I Know

I know all that you´ve done.

Now I have set before you a wide-open door that none can shut.

For I know that you possess only a little power, yet you´ve kept my word and haven´t denied my name.

The Passion Translation, Rev 3.8

An anderer Stelle spricht Gott davon, dass ER die Pläne kennt, die ER über mein Leben hat. Dass ER gute Gedanken hat über mich.

Darüber sinne ich nach, während ich mit meinen Gedanken noch an dem eben Gelesenen hänge – den Ausreiseschwierigkeiten aus Deutschland und Einreiseschwieirgkeiten nach Spanien unter den gegebenen Umständen der Corona-Pandemie.

Seit Anfang des Jahres nehme ich eine zunehmende Traurigkeit in mir wahr, darüber, dass ich seit 1 1/2 Jahren Manuel und Abi, meinen Sohn und seine Frau, nicht mehr sehen konnte. Wir haben viel und häufigen Kontakt über all die Kanäle, die uns zur Verfügung stehen – und das ist wunderbar und hat mir bisher immer das Gefühl gegeben, ihnen eigentlich trotz der Entfernung nach Spanien nahe zu sein.

Nun schiebt sich mehr und mehr etwas in dies Erleben, das mich Schmerz über die Entfernung wahrnehmen lässt und sich allmählich einen Weg an die Oberfläche bahnt.

In Anbetracht weltweit sichtbarer menschlicher Not ist es eine Kleinigkeit – und doch ist es ein Schmerz, der Schmerz eines Mutterherzens – und wäre ich nicht so gewiss, Gott sieht, ER hört ihn und IHM ist er genauso wichtig wie aller andere Schmerz – würde ich hier vermutlich nicht darüber schreiben.

Denn, ja, eigentlich geht es mir hier nicht darum, darüber zu jammern, dafür sollte es andere Orte geben, sondern vielmehr darum, zu sagen, ER hört, ER sieht und ER versteht. IHM sind auch diese Tränen, und damit alle anderen, auch die, die du vielleicht heimlich weinst, wichtig.

Aus der Lazarusgeschichte wissen wir davon, dass Jesus erst einmal mit Maria über den Tod ihres Bruders geweint hatte.

Eigentlich komisch, wo ER doch den Trumph in der Hand hatte, schon wusste, dass der Vater ihn in Kürze vom Tod ins Leben zurück rufen würde. Aber Jesus sah jetzt in diesem Moment hin. Nahm in diesem Moment den Schmerz Marias wahr und ernst – und so konnte ER mit ihr in dieser noch dunklen Stunde weinen. Wie kostbar musste das für Maria gewesen sein.

Wie kostbar ist es für mich, zu wissen, Gott sieht meinen Schmerz, auch diesen und jeden anderen, und nimmt ihn ernst und wahr – und sammelt meine Tränen darüber in einem Gefäß. Das sagt uns die Bibel. Meine Tränen sind IHM allezeit vor Augen.

Der Bibelvers aus der Offenbarung spricht von der geöffneten Tür – und genauso von meiner kleinen Kraft.

Diese kleine Kraft lässt uns Türen nicht selbst öffnen, für manche Türen sind wir abhängig von SEINER Kraft, die sie für uns öffnet. Und mehr und mehr glaube ich, dass diese, SEINE Kraft, SEINE geöffneten Türen dort sichtbar wird und werden, wo ich IHM vertraue. Dort, wo ich alles von IHM erwarte. Wo ich erwarte, dass Worte, die ER gesprochen hat, zur Wahrheit, als Wahrheit sichtbar werden. Dort, wo ich SEIN Wort bewahrt, verwahrt habe. So wie es von Maria heißt, sie bewahrte diese Worte (des Engels) alle in ihrem Herzen.

Wir sollen nicht nur Verwalter, gute Verwalter der Gaben, Begabungen, Geschenke Gottes sein, nicht nur Verwalter über dem, was sichtbar ist. Genauso sind wir gefordert, SEIN Wort zu bewahren, in unserem Herz zu verwahren, zu pflegen, mit Hoffnung zu begießen, damit es erhalten bleibt.

Manchmal geschieht es, dass mein Herz morgens nach einer Zeit in Gottes Gegenwart bis zum Rand gefüllt ist mit Gutem, mit Heil, mit Hoffnung, Zuversicht – kurze Zeit später erinnere ich mich kaum daran. Es schiebt sich Schatten dazwischen und deckt das Gute, das Heil zu. An diesen Tagen muss ich das Wort nehmen und es aussprechen – einfach um die Wahrheit zu hören, wo ich sie nicht sehe, nicht fühle. Sie nicht zu sehen und zu fühlen heißt ja nicht, dass es nicht die Wahrheit ist. Wichtiger als meine Augen mit denen ich praktisch sehe, sind die Augen meines Herzens. Diese Augen mit denen ich sehe, was in Gottes Herzen ist. Dort, wo sich der Schleier ein bisschen hebt und mich dahinter schauen lässt.

Ja, es gibt noch eine andere Wahrheit. Eine, die nicht abhängig ist von meinen Empfindungen, sondern alleine von der Art und Weise unseres Vaters im Himmel. Eine Wahrheit die nicht wankt – so wie meine Gefühle, mein Erleben in dieser Welt.

Mein Gebet ist für jeden, der dies liest und gerade Dunkelheit erlebt – sei gesegnet mit erleuchteten Augen, die sehen können, wie der Vater ist. Sei gesegnet mit einem Herzen, das sich der Entmutigung entgegenstellt, weil es den sieht, der alles in seinen Händen hält, der deine Tränen sieht und deinen Schmerz kennt.

Sei gesegnet mit SEINEM Frieden!