebens. Seine Verheißungen nähren mein Herz. Sie tragen, sie sind mein Fundament. Der Fels, auf dem ich zu stehen lerne.

Darum liebe ich es, sein Angesicht zu suchen wie David. Gott so nahe zu kommen, dass er seine Worte in mich hineinlegen kann, weil aus ihnen das Leben fließt.

Berufung

An diesem Ort der Begegnung von Herz zu Herz komme ich nicht nur in meine wahre Identität als Gottes geliebte Tochter. Hier erlebe ich mehr und mehr in der Begegnung mit Jesus meine Berufung im Hinhören, Hineinhören.

Als sein Wort beginnt in mir wirklich Wurzeln zu schlagen, tragfähiges Fundament zu werden, kann Gott auch anderes in mein Herz legen. Was er spricht ist gegründet in dem wer Gott ist.

Gegründet in das Vertrauen in ihn, kann ich erst die Dinge ergreifen, die er schon bereitet hat. Erst dann kann ich hören was über mein eigenes Denken und Verstehen hinausgeht. Das, was meine eigene Vorstellung übersteigt. Dort wo das Verstehen aufhört beginnt mein Glaube.

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So Vieles ist Stückwerk, schemenhaft, wie in einem Nebel und doch lichtet sich der Nebel immer wieder und immer öfter an mancher Stelle und neues kommt in mein Leben hinein.

In der Begegnung mit dem Buchladen, hat Gott ganz sanft Gedanken in mich hineingelegt, die sich nun in den nächsten Monaten formen. Manchmal ist es ganz intensiv und dann wieder so leise, wie nebenher.

Gott hat eine Sehnsucht in mich hineingepflanzt die Liebe Gottes an unserem Wohnort durch ein Ladencafe zu den Menschen zu bringen. Wie kann nun dieses Bild der Berufung sichtbar werden. Eine greifbare Vision werden.

Mit ganz neuen Augen gehe ich durch unseren Ort.

Die wenigen Menschen mit denen ich darüber rede, weil ich spüre, wie verletzlich diese Berufung in mir ist, fragen schnell danach, was nun mein nächster Schritt sei.

Während ich an einem Morgen durch die verschneite Landschaft laufe, darf ich vieles in der Natur sehen, was mir zu einem Bild wird, sich zu Worten formt und in einer seltenen Deutlichkeit steht mir vor Augen, was sein soll. Sein kann.

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Was die vergangenen Jahre immer wieder wie ein Traum, eine Sehnsucht in mir war, wird nun geformt durch das, was auch in Gottes Herzen ist. Aber aus seiner Perspektive ergibt es viel mehr, ja, vielleicht auch den einzigen Sinn.

Es ist nicht mehr mein Traum, es wird Gottes Traum in mir.

Doch es ist schwer zu kommunizieren. Wie soll man das, was man im Herzen erlebt, erklären, aussprechen.

Ein spannender Weg beginnt und geht bis heute weiter.

Wartezeiten sind Zeiten in denen Gott uns bereitet, formt.

Herausgenommen

Nicht ohne Furcht und Aufregung war ich in ein Wochenende alleine mit Gott gestartet.

Ein umgebauter Heidewagen auf einem Campingplatz im Schwäbischen wartete auf mich.

Die Fremde will sich über mich stülpen als ich dort ankomme und ich suche nach einem netten Café, um noch einmal ein Stück Vertrautheit zu haben, bevor ich in die Einsamkeit abtauche. Dabei lande ich direkt vor einer Buchhandlung und sehe, es ist nicht nur Buch, sondern auch Schönes, Kaffee und Kuchen, was man hier erhalten kann und wieder einmal staune ich über Gottes Fürsorge. Er weiß einfach, was mein Herz braucht, was ich liebe, was mir gut tut.

6tag_180717-1644182.jpgLange halte ich mich darin auf, entdecke, genieße und frage mich, was hier für ein Geist herrscht – es scheint der Heilige zu sein. Als ich eine Mitarbeiterin darauf anspreche bestätigt sie es mir und erklärt mir das Konzept des Ladens:

Die Liebe Gottes soll spürbar, der Heilige Geist erlebbar sein an diesem Ort.

Das kann ich nur bestätigen und fahre nun wie neu beheimatet zu meinem Schäferwagen.

Gott ist hier. Er ist in diesen Tagen mit mir. Er versorgt mich.

Dieses immer wieder Bestätigen seines Wortes, dessen, was ich in meinem Herzen zutiefst zu glauben versuche, das berührt mich immer wieder aufs Neue. Manchmal kann ich die Güte, die sich darin erweist, kaum fassen. Aushalten.

Warum beschenkt mich Gott so sehr?

Was wird dies Wochenende noch alles bringen?

Nachdem ich meine vorübergehende, neue Heimat bezogen habe, gehe ich in der Dämmerung spazieren, fühle die Fremde als etwas Beängstigendes und fühle trotzdem Gottes Schutz, seine Gegenwart.

mogen-mc3a4rz-0141.jpgRichte deinen Blick auf meine Gegenwart, das höre ich am nächsten Morgen, als ich noch vor Dämmerung erwache. In meiner Gegenwart wird dein Denken, dein Herz geformt, gereinigt.

Was ich bereits kenne und auch die folgenden Jahre immer wieder erleben werde:

Gott führt immer zuerst in das Eigene hinein, reinigt, tröstet, heiligt und lässt dann in die Welt schauen.

In diesen Tagen hier im Heidewagen nehme ich immer wieder den Ton in die Hand, den ich mitgenommen habe und forme ihn in meinen Händen zu dem, was es werden soll.

In diesen Stunden wird auch in mir etwas geformt. Ich kann es noch nicht sehen, aber spüre, wie der himmlische Meister am Werk ist. Während ich den Ton in meinen Händen forme, spüre ich mich in den Händen des Schöpfers.

Manchmal ist es ein Ringen, manchmal gelingt es einfach, immer wird es mir zum Bild für das eigene Leben.

6tag_251117-130137Wenn es heißt, der Heilige Geist ist mein Tröster, dann bedeutet das praktisch, ich gebe ihm meine Traurigkeit.

Wenn Jesus meine Sehnsucht stillt, bedeutet das, ihm meine Sehnsucht zu geben.

Alles was Gott mir sein möchte, erlebe ich in dem Loslassen dessen, was ich festhalten möchte. Es wird zur Wahrheit, während ich meine leeren Hände  hin halte. Dort kann es sich hineinlegen, dort werde ich es empfangen.

Ich stoße auf Kol 1.12-23, wo es um das Geheimnis Gottes geht, in das ich nun eintauche.

Es macht mein Herz ganz weit, weil es mich hineinsehen lässt in Gottes Denken, Wollen, Sehnen.

Hier in meinem Herzen beginnt der Glaube tiefer zu wachsen und das Erkennen, Verstehen beginnt mein Herz zu formen, zu bilden.

Als schlichte, aber tief bewegende Tage zu Ende gehen, fühle ich mich gefüllt mit Gottes Gegenwart, Berührung von Herz zu Herz.

Hinschauen

Ein neuer Morgen, wieder laufe ich durch die Dunkelheit und während die Sonne aufgeht sehe ich hinein in die Schönheit und den Reichtum von Gottes Schöpfung.

Dieses Hineinschauen, Hineinhören in Gottes Herrlichkeit überwältigt mich häufig und macht mich schwach, kraftlos. Es tut fast weh.

Dahinein höre ich das Wort von Paulus:

Ich bin auch ganz sicher, dass Gott sein Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus kommen wird.   Phil 1.6

Das bedeutet Jünger zu sein. Zuzuhören. Ihn in mein Leben hineinreden zu lassen.

Gott ist in meiner Schwachheit die ich angesichts seiner Größe empfinde.

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Morgen für Morgen tauche ich ein in das Wort Gottes, weil ich Sehnsucht danach habe und nur dort die Wahrheit über das Leben finde.

Immer wieder bin ich bewegt von der Geschichte Gottes mit den Menschen. Ich lese sie mit ganz neuen Augen oder besser, mit geöffneten Augen des Herzens. Die Liebe Gottes scheint mir in jedem Vers, Kapitel so greifbar, so sichtbar. Diese unermessliche Liebe, seine Leidenschaft, Treue, Herrlichkeit.

Mein Herz ist so zerrissen zwischen diesem tiefen Erleben mit Gott, die Gegenwart des Heiligen Geistes, die mir wie nie zuvor greifbar erscheint. Und gleichzeitig ist da auch ein tiefer Schmerz. Ein Leiden an der Welt. An ihrer und meiner Zerbrochenheit.

Ich erinnere mich, wie  Jahre zuvor jemand ein Bild von mir malte.

Es war gut geworden – und richtig, denn in meinen Augen stand die Traurigkeit, die zu dieser Zeit in meinem Herzen war. Die Künstlerin war aber nicht zufrieden und versuchte ein zweites Bild. Sie hatte richtig gesehen, hingesehen, aber konnte es nicht aushalten.

Warum fliehen wir so oft vor dem Schmerz?

Gerade dort will Jesus hinein kommen.

So geschieht es, als ich für ein paar Tage in Augsburg, meinem Geburtsort, bin und dies Lied  mir in den Sinn kommt, während ich frühmorgens in der Dunkelheit über das Land laufe.

Nimm ein, nimm ein das gute Land, das Gott dir gibt.

Das Neue, das Gott in dein Leben hineingeben möchte. Als die Dämmerung durchbricht ist ganz viel in meinem Herzen heil geworden.

Einfach so, oder wie Martin Schleske es gesagt hatte, dass Gott uns der wird, den wir ihn sein lassen und dann Dinge einfach geschehen werden.

Gott ist der Heiland und wir erleben ihn so, wenn wir ihn in unserem Leben als Heiler, als den, der alles heil macht, sein lassen. Und so geschieht es mir, während ich an verschiedenen Stationen meines Lebens vorbeilaufe, dass Jesus in Vieles einfach Heil hineinspricht.

Es beginnt am Grab meines Vaters und endet auf einem großen Feld, über dem nun der Himmel hell wird. Frieden zieht in mein Herz ein. Nicht der Friede dieser Welt, sondern sein Friede, der höher als alle Vernunft ist.

Heilung hat stattgefunden.

Immer wieder erlebe ich, wie in seiner Gegenwart Traurigkeit und Schmerz in Freude und Dankbarkeit verwandelt wird.

Von Angesicht zu Angesicht – das war meine Sehnsucht. Meine Sehnsucht, dass Gott so zu mir spricht.

Sieh, da ist ein Platz bei mir, stelle dich da auf den Felsen!  2 Mo 33.21

Das ist mein Taufspruch und ich beginne neu, nach seiner Bedeutung für mich zu fragen.

Sehnsucht

 

Gott begann mit mir über meine Geschichte zu sprechen, denn genau so hatte alles begonnen:

Gott hatte begonnen, mit mir wie zu einem Freund zu reden. Er lehrte mich hinzusehen, hinzuhören, wahrzunehmen, zu empfangen, zu glauben. Vom Ende her.

Es ist alles vollbracht. Geschehen. Geliebt. Ich darf SEIN.

Vielleicht oder sicher  hatte er das all die Jahre zuvor auch immer wieder zu mir gesprochen – doch selten konnte ich ihn hören, sehen. Es waren die eher kleinen Ausnahmen.

Das neue Erleben war wie das Springen von einer hohen Klippe.

Es war überwältigend, beängstigend, erschreckend und wunderschön, denn es ging Hand in Hand mit dem Erkennen, wer ER ist. Wie ER ist. Und das ist erschreckend schön.

Seine Schönheit ist seine Heiligkeit.

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So war es, als stünde ich plötzlich in einem anderen Leben. Wie, wenn man nach langer Fahrt aus dem Auto steigt und in einer völlig neuen, fremden Gegend ist. Fremd und gleichzeitig vertraut, weil man sich schon lange vorher dorthin gesehnt hat. Bilder davon gesehen, davon geträumt, etwas davon geahnt hat.

Seit dieser Zeit lebe ich von dem Manna das Gott mir täglich gibt.

Ich hatte so einen Hunger und er sättigte mich.

Doch dies Satt sein bewirkt nur einen noch größeren Hunger. Ein tägliches Suchen. Kommen. Essen. Satt werden.

Dieser Hunger ist ein Geschenk. Es ist Gnade, weil Hunger und Durst mich zu IHM treiben.

Eine Freundin sagt die Tage, manchmal merke sie erst beim Trinken, wie sehr sie eigentlich Durst gehabt habe.

Es ist eine tiefe Sehnsucht. Keine Sehnsucht nach dem Erleben. Nach dem Außergewöhnlichen. Es ist die Sehnsucht nach ihm. Nach IHM selber. Nach der Begegnung mit dem Einen, dessen geliebte Tochter ich bin.

Wenn man ihn einmal gesehen, von ihm geschmeckt hast, kann man nicht mehr anders.

Er hat mein Herz berührt und nun brennt es. Es brennt für ihn.

Gott hat Sehnsucht in mich gepflanzt, damit ich Antwort gebe auf seine eigene Sehnsucht nach mir. Die Sehnsucht nach ihm zeigt sich auch immer wieder in dem Wunsch nach wahrer Heimat.

Ich fühle mich auf dieser Erde, unter den Menschen oft recht heimatlos, nicht beheimatet. So begann meine Reise mit Sehnsucht, Hunger und Durst nach mehr von Gott. Weil ich ihn erlebt, kennengelernt habe wie nie zuvor, weiß ich nun auch, wonach ich mich sehne. Meine Sehnsucht hat nun ein Ziel vor Augen und ich weiß, auf dieser Erde wird es nie auf Dauer zu dieser Erfüllung kommen.

Doch der Durst meiner Seele, meines Herzens bringt mich weiterhin Morgen für Morgen in seine Gegenwart.

Bis heute ist es für andere oft nicht wirklich zu verstehen, warum ich so beharrlich oder eher leidenschaftlich früh morgens aufstehe. Menschen verbinden es immer noch gern mit Disziplin, treu sein wollen.

Ich kann es ihnen nicht übelnehmen.

Nur wer die Liebe geschmeckt hat, kann ihre Sehnsucht verstehen. Kann verstehen, dass in dem Schauen auf ihn die Fülle verborgen ist.

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Geschichte

 

Die   Apostelgeschichte hat ein offenes Ende, denn der Geist aus der Apostelgeschichte ist immer noch hier. Er hat nie aufgehört zu sein.

Gott handelt immer noch.

Lebe darin weiter und sei ein Teil davon! Schreibe die Geschichte weiter.

So höre und lese ich es an einem Morgen Anfang November 2017.

Und als ich in meinen Schreibbüchern der letzten Jahre blättere, bin ich erschüttert über mein Lebensgefühl vor 6 Jahren. Suchend, sehnend, fragend ohne Antworten, begleitet von ständigen Schmerzen, voller Not. Mein Schreiben damals, der Versuch, mein Lebensgefühl, mir die Dinge von der Seele zu schreiben, endete in einem einzigen Klagelied.

In meiner eigenen Predigt über Martha und Maria hörte ich meine Sehnsucht heraus, wie Maria zu leben. In tiefer Hingabe, tiefer Liebe zu dem Einen. Jesus. Zu seinen Füßen sitzen. Und zwischen Sehnsucht und Sein schien trotzdem eine Kluft zu sein.

Im Herbst 2012 kam es als ein lauter Ruf aus meinem Herzen.

Wir lasen in der Kleingruppe über Mose, seine tiefe Beziehung zu Gott.

Der Herr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mensch mit einem anderen.      2 Mo 33.11

Warum rührte mich dieser Satz an diesem Abend so sehr an? Was hatte Gott in mir bereitet?

 

Der Himmel schien offen zu sein über mir wie nie zuvor. Und Gott kam mir entgegen, nahe, wie nie zuvor.

Der Herr hört, wenn ich zu ihm rufe.  Ps 4.4

Er hörte mein Rufen.

Mein Herz sehnte sich nach dieser innigen Beziehung. Nach seinem Wort, einem Reden wie zwischen Freunden. Vertraut. Innig.

Ich war nicht vorbereitet auf das, was kommen würde – und doch schien alles vorbereitet zu sein. Seine Herrlichkeit wurde für mich sichtbar, hörbar, greifbar!

Das ist nun 5 Jahre her und seitdem ist alles anders.

Ich bin in etwas eingetreten, was ich nie mehr loslassen möchte. Er legte ein neues Lied in meinen Mund. Buchstäblich von Heute auf Morgen.

In meinem Schreibbuch wird es so deutlich – ich kann es selber kaum glauben.

Die Seiten der Klage – ich habe sie herausgerissen und verbrannt.

Was zurückliegt, vergesse ich und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt.  Phil 3.13

Es hat keine Macht mehr über mich. Nicht, weil ich etwas dafür getan habe. Ich weiß nicht, wie es geschah. Ich kann nicht sagen, wie es anders wurde.Ich kann nur bezeugen, dass es anders wurde in meinem Herzen und in meinen Gedanken.

Das ist das, was Paulus mit erneuertem Denken beschreibt.

Es musste wirklich erneuert werden. Altes wurde gegen Neues ausgetauscht. Gott goss seine Güte, seine Liebe, seine Gegenwart über mir aus.

Und über dieses Zeugnis möchte ich schreiben.

Schreiben, weil ich es wie eine Berufung empfinde – nein, es ist mehr. Ich empfinde sie nicht, ich will sie glauben, indem ich es tue.

Will sie glauben, will es nicht nur einen Versuch sein lassen.

Mein Gebet vor ein paar Tagen war es, meinst du das wirklich – Gott? Und die vergangenen Jahre haben mich gelehrt, nach solchen Gebeten aufmerksam zu sein und hinzuhören. Dem Gehörten zu vertrauen und zu glauben.

Richte deine Augen auf das Ende der Geschichte.

Mache weiter bis zu diesem Ende. Denn es ist das Ende, das deine Geschichte groß macht.

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